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Review: Terrifier 2

Terrifier - Poster FSK 18

Kurzinhalt:

Art der Clown wird von einer mysteriösen Macht zum Leben erweckt – und direkt darauf beginnt das Massaker. Beim Reinigen seines blutverschmierten Kostüms trifft er seine neue Begleitung, ein ebenso mysteriöses wie unheimliches bleiches Mädchen, ebenfalls als Clown verkleidet.

Ein Jahr später – Sienna und ihr Bruder Jonathan bereiten sich auf Halloween vor. Beide verarbeiten noch das Blutbad, das sich vor Jahresfrist in der Gegend ereignet hat. Jonathan scheint dabei wie besessen von dem verdächtigen Clown zu sein. Und tatsächlich stößt er in seiner Schule wie zufällig auf Art und das bleiche Mädchen. Auch Sienna macht Bekanntschaft mit dem Clown, der mit ihr seine Witzchen macht. Art scheint etwas von den Geschwistern zu wollen. Während er ihnen immer näherkommt, hinterlässt der sadistische Clown eine brutale Spur des Schreckens. Niemand ist vor ihm sicher. Nachdem Art Jonathan entführt hat, kommt es in einer heruntergekommenen Geisterbahn zum ultimativen Showdown.

Originaltitel: Terrifier 2

Jahr: 2022

Genre: Oldschool, Splatter, Gore

Kinostart: 08.12.2022

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: Damien Leone

Drehbuch: Damien Leone

Musik: Paul Wiley

Produzenten: Phil Falcone, Cairo Ben Amen II, Joshua Anderson, Steven Barton, Larry Bilello, Steven Caruso, Lisa Falcone, Hank Greenberg, Marcus J. McGill, Thomas Smith

Darsteller: David Howard Thornton, Lauren LaVera, Elliott Fullam, Jenna Kanell, Catherine Corcoran, Griffin Santopietro, Sarah Voigt, Kailey Hyman, Charlie McElveen, Samantha Scaffidi, Katie Maguire, Casey Hartnett, Felissa Rose, Chris Jericho, Amelie McLain, Nedim Jahic

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Presse-Stream (vimeo, 720p, deutsch)
Mit freundlicher Unterstützung von Tiberius Film

Der erste Terrifier aus dem Jahr 2016 basiert auf einem Kurzfilm des Special Effects Künstlers Damien Leone, der es Dank eines erfolgreichen Crowdfunding-Projekts auf eine abendfüllende Länge brachte und aufgrund einiger wirklich krasser Gore-Einlagen schnell zu einer Art filmischer Mutprobe, vor allem für ein etwas jüngeres Publikum der Generation Z avancierte. Dabei würde der alteingesessene Genre-Fan diesen kurzweiligen Slasher, der seine große Faszination eher aus seiner stummen Hauptfigur – Art the Clown – zieht, eher als Oldschool bezeichnen; besonders aus dem Grund, weil weitestgehend auf digitales Blutgespritze verzichtet wurde und von einer ausgeklügelten Story kaum der Rede wert sein kann.
Man fühlte sich wirklich an die guten alten Slasher in der Art von Freitag der 13., Sleepaway Camp oder A Nightmare on Elm Street erinnert, nur dass hier tatsächlich noch eine Schippe Brutalität drauf gesetzt wurde. Vor allem eine Szene, in der eine nackte Junge Frau – an den Füßen aufgehangen – langsam senkrecht in der Mitte zersägt wird, ist mir im Gedächtnis geblieben… was natürlich auch bedeutet, dass Terrifier für eine Heimkinoauswertung der Schere zum Opfer fiel (Finger weg von der FSK 16er Fassung), was auch der hier besprochenen Fortsetzung, nach dem limitierten deutschen Kinostart bevorsteht (schaut euch schon mal nach Importen mit deutscher Tonspur um, sofern benötigt).

Terrifier 2 - Szenenbild

Terrifier 2 setzt genau am Ende des ersten Teils an, beim ziemlich zu Tode geschundenen Bösewicht ‚Art the Clown‘ in einer Leichenhalle, der, aus welchen Gründen auch immer, wieder zum Leben erwacht. Dem diensthabenden Nachtwächter wird kurzerhand die Kehle raus gerissen, der daraufhin gurgelnd versucht am Festnetztelefon Hilfe zu rufen; was natürlich nicht gelingt.
Hier sind wir dann auch bei der Besonderheit des stummen Killers, denn Art lässt es noch lange nicht gut sein, nachdem er seine Opfer bereits tödlich verletzt hat; sondern quält sie weiter (indem er z.B. wortwörtlich Salz in die Wunden streut uvm.) und verspottet sie dabei pantomimisch, bis auch der letzte Hauch des Lebens aus ihnen entwichen ist. Dabei hält die Kamera stets – fast schon etwas zu bemüht – voll drauf!
Nach dem ersten Kill geht es dann aber erst einmal in einen Waschsalon, denn das markante schwarz/weiße Kostüm muss von einigen aufgesaugten Litern rotem Lebenssaft befreit werden. Dort noch den einen oder anderen treffsicheren Hieb unter den Kunden gesetzt, ward der nun wieder saubere Art – mit seinem Müllsack voller Mordinstrumente – bis zum nächsten Halloween nicht mehr gesehen…

Terrifier 2 - Szenenbild

Wohingegen im ersten Teil eine Story kaum existent war, versucht Terrifier 2 ein Mysterium und eine Lore um Art the Clown zu etablieren, wobei hierfür allerdings meistens nur irgendwelche abgedroschenen Schlagworte und Prophezeiungen in den Raum geschmissen werden. Das Ganze hat irgendwas mit dem Vater der Protagonistin, einem stillgelegten Jahrmarkt, einem dort ermordeten Mädchen, Halloween und der Hölle zu tun, nur erfährt man als Zuschauer nicht genau was. Man kann höchstens Dinge erahnen und darauf hoffen, im dritten Teil besser aufgeklärt zu werden. Ja hoffen, denn mir hat durchaus gefallen was hier angedeutet bzw. vorbereitet wird, auch wenn es sich keinesfalls um geniale Expositionen und Plot-Twists handelt. Meist muss man das was passiert einfach hinnehmen, denn Terrifier ist und bleibt simple Unterhaltung, ohne großartige Logik und Verstand, und will lediglich krasse, fast schon Phantomschmerz erzeugende Kills zeigen, die in einer, mal mehr mal weniger fluiden Rahmenhandlung verpackt sind. Dabei können sogar die meisten Schauspieler überzeugen, die ansonsten in durchaus schön ausgeleuchteten Sets panisch kreischend, auf Blutlachen ausrutschend, vor dem wirklich creepigen Killer (fast schon eine künstlerisch anspruchsvolle Figur) fliehen.

Terrifier 2 - Szenenbild

Terrifier 2 standen gerade einmal 250.000 Dollar an Produktionskosten zur Verfügung und hat bereits am Startwochenende (kurz vor Halloween 2022) in den USA und England über 11 Millionen Dollar eingespielt, was natürlich ein großer Erfolg ist. Ironischerweise wurde der Film sogar als Kandidat für die besten Spezialeffekte für den Oscar 2023 eingereicht, den ich ihm tatsächlich ernsthaft gönnen würde. Dieser geht aber mit ziemlicher Gewissheit an Avatar 2
Etwas anstrengend ist die sehr lange Laufzeit von ca. 138 Minuten. Man hätte sich einige Sequenzen sparen können; allen voran eine sehr lange Partyszene in einer Disco, mit eindeutig zu ausgedehnten Teenie-Dialogen, welche die „Story“ in keinster Weise voran bringen. Insgesamt kann man locker mindestens 30 Minuten recht unrelevanter Dialoge aus Terrifier 2 entfernen, ohne das es jemandem unangenehm auffallen würde… was aber absolut nicht heißt, dass der Film (auf sein Genre und seine Ambitionen bezogen) schlecht, oder gar langweilig ist!

Fazit:

Ich habe Terrifier 2 lediglich als 720p Presse-Stream gesichtet, finde es aber schön, dass solch einem Film eine deutsche Kinoauswertung ermöglicht wurde. Insgesamt ist Terrifier 2 deutlich zu lang, aber die Figur ‚Art the Clown‘ und die äußerst blutrünstigen, handgemachten Effekte; nebst charmanten Darstellern, authentischem Halloween-Look und allgemein guten Bildkompositionen; wiegen diese kleine „Schwäche“ wieder auf. Ich habe gern gesehen, was mir hier präsentiert wurde, auch wenn es größtenteils offensichtlicher Schwachsinn ist (darum unterhaltsam), und freue mich um so mehr auf den dritten Teil.
Die hammerharten Effekte sind teilweise so ekelhaft, dass man schon wieder herzhaft drüber lachen kann. Dabei kommt es natürlich drauf an, wie vertraut man mit dem Thema Horror, Splatter, Gore und Slasher ist. Wenn man bisher noch so gut wie keine Berührungspunkte mit derartigen Filmen hatte, dann sollte man sich doppelt und dreifach überlegen, ob man diesem gelungenen Herzensprojekt von Special Effects Artist Damien Leone eine Chance gibt. Selbst ich als bekennender Gorehound war (angenehm) überrascht von dem, was mir hier in der ungeschnittenen Fassung geboten wurde… Ein echtes Gorelebnis!

5,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray

Verleih: Tiberius Film

Verleihstart: 02.03.2023 (VoD, geschnittene Fassung)

Verkaufstart: 06.04.2023 (DVD, Blu-ray, geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle / Unbekannt

Discs enthalten: Unbekannt

Wendecover: Unbekannt

Schuber: Unbekannt

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Unbekannt

Bildformat: 1,78 : 1

Blu-ray & VoD Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung:

Laufzeit 25Hz: Unbekannt (DVD)

Laufzeit 24Hz: ca. 138 Min. (Kino, ungeschnittene Fassung), ca. 135 Min. (Blu-ray, VoD)

Uncut:

Extras:
• Unbekannt
• Trailer


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