Review: Annabelle

Annabelle - Blu-ray DVD Cover FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

Vor Conjuring: Die Heimsuchung war ‚Annabelle‘! Das Spin-off zum erfolgreichen Schocker erzählt die Vorgeschichte der Horror-Puppe, die schon in Conjuring das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Die Puppe verfügt über unheimliche Mächte und existiert auch in Wahrheit. Sie wird in einem Museum des Okkulten in Connecticut unter Verschluss gehalten – ihr einziger Besucher ist ein Geistlicher, der sie alle zwei Wochen segnet. Vergebens… in Annabelle entwickelt die Puppe ein brutales Eigenleben.

Originaltitel: Annabelle

Jahr: 2014

Genre: Horror, Suspense, Puppenhorror

Kinostart: 09.10.2014

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: John R. Leonetti

Drehbuch: Gary Dauberman

Produzenten: Peter Safran, James Wan, Richard Brener, Walter Hamada, Steven Mnuchin, Dave Neustadter, Hans Ritter

Darsteller: Annabelle Wallis, Ward Horton, Tony Amendola, Alfre Woodard, Kerry O’Malley, Brian Howe, Eric Ladin, Ivar Brogger, Geoff Wehner, Gabriel Bateman, Shiloh Nelson, Sasha Sheldon, Camden Singer, Robin Pearson Rose, Keira Daniels

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche Blu-ray

Die dämonische Puppe ‚Annabelle‘ trat, wie viele von euch wissen, das erste mal in James Wans (SAW, Aquaman) Conjuring: Die Heimsuchung in Erscheinung und hat sich zu einem regelrechten Fan-Liebling entwickelt, und bisher eine Hand voll eigener Filme spendiert bekommen.
Das Problem, welches ich mit diesem ersten Spin-off (und gleichermaßen Prequel) der Conjuring-Filme habe ist, dass es im Großen und Ganzen sehr uninspiriert wirkt: Die Kameraführung ist viel zu statisch, Grusel- oder Schockeffekte sind bis kurz vor Schluss wirklich rar gesät, die Bildkompositionen und Sets wirken viel zu steril und die gezeigten Schauspieler sind absolut amerikanische Standard-Mimen, welche mal wieder die „ach so gebeutelte, amerikanische, obere Mittelschicht“ zumindest solide verkörpern. Der ganze Film wirkt von Anfang bis Ende leider absolut nicht wie für’s Kino produziert und es scheint so, als ob die Produzenten einfach nur schnell, auf Grund der hohen Nachfrage, irgendein in drei Wochen komplett abgedrehtes Filmchen, mit den nächst besten Schauspielern vor der Kamera, der breiten Masse vorgeworfen haben, weil das Franchise gerade so gut läuft… und der Hype ist bis heute (2019) ja noch nicht wirklich abgeebbt…

Annabelle - Szenenbild

Versteht mich bitte nicht falsch; als Direct to Disc-Produktion wäre mir Annabelle womöglich deutlich wertiger erschienen, als Kinofilm ist er aber in den aller meisten, objektiv zu bewertenden Punkten eher im Bodensatz einzuordnen. Allerdings finde ich die Ambitionen der Produzenten hinter diesem Franchise nicht verkehrt, mit derartigen Filmen verhältnismäßig viel Geld zu verdienen, um damit später eventuell hochwertigere Genre-Beiträge zu finanzieren. Und im Fall von Annabelle wurde beim späteren Pre-Prequel – Annabelle: Creation – die allgemeine Qualität (Set, Kamera, Beleuchtung, Schauspiel, Musik) und die Schock-Dichte deutlich, und auch leicht die Blutrünstigkeit gesteigert.
Natürlich hat Annabelle auch dazu beitragen eine Art „Conjuring-Geisterversum“ zu kreieren und zu etablieren, ähnlich dem des MCU, in dem verschiedene Figuren aus den anderen Filmen in sogenannten Cameo-Auftritten immer mal wieder vorkommen und dadurch alle Filme der Reihe (vor allem die Conjuring-Filme als Anker) ein versatzmäßiges Gesamtwerk darstellen…

Annabelle - Szenenbild

Zur Story gibt es nicht wirklich viel zu sagen: Kultisten dringen in das Haus einer jungen Familie ein und wollen alle umbringen; doch die Polizei ist schneller und erschießt die Amokläufer, bevor sie ihr Vorhaben vollenden können. Eine Kultistin mit dem Namen Annabelle blutet auf eine hässliche Puppe und prompt ist ein Dämon an diese gebunden, welcher der jungen Familie später ordentlich die Hölle heiß machen wird…

Wie schon erwähnt, sind die Schock-Effekte recht überschaubar und meistens sieht man während der „gruseligeren“ Passagen lediglich die Puppe in recht langen Close-ups und wartet krampfhaft darauf, dass sich im Bild irgendwas bewegt. Wir haben hier also einen Geister-/Dämonenhorrorfilm mit einem enormen Suspense-Anteil, gegen Ende wird dann aber das Tempo noch etwas angezogen… bis die Puppe fliegt!

Ein großes Problem, welches ich mit derartigen Horrorfilmen (vor allem im Heimkino) habe ist, dass die Jumpscares sich lediglich über ihre Lautstärke definieren… was die Nachbarn nächtens ziemlich nervt!

Annabelle - Szenenbild

Fazit:

Für den schnellen Gruseler zwischendurch, wenn man sich leicht erschrickt, ist dieser Puppenhorror durchaus geeignet. Insgesamt haben wir hier aber einfach nur 0815-Standard-Horrorkost, die man zwar gucken kann, aber nicht unbedingt muss; außer man steht auf das Conjuring-Franchise und die damit verbundenen Überschneidungen dieses Geisterversums… ich bereue also nicht Annabelle angeschaut zu haben, bin aber sehr froh, dies damals nicht im Kino getan zu haben, denn in allen Belangen ist die Qualität dieses Films höchstens mäßig (Bild, Ton, Szenenbild, Effekte, Synchro). Und was soll das eigentlich mit der blöden Nähmaschine (im Trailer zu sehen)!? – Das hat doch einfach mal gar nichts mit der Story zu tun und streckt die ohnehin überschaubare Laufzeit nur unnütz! Wahrscheinlich hat einer der Produzenten einen Nähmaschinen-Fetisch, oder so…

Der zweite Teil – Annabelle: Creation – ist deutlich besser; um ihn allerdings komplett zu verstehen, muss man dieses erste Conjuring-Prequel vorher gesehen haben… dazu dann mehr im entsprechenden Review!

Eure persönliche Meinung zu Annabelle gerne in die Kommentare (müssen wegen akutem „Viagra-Spam“ manuell freigeschaltet werden)!

Wertung: 3 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray (Verleih & Verkauf)

Extras: Check!
Bildqualität: Geht in Ordnung
Tonqualität: Sehr laut bei Jumpscares, die deutsche Synchro ist eher mäßig…

Verleih: Warner Bros.

Verleihstart: 19.02.2015

Verkaufstart: 19.02.2015

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DD 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1) + Hörfilmfassung
• Französisch DD 5.1
• Italienisch DD 5.1
• Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Norwegisch, Isländisch, Französisch (Blu-ray), Niederländisch (Blu-ray)

Bildformat: 2,40 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 95 Min. (ca. 99 Min Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• 4 Featurettes
• 8 geschnittene Szenen (nur Blu-ray)
• Trailer

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