Review: Wahrheit oder Pflicht

Wahrheit oder Pflicht - Blu-ray DVD Cover FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

Die kalifornische College-Studentin Olivia lässt sich nur ungern von ihrer besten Freundin Markie überzeugen, den letzten Spring Break vor ihrem Abschluss in Mexiko zu verbringen. Dort angekommen, sind ihre Bedenken aber schnell vergessen und sie feiert ausgelassen mit ihren Freunden. Während einer Partynacht lernt sie den charmanten Carter kennen, der die Gruppe zu einer geheimnisvollen Höhle führt und sie überredet, das Partyspiel „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen. Die erst lustige Stimmung schlägt schnell um, als Carter anfängt, von einem Fluch zu erzählen.
Zurück in Kalifornien hat Olivia den Vorfall schon fast vergessen, als sie unheimliche Botschaften erreichen, die sie auffordern, zwischen Wahrheit oder Pflicht zu wählen. Anfangs hofft sie noch, dass sie sich alles nur einbildet, doch dann erkennt sie, dass sie die Regeln befolgen muss, um zu überleben.
„Wahrheit oder Pflicht“ wird zur unentrinnbaren Realität: Wer nicht die Wahrheit sagt oder eine Mutprobe verweigert, stirbt eines brutalen Todes. Der einzige Ausweg: Die Freunde müssen zusammenhalten und herausfinden, was vor langer Zeit in der Höhle in Mexiko geschah. Der Kampf ums Überleben beginnt…

Originaltitel: Truth or Dare

Jahr: 2018

Genre: Teeniehorror, Dämonen, Mystery

Kinostart: 10.05.2018

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: Jeff Wadlow

Drehbuch: Michael Reisz, Jillian Jacobs, Christopher Roach, Jeff Wadlow

Produzenten: Jason Blum, Christopher Roach, Couper Samuelson, Jeanette Volturno, Jeff Wadlow

Darsteller: Lucy Hale, Tyler Posey, Violett Beane, Hayden Szeto, Sophia Ali, Nolan Gerard Funk, Landon Liboiron, Sam Lerner, Tom Choi, Aurora Perrineau, Gregg Daniel, Brady Smith, Vera Taylor, Ezmie Garcia, Andrew Howard

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche Presse-Blu-ray
Mit freundlicher Unterstützung von Universal Pictures

Dem Trailer nach zu urteilen hat mich Wahrheit oder Pflicht nicht wirklich gereizt und somit bin ich damals auch nicht ins Kino gegangen. Jetzt, zum Heimkino-Release, bestätigt sich meine Skepsis, dass sich ein Kinobesuch für mich kaum gelohnt hätte; was aber nicht bedeutet dieser Horrorfilm sei schlecht! Tatsächlich hat er mir insgesamt recht gut gefallen, trotz eines Metascores von um die 35% bei Metacritics und lediglich 50% in der IMDb… Dass Horror grundsätzlich etwas schlechter bei solchen „Durchschnittsberechnungen“ wegkommt, ist mir absolut klar, denn Horror ist nicht jedermanns Sache, und dass mir Wahrheit oder Pflicht gut gefallen hat, ist eigentlich eher eine subjektive Meinung, denn offensichtlich wurden hier zudem verdammt viele starke Elemente aus anderen Teeniehorror-Streifen geklaut und neu zusammengesetzt… Dieser Genre-Beitrag fühlt sich also absolut nicht wie frischer Wind im Genre an, eher das Gegenteil ist der Fall. Manchmal reicht es aber auch einfach nur grundsolide Hausmannskost vorgesetzt zu bekommen.

Wahrheit oder Pflicht - Szenenbild

Die Erzählstruktur wirkt leider sehr altbacken und vorhersehbar, obwohl der Story ein paar Final Destination-artige Momente hinzugefügt wurden, und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass verdammt viel aus einem der besten Horrorfilme der 2010er (so viel kann man 2018 schon sagen) – It Follows – übernommen wurde.
Letzteres bezieht sich zum Glück auch auf die technische Qualität, denn Wahrheit oder Pflicht macht optisch einiges her. Es handelt sich hierbei um einen echten Hochglanz-Teeniehorrorfilm, mit sehr authentischen Sets und wirklich toller Kameraführung. Hinzu kommt, dass einige der vom Dämon aufgetragenen „Pflichten“ wirklich kreativ und auf makabere Art und Weise sehr unterhaltsam sind – ich erwähnte ja Final Destination. Diesbezüglich würde ich gerne eine Szene anführen, bei der eines der Mädels – Penelope (Sophia AliGrey’s Anatomy) stockbesoffen auf dem Rand eines Häuserdaches balancieren muss und dabei eine Vodka-Flasche austrinken soll; wohingegen es auch stereotypische Pflichten gibt, die dann eher verlangen „schlafe mit dem Freund deiner besten Freundin, um sie ordentlich eifersüchtig zu machen“. Wir haben hier also auch das Klischee behaftete Liebesdrama, das von Anfang an sehr konstruiert wirkt, um eine gewisse Dynamik in die Story zu bringen, das es dann aber auch tatsächlich schafft ein paar überraschende Wendungen mit einzuflechten.

Wahrheit oder Pflicht - Szenenbild

Erneut trifft es in einem derartigen Horrorfilm die weiße Oberschicht, also Kids reicher Eltern in einem schicken Studentenwohnheim. Der sogenannte „Quoten Schwarze“ musste hier einem homosexuellen Asiaten (Hayden Szeto) weichen, der panische Angst davor hat sich gegenüber seinem Vaters zu outen. Er ist eine der interessantesten Figuren, alle weiteren Charaktere wurden leider sehr blass gezeichnet. Um die wichtigsten zu nennen sind da z.B. die sozial engagierte Olivia (Lucy HalePretty Little Liars, Scre4m), deren eigenes Wohl stets unter dem anderer steht, ihr heimlicher Schwarm Lucas (Tyler PoseyTeen Wolf, Scary Movie 5), ihre beste Freundin Markie (Violett BeaneThe Flash), deren Vater einst Selbstmord beging, worunter sie immer noch leidet, und der ehrgeizige Medizinstudent Tyson (Nolan Gerard FunkArrow), der mit einem geklauten Rezept-Block aus der Praxis seines Vaters gefälschte Rezepte an andere Studenten verkauft. Viel mehr erfährt man auch im Verlauf nicht über die Protagonisten.
Tatsächlich bietet Wahrheit oder Pflich einen vorzeigbaren Cast, denn fast jeder der Schauspieler konnte vorher schon einiges an Erfahrung im Filmgeschäft sammeln und ist dem einen oder anderen Zuschauer wohl bekannt.

Wahrheit oder Pflicht - Szenenbild

Witzig fand ich vor allem, dass Olivia im Film sagt, die Fratzen würden aussehen wie billige Snapchat-Filter. Selbiges dachte ich bereits, wie wohl viele andere von euch auch, nach der ersten Sichtung des Trailers. In dieser Hinsicht nimmt sich Wahrheit oder Pflicht also selbst nicht besonders ernst.
Wirklich gut gefiel mir das Productplacement, denn die Protagonisten benutzen wirklich YouTube, Google, Facebook, WhatsApp & Co, und keine billig gefakten, nur für den Film konstruierten Pseudo-Websites. Das bringt irgendwie eine gewisse Art von nachvollziehbarem Realismus mit sich…

Fazit:

Wahrheit oder Pflicht ist definitiv kein Griff ins Klo, aber auch nichts Besonders. Vieles wirkt aus anderen Genre-Beiträgen abgekupfert, die einzelnen Elemente wurden aber gekonnt neu zusammen gepuzzelt und interessant ineinander verflochten. Optisch ist dieser Teeniehorror-Streifen wirklich ein Genuss, die Charaktere wurden aber leider sehr blass gezeichnet, was sie eher zu Kanonenfutter macht, als dass man mit ihnen mitfiebert.
Insgesamt wurde ich recht gut unterhalten, weshalb ich abschließend sagen würde, dass man sich Wahrheit oder Pflicht durchaus mal im Heimkino geben kann.

Wertung: 4 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray (Verleih & Verkauf)

An der Bild- und Tonqualität der deutschen Veröffentlichungen gibt es so gut wie nichts auszusetzen. Das Bild ist richtig schön scharf und die Kontraste sind absolut knackig.
Universal Pictures benutzt seit einiger Zeit als Tonspur dieses DTS Digital Surround 5.1, was zumindest in meiner Anlange nicht so gut rüber kommt wie das klassische DTS-HD Master Audio 5.1. Ich bin kein Fachmann, aber die letzten Veröffentlichungen das Publishers boten über meine Anlage keinen Ton aus allen Richtungen… was etwas schade ist. Trotzdem ist der Sound natürlich satt und gut.

Verleih: Universal Pictures

Verleihstart: 13.09.2018

Verkaufstart: 13.09.2018

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Nein

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS Digital Surround 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Spanisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS Digital Surround 5.1)
• Portugiesisch: DTS Digital Surround 5.1 (nur Blu-ray)
• Thailändisch: DTS Digital Surround 5.1 (nur Blu-ray)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch, Kroatisch, Griechisch, Indisch, Isländisch, Slowenisch (nur DVD), Portugiesisch (nur Blu-ray), Thailändisch (nur Blu-ray), Dänisch (nur Blu-ray), Finnisch (nur Blu-ray), Norwegisch (nur Blu-ray), Schwedisch (nur Blu-ray), Mandarin (nur Blu-ray), Koreanisch (nur Blu-ray)

Bildformat: 2,39 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 96 Min. (ca. 100 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Featurette: Making of
• Featurette: Inszenierung der Tode
• Audiokommentar
• Trailer

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