Review: The Grudge

The Grudge - Poster FSK 16

Kurzinhalt:

Eine junge Mutter ermordet ihre Familie in ihrem eigenen Haus. Detective Muldoon, alleinerziehende Mutter und Polizistin untersucht den Fall und ist fest entschlossen ihn zu lösen. Später entdeckt sie, dass dieses Haus von einem rachsüchtigen Geist verflucht ist… Diejenigen, die eintreten sterben eines gewaltsamen Todes. Nun liegt es an Muldoon sich und ihren Sohn vor den dämonischen Geistern aus dem verfluchten Haus zu beschützen und zu retten.

Originaltitel: The Grudge
Jahr: 2020

Genre: Horror, Suspense, Mystery

Kinostart: 09.01.2020

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: USA, Kanada

Regie: Nicolas Pesce

Drehbuch: Nicolas Pesce, Jeff Buhler, Takashi Shimizu

Musik: The Newton Brothers

Produzenten: Takashige Ichise, Sam Raimi, Robert G. Tapert, Doug Davison, Joseph Drake, Nathan Kahane, Roy Lee, John Powers Middleton, Andrew Pfeffer, Schuyler Weiss

Darsteller: Andrea Riseborough, Demián Bichir, Lin Shaye, John Cho, Frankie Faison, Jacki Weaver, Betty Gilpin, William Sadler, Zoe Fish, Junko Bailey, Joel Marsh Garland, Tara Westwood, David Lawrence Brown, Steven Ratzlaff

Kritik:

Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Kino (deutsch)
Anzahl der Kritiker: 2

The Grudge basiert auf dem japanischen Ju-on: The Grudge aus dem Jahr 2002, der seinerzeit aber schon ein japanisches Kino-Remake der Videoproduktion Ju-on: The Curse (2000) darstellte; beide entstanden damals unter der Regie von Takashi Shimizu. Die japanische Kino-Version löste damals weltweit einen regelrechten Hype aus und revolutionierte das Horrorkino; wahrscheinlich auch, weil fast zeitgleich Gore Verbinskis (Fluch der Karibik 1-3, A Cure for Wellness) Remake von The Ring so erfolgreich an den weltweiten Kinokassen war, was das Interesse an Genre-Frischfleisch aus Japan geweckt hat. Und wie die Amerikaner so sind – die weder gerne Untertitel lesen, noch gut synchronisieren können – gab es wenig später auch ein amerikanisches Remake, welches u.a. von Sam Raimi und Robert G. Tapert (beide u.a. durch ihren Horrorklassiker Tanz der Teufel seit Dekaden bekannt) produziert wurde. Für die Regie heuerten die beiden Horror-Geeks keinen geringeren als Shimizu selber an, der sich am besten mit dem von ihm erdachten, niedergeschriebenen und bereits mehrfach verfilmten und fortgesetzten Stoff auskannte. So entstand weitere zwei Jahre später die dritte Verfilmung der ursprünglichen Ju-on-Idee.

Wie bereits angemerkt, gibt es schon zu jeder Verfilmung mindestens einen Nachfolger… wo genau setzt dann The Grudge aus dem Jahr 2020 an? – Nun, der originale japanische Nachfolger wird nur bedingt ignoriert, weil dieser quasi parallel in Japan spielt.
Zu Beginn von The Grudge (2020), um den es hier geht, steht eine amerikanische Sterbebegleiterin vor dem selben Haus aus Ju-on: The Grudge (oder auch dem US-Remake – ich bin mir nicht ganz sicher), in dem (womöglich später) 12 Menschen auf mysteriöse Weise ums Leben kamen, und berichtet ihrer Familie am Telefon, dass sie nach Hause kommen würde, weil dort merkwürdige Dinge vorgingen und es ihr deshalb unheimlich wäre in Japan zu bleiben. Was sie in ihrem Gepäck mitbringt ist wohl klar: Den Fluch!

The Grudge - Szenenbild

Ein sogenannter „Grudge“-Dämon (übersetzt: Groll) entsteht, wenn ein Mensch während größter Wut stirbt. Dieser Dämon lässt erst von seinem Opfer ab, wenn es tot ist, oder so ähnlich… Der Fluch lässt sich aber auch übertragen! – Darum geht es primär, wenn auch stark vereinfacht, in dieser quasi direkten Fortsetzung beider möglichen ersten Teile (Ju-on: The Grudge & The Grudge – Der Fluch): Im Jahr 2020 reicht es scheinbar schon, einfach nur irgendwie in die Nähe des Dämons zu kommen, um die Aufmerksamkeit dieser puren Boshaftigkeit auf sich zu ziehen. Das „Geisterproblem“ ist hier eher so etwas wie ein ansteckendes Virus, was natürlich auch gut zur derzeitigen Corona-Problematik passt. Aber Spaß beiseite!
Auf jeden Fall bekommt Detective Muldoon (Andrea RiseboroughBirdman) auf diesem Wege ganz schnell ein großes Problem, als sie nach dem Fund einer seit Monaten im Wald vermodernden Leiche, während der darauf folgenden Ermittlungen, das Haus eines älteren Ehepaars betritt, an denen sich der Fluch bereits festgekrallt hat. Die Verkettung der Ereignisse, durch die es der Fluch bis zu der emsigen Polizistin geschafft hat, wird während ihrer Ermittlungen in Rückblenden und Versatzstücken erklärt. Was dabei ein bisschen schade ist, dass Muldoon nicht wirklich ermitteln muss. Vielmehr liest sie stumpf Akten und befragt ein paar Leute, die u.a. mittlerweile in der Klapsmühle gelandet sind… aber wir haben hier ja auch einen waschechten Horrorfilm und keinen Krimi!
Während der Ermittlungen bzw. Nachforschungen sind Muldoons Begegnungen mit dem Geist eher Lagerfeuergeschichten-mäßig. So leckt ihr Hund z.B. auf dem Sofa an ihrem Bein, den sie daraufhin weg scheucht. Als sie wenige Sekunden später, erneut versunken in ihren Akten, wieder am Bein geleckt wird, ist dort kein Hund… oha, wie mysteriös! – Das klingt ja echt schaurig, aber solche Geschichten kenne ich wirklich seit meiner Kindheit. Darum hat mich das Ganze leider nicht so wirklich vom Hocker gehauen.

The Grudge - Szenenbild

Wirklich gut finde ich an dieser The Grudge-„Fortsetzungsneuauflage“ die sehr schmuddelästhetische und natürlich-schonungslose Optik. Vor allem die gezeigten Leichen wurden wirklich hervorragend inszeniert. Ein paar computergenerierte Maden schaffen es nicht, den Ekelfaktor abzuschwächen. Und auch die mitunter sehr blutigen Effekte können überzeugen! Dennoch verspricht zumindest der „Red Band Trailer“ zu viel bzw. zeigt er zu viele der ekelerregenderen und brutaleren Szenen im Voraus, die größtenteils Jumpscare-artig inszeniert wurden, weshalb es im Film keine all zu großen Überraschungen mehr gibt. Darum hatten die zahlreichen Schockmomente auf mich letztendlich keine große Wirkung mehr (der Fluch eines Redakteurs)… Oftmals werden die Jumpscares in der deutschen Kinofassung dann auch noch durch eine recht unmotiviert erscheinende Synchronisation abgeschwächt: Die Schreie klingen plötzlich zu gestellt und irgendwie aus dem Kontext gerissen. Das ist dann auch mit einer der Gründe, warum ich dieses amerikanische Quasi-Reboot insgesamt gar nicht mal so gut fand, obwohl es technisch einwandfrei, und mit gerade einmal 10 Millionen US-Dollar Produktionskosten, für eine Kinoproduktion innerhalb eines weltweit erfolgreichen Franchise, ziemlich niedrig budgetiert ist. Die versatzweise Erzählstruktur und dass die Trailer die Jumpscares im Vorfeld zu krass gespoilert haben, haben dafür gesorgt, dass bei mir einfach keine Stimmung aufkam…

The Grudge - Szenenbild

Fazit:

Die rein technische, schön schmuddelästhetische und ziemlich blutige Umsetzung hat mir absolut zugesagt. Optisch ist The Grudge in der Oberliga des Genres einzuordnen. Die versatzweise Erzählstruktur kann man mögen, und sie ist von der Grundidee her gut; durch sie bekommt man aber das Gefühl, dass die Protagonistin lediglich eine Geschichte liest, die man dann als Zuschauer einfach visuell aufbereitet präsentiert bekommt. Man fiebert nicht mit, Spannung kommt kaum auf. Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen, wofür auch die Trailer nachhaltig gesorgt haben, die im Vorfeld viel zu viele Jumpscares und Ekelbilder gespoilert haben. Ich möchte den Film aber nicht mit einer super schlechten Bewertung abstrafen, weil die Settings und Effekte einfach richtig gut sind und Grusel bzw. Spannung ja auch eher eine subjektive Sache sind. The Grudge ist somit, meiner Meinung nach, einfach nur ein solider, dabei aber sehr gut gemachter Genre-Beitrag, der scheinbar nicht bei jedem die von den Machern erhoffte Wirkung entfalten kann…

Wertung: 3,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray

Bisher habe ich zum Release nur die Kinofassung gesichtet. Die deutschen Heimkinoveröffentlichungen wurden zumindest schon mit über 40 Minuten Bonusmaterial angekündigt, welches durchaus interessant sein könnte… Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Filmkritik gab es noch keine Infos zur kommenden DVD, lediglich ein paar wenige zum geplanten Blu-ray-Release.

Verleih: Sony Pictures

Verleihstart: unbekannt

Verkaufstart: 15.10.2020

Verpackung: Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: unbekannt

Schuber: unbekannt

Ton:
• Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
• Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1
• Japanisch: DTS-HD Master Audio 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Japanisch, Türkisch

Bildformat: 2,39 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung:

Laufzeit: ca. 94 Min.

Uncut: Ja

Extras: unbekannt
• Trailer

 


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