Review: Frankenstein’s Army

Frankenstein's Army - Blu-ray DVD Cover FSK 18

Kurzinhalt & Trailer:

Ostfront 1944: Ein Hilferuf hat die russischen Soldaten an diesen verdammten Ort geführt. Kameraden finden sie nicht, dafür Leichenteile und bizarre Skelette, halb Mensch, halb Maschine. Je weiter sie in das alte Gebäude vordringen, desto mehr packt die Männer eisige Furcht. Etwas Grauenvolles muss hier passiert sein. Und dann brechen sie über die kleine Gruppe herein – Dr. Frankensteins Superkrieger! Gestalten, denen man in seinen schlimmsten Alpträumen nicht begegnet. Nur ein vollkommen krankes Hirn kann diese Ungeheuer aus Menschenteilen und Mordmaschinen ersonnen haben. Ein schneller Tod wäre eine Erlösung aus dieser bluttriefenden Hölle, doch der wahnsinnige Doktor hat andere Pläne mit den Soldaten. Er braucht frisches Menschenmaterial für seine Kreaturen…

Originaltitel: Frankenstein’s Army

Jahr: 2013

Genre: Found Footage, Gore, Naziploitation

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: Richard Raaphorst

Drehbuch: Richard Raaphorst

Musik: Reyn Ouwehand

Produzenten: Todd Brown, Nick Jongerius, Daniel Koefoed, Greg Newman, Richard Raaphorst, Badie Ali, Hamza Ali, Malik B. Ali, Nate Bolotin, Nick Spicer, Aram Tertzakian

Darsteller: Robert Gwilym, Hon Ping Tang, Alexander Mercury, Luke Newberry, Joshua Sasse, Mark Stevenson, Andrei Zayats, Karel Roden, Klaus Lucas, Cristina Catalina, Jan de Lukowicz, Zdenek Barinka, Jan Mrkvicka, Linda Balabanova, Tereza Slavickova, Ivana Lokajová

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Blu-ray (deutsch)
Mit freundlicher Unterstützung von Ascot Elite

Der niederländische Regisseur Richard Raaphorst, der nach einigen Kurzfilmen hier mit seinem ersten ganz eigenen abendfüllenden Werk (Idee, Konzept, Drehbuch, Produzent, Creature-Design) debütiert, ist in der Horrorfilmindustrie kein unbeschriebenes Blatt. Hauptsächlich arbeitete er bisher aber im Art Department verschiedener recht bekannter Horrorfilme rund um die kultigen Produzenten Brian Yuzna (Beyond Re-Animator) und Julio und Carlos Fernández (REC-Reihe).
Vielleicht erinnert sich der Ein oder Andere von euch noch an diesen einen viralen Promo-Clip aus dem Jahr 2003 – Worst Case Scenario – von Brian Yuzna, der dazu dienen sollte einen super „edeltrashigen Zombiefilm“ zu produzieren. In diesem Clip stiegen fantastisch designte Nazi-Zombies während eines fiktiven Fußball-Weltmeisterschaft Finales zwischen Holland und Deutschland, in Holland, aus der Nordsee, um die deutsche Nationalmannschaft… nun ja, sagen wir mal zu unterschützen. Sehr aussagekräftig war der Clip zwar nicht, aber er sah super stylish aus und ich persönlich, auch wenn ich nicht so der Fußballfan bin, hatte mir einen derartig absurden Genre-Beitrag tatsächlich gewünscht, vor allem weil die Nazi-Zombies so außerordentlich cool aussahen.

Frankenstein's Army - Szenenbild

In Sachen ähnlichem Zombie-Design haben wir im Jahr 2013 einen solchen Film bekommen, der tatsächlich auch indirekt mit Brian Yuzna in Verbindung gebracht werden kann, der aber nicht an diesem Projekt beteiligt war.
Innovativ hierbei ist, dass sich die Darsteller innerhalb des Getümmels des zweiten Weltkriegs dabei selbst filmen, bzw. sie von einen Kameramann begleitet werden, der später selbst ein wichtiger Teil der Geschichte wird. Es handelt sich bei Frankenstein’s Army also um einen Found Footage-Film, der scheinbar mit einer ungewöhnlichen, super modernen Farbkamera mit integrierter Tonaufnahme auf Pseudo-16mm-Film gebannt wurde. Dabei entsteht natürlich der Eindruck, die Geschichte mehr oder minder lückenlos erzählt zu bekommen und sich mitten in der Gruppe ruppiger, russischer Soldaten zu befinden, die durch einen mysteriösen Hilferuf in eine Falle tappen. Eine Falle, die vom Enkel des legendären Doktor Frankenstein gestellt wurde, der frisches Fleisch für seine kranken Experimente für die Nazis benötigt. Dieser bastelt aus Leichenteilen mörderische Kreaturen, sogenannte „Zombots“, halb Mensch, halb Maschine…

Der Gore-Faktor ist enorm hoch und bei einem derartigen Nazi-Zombie-Frankenstein-Found-Footage-Trash ist dieser als Kritikpunkt, als durchaus positiver, absolut nicht zu vernachlässigen. Die Effekte sind alle handgemacht (Practical Effects) und wurden mit Hilfe von schnitt-technischen Kniffen wirkungsvoll ins Bewegtbildmaterial integriert, auch wenn sie teilweise wirklich übertrieben bzw. unrealistisch sind. Aber genau darum machen sie, auf sehr morbide Art und Weise, auch solch einen Heidenspaß!

Frankenstein's Army - Szenenbild

Technisch betrachtet ist der Found-Footage-Film bar jeder Referenz, da um der Authentizität willen allerhand Fehler eingebaut wurden, die einem regulären Film das Genick brechen würden. So verhält es sich natürlich auch hier.
Die Story ist nur Mittel zum Zweck. Es gibt auch keinen einzigen Charakter, der einem in der Rolle des Zuschauers auch nur ansatzweise sympathisch erscheinen würde. Alle Pro- und Antagonisten sind unnötig böse, aggressiv, psychisch gestört oder einfach nur strunzdumm. Erwähnenswert ist lediglich die Darstellung des Viktor Frankenstein, gespielt von Karel Roden (Hellboy, Running Scared), die deutliche Parallelen zu Brian Yuznas Re-Animator erkennen lässt, allerdings wurde Viktor Frankenstein viel extremer gezeichnet…
Ganz großes Kino sind hier vor allem die Kostüme der Zombots, deren Darstellung den Stuntleuten, wie im äußerst interessanten Making of zu sehen, wohl einiges abverlangt hat. Großes Lob geht dabei von meiner Seite aus auch an die Special-FX Artists, die diese Kunstwerke mit ziemlich eingeschränktem Budget nach den Vorlangen von Regisseur Richard Raaphorst in die Realität umgesetzt haben. Was mir in Sachen Special-FX allerdings sehr unangenehm aufgefallen ist, ist das Mündungsfeuer aus den Schusswaffen der Soldaten. Dies wirkt streckenweise echt billig, was womöglich am immer knapper werdenden Budget während der Postproduktion lag. Aber auch hier gilt, dass in Zeiten von After Effects & Co, man selbst schon oft von absoluten Amateuren deutlich bessere Schusseffekte in kleinen Internet-Clips präsentiert bekommen hat. Hierzu empfehle ich am Rande die YouTube-Videos der ‚Corridor Crew‘, die super viele interessante und lustige Beiträge zum Thema digitale Spezialeffekte (CGI) in Filmen online gestellt haben.

Frankenstein's Army - Szenenbild

Fazit:

Hier haben wir super gorigen Nazi-Zombie-Trash, mit wirklich krass-kreativen Kostümen und tollen, handgemachten Effekten. Die anfänglich leicht hinkende Story ist absolut vernachlässigbar, viel mehr ist die Absurdität die treibende Kraft von Frankenstein’s Army. ‚Naziploitation‘ holt mich in den meisten Fällen ab, egal wie dumm die Story ist. Eigentlich muss eine solche Story auch absolut dämlich und übertrieben sein, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Bei Videospielen ist es z.B. Wolfenstein, bei Filmen eben so etwas wie dieser Streifen hier. Man merkt zudem deutlich, dass enorm viel Herzblut der gesamten Filmcrew in diesem Projekt steckt…

Wertung: 4,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray (Verleih & Verkauf)

Die Farben des Films sind sehr blass und das Bild sehr hell, die Bildqualität ist generell aber ziemlich gut, vor allem für einen Found Footage Film. Die deutsche Synchronisation ist eher mäßig, der Surround Sound kommt aber aus allen Richtungen. Das fällt vor allem bei den Feuergefechten und innerhalb der Katakomben auf. Das halbstündige Making of auf den deutschen Veröffentlichungen ist sehr interessant!

Verleih: Ascot Elite

Verleihstart: 09.09.2013

Verkaufstart: 24.09.2013

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle / Steelbook (Blu-ray)

Discs enthalten: 1

Wendecover: Ja

Schuber: Ja (Pappe)

Ton:
• Deutsch: DD 5.1, DTS (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 1,78 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung:

Laufzeit: ca. 81 Min. (ca. 84 Min Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Making of
• Trailer

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