Review: Glass

Glass - Blu-ray DVD Cover FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

Split war noch lange nicht das Ende. In Glass verfolgt David Dunn jeden einzelnen Schritt von Crumbs übermenschlichen Wesen – dem Biest. Dabei drohen die Zusammenstöße von Gejagtem und Jäger immer weiter zu eskalieren. Gleichzeitig scheint aus dem Verborgenen heraus Elijah Prince die Fäden des grausamen Spektakels in der Hand zu halten. Zudem verbirgt er Geheimnisse, die Dunn und Crumb zum Verhängnis werden könnten…

Originaltitel: Glass

Jahr: 2019

Genre: Thriller, Mystery, Drama

Kinostart: 17.01.2019

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

Musik: West Dylan Thordson

Produzenten: Marc Bienstock, Jason Blum, M. Night Shyamalan, Gary Barber, Roger Birnbaum, Kevin Scott Frakes, Steven Schneider

Darsteller: James McAvoy, Bruce Willis, Samuel L. Jackson, Anya Taylor-Joy, Sarah Paulson, Spencer Treat Clark, Charlayne Woodard, Luke Kirby, Adam David Thompson, M. Night Shyamalan, Shannon Destiny Ryan, Diana Silvers, Nina Wisner, Kyli Zion

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Kino (deutsch)

Nachdem ich super begeistert vom direkten Vorgänger Split war, hatte ich wirklich sehr große Erwartungen an Glass, der endlich M. Night Shyamalans (Sixth Sense, The Village) Geniestreiche Unbreakable und Split miteinander verbindet.
Unbreakable war im Jahr 2000 seiner Zeit weit voraus, weil der Markt noch nicht von Superheldenfilmen und Crossovern überschwemmt war, zeigte aber im Mystery-Bereich enormen Ideenreichtum, eine schön düstere Origins-Geschichte eines potentiellen Superhelden glaubwürdig zu erzählen, der von sich selbst der Meinung ist unzerbrechlich zu sein. Dieser von Bruce Willis gespielte Charakter mit dem Namen David Dunn (eine Alliteration – wie passend, auf die Comic-Thematik bezogen) war am Ende von Split in einer Bar zu sehen, in der ein Fernsehbericht über den amoklaufenden Serienkiller Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) lief… und plötzlich schloss sich der Kreis!

Glass - Szenenbild

Fast 20 Jahre später verfolgen wir in Glass zunächst David Dunn, der Selbstjustiz an Verbrechern übt. Unterstützt wird er dabei von seinem Sohn Joseph, der erneut von Spencer Treat Clark (Unbreakable) gespielt wird. Dieser übernimmt für seinen Vater die Internetrecherche und Satellitenüberwachung bei der Verbrecherjagd. Das Hauptziel ist ein Serienmörder, der immer wieder Gruppen von Cheerleader-Mädchen grausam verstümmelt und ihre Leichen in der ganzen Stadt verteilt. Dieser ist dann auch recht schnell gefunden und es handelt sich dabei natürlich um Crumb und seine gut zwei Dutzend Persönlichkeiten, die sich einen Körper teilen. Das mysteriöse daran ist aber nicht die bloße Anzahl der verschiedensten Persönlichkeiten, sondern dass sich Kevins Körper auch auf zellularer und chemischer Ebene ständig verändert. Ist er z.B. die sogenannte „Bestie“, dann ist er unglaublich stark und kann sogar Wände hoch klettern. Und diese Bestie ist eben nur von einem „Unzerbrechlichen“ zu bekämpfen; doch dabei werden die beiden Kontrahenten von einer Spezialeinheit, angeführt von Psychologin Dr. Karen Fletcher (Betty Buckley), überrascht und gefangen genommen. In der psychiatrischen Einrichtung, in der die beiden schlussendlich landen, treffen sie auch auf Dunns alten Feind Elijah Price aka Mr. Glass (Samuel L. Jackson), der zwar unglaublich intelligent, auf Grund von ausgeprägter Osteoporose aber an den Rollstuhl gefesselt ist. Nun sind Bestie, das böse Mastermind und der starke Superheld in der selben Einrichtung gefangen, was natürlich nicht gutgehen kann…

Glass - Szenenbild

Von Anfang an baut sich eine sehr dichte Atmosphäre auf, die aber leider zum Ende hin deutlich an Intensität verliert, bis dann alles in einem ziemlich uninspirierten Zusammentreffen aller Hauptfiguren endet. Der großartig angekündigte Kampf, eine Art von Mr. Glass geplantes Attentat auf einen neu eröffneten Wolkenkratzer, findet dann schlussendlich nur im Vorgarten der Psychiatrie statt und ist auch schneller vorbei als erwartet. Das hat mich wirklich sehr enttäuscht und nachdem die Story langsam zu einem Ende kommt, wird sie plötzlich noch völlig ad absurdum getrieben. Ich weiß wirklich nicht, was den Regisseur, Produzenten und Drehbuchautor M. Night Shyamalan da geritten hat? – Es ist halt sein ganz eigener Film und Herzensprojekt und der Schluss ist einfach irgendwie dämlich. Damit meine ich nicht „The Village-dämlich“, sondern richtig dämlich! Aber natürlich kann ich es hier unmöglich spoilern. Also schaut euch diesen Mystery-Thriller einfach selbst an; natürlich nur, nachdem ihr auch die beiden wirklich guten Vorgänger gesehen habt…!

Wie auch schon Split präsentiert sich Glass in brillanter Optik. Die Kamerarbeit (meist ziemlich ruhige und lange Einstellungen) ist absolut hochwertig und die schauspielerischen Leistungen, vor allem die von James McAvoy und Anya Taylor-Joy (The Witch, Split), sind absolut großartig. Ungewöhnlich ist, dass Samuel L. Jackson kein einziges mal sein Lieblingschimpfwort „Motherfucker“ in den Mund nimmt, man kann aber ja nicht immer alles haben… schließlich spielt er hier ja auch einen sehr stilvollen Bösewicht.

Glass - Szenenbild

Fazit:

Schade, dass das Ende so besch…eiden ist, die Atmosphäre ist aber während der ersten zwei Drittel durchweg dicht, sofern man die beiden vorherigen Teile dieser „Trilogie“ kennt. Sollte man dies nicht tun, wird man Glass nur wenig abgewinnen können. Leider ist dieser Film gleichermaßen Abschluss und auch der schwächste Teil der Reihe. Der finanzielle Erfolg ist höchst wahrscheinlich nur seinem direkten Vorgänger zu verdanken, dem ich seinerzeit noch eine Bestwertung gegeben habe. Aber hier… naja. Für eine überdurchschnittliche Wertung reicht es noch… nur sollte man seine Erwartungen im Vorfeld nicht ganz so hoch schrauben. An diesem Punkt werden sich die Lager aber mal wieder spalten, wie es meistens bei Filmen von M. Night Shyamalan der Fall ist.

Wertung: 4 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / 4K UltraHD (Verleih & Verkauf)

Bisher nur die deutsche Kinofassung gesichtet…

Verleih: Universal Pictures

Verleihstart: 23.05.2019

Verkaufstart: 23.05.2019

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD High Resolution 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Italienisch DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD High Resolution 5.1)
• Ungarisch DD 5.1 (nur DVD)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Polnisch (nur DVD), Ungarisch (nur DVD)

Bildformat: 2,39 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung: 3840x2160p / 24Hz

Laufzeit: ca. 124 Min. (ca. 130 Min Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Alternativer Anfang (nur Blu-ray & 4K UltraHD)
• Zusätzliche Szenen (nur Blu-ray & 4K UltraHD)
• 11 Featurettes (nur Blu-ray & 4K UltraHD)
• Trailer

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