Preview: SuperGrid

SuperGrid - DVD Blu-ray Cover FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

In naher Zukunft hat das Virus „The Black Lung“ einen Großteil der Menschheit ausgelöscht. Das Konglomerat Sino-Gazam beherrscht die Städte. Alles außerhalb der Stadtmauern ist „The Grid“, ein gesetzloses Ödland, das schwer bewaffnete Banden im Griff haben. Die Brüder Deke und Jesse sind die besten Schmuggler des ganzen Landes. Der Gangster Lazlo beauftragt die beiden für einen letzten Schmuggel, direkt durch „The Grid“.

Originaltitel: SuperGrid
Jahr: 2018

Genre: Endzeit, Action, Roadmovie

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: Kanada

Regie: Lowell Dean

Drehbuch: T.R. McCauley, Justin Ludwig

Musik:

Produzenten: Trinni Franke, Hugh Patterson, Trevor Corrigan, James Fler, Andrea Hoffman, Andrew Thomas Hunt, Michael Paszt

Darsteller: Leo Fafard, Marshall Williams, Natalie Krill, Jay Reso, Amy Matysio, Jonathan Cherry, Tinsel Korey, Fei Ren, Daniel Maslany, Sheldon Bergstrom, Josh Strait, Ryland Alexander, Laura Abramsen, Brian Dueck, Jason Truong

Kritik:

Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Presse-Stream (deutsch)
Mit freundlicher Unterstützung von Tiberius Film

Mit großen Erwartungen darf man an diesen trashigen, Grindhouse-artigen Endzeitfilm vom Regisseur von Wolfcop, mit dem Hauptdarsteller von Wolfcop, nicht ran gehen. Für Endzeit braucht es entweder sehr viel Kreativität und entsprechende Locations für den Dreh, oder ein großes Budget, um sich entsprechend glaubwürdige Locations zu bauen. Ich habe zwar schon weitaus schlechter produzierte Filme dieses Genres gesehen, aber irgendwie gab es hier beides nicht (Kreativität und Budget).
So cruisen die beiden Brüder Deke (Marshall Williams) und Jesse (Leo Fafard) mit ihrem aufgemotzten Geländewagen, auf Grund einer sogenannten „Fetch Quest“ (gehe dorthin und hole irgendetwas – bekannt durch Videospiele mit einer offenen Welt) über ein paar Landstraßen und werden ab und zu durch die eine oder andere Banditen-Barrikade aufgehalten, bei denen es sich augenscheinlich um irgendwelche random Autofriedhöfe handelt, die kurzerhand mal zweckmäßig für den Film leicht umgebaut wurden. Zudem gibt es eine Art Hub (auch aus der Computerspiel-Sprache), also eine Art Basislager im Ödland, zu dem sich die beiden Helden zurückziehen und entspannen können.
Warum dieses Review bisher eher in Videospiel-Sprache ist? – Nun, besagtes Basislager (Black Lake) besteht aus ca. drei Häusern, in denen aber anscheinend hunderte von Indianern leben, die drei kleine Blumenkübel beackern, um Nahrungsmittel und Medikamente (mit Pilzen) zu produzieren. Und diese Statisten stehen wirklich scheinbar 24/7 um diese Blumenkübel und zupfen und bewässern die Stecklinge nonstop, mal hier und mal da. Das erinnert doch stark an viele ältere Videospiele…

So viel zum nicht wirklich vorhanden Budget und der Ermangelung wirklich guter Settings. Auch die Story hat diverse Schwächen, angefangen natürlich bei der nicht vorhandenen „Lore“. Es fehlt absolut an Hintergrundwissen bzw. einem überzeugenden Regelwerk bezüglich dieser Endzeit.

SuperGrid - Szenenbild

Am Anfang hustet Protagonist Deke noch kräftig Blut, weil er an dieser schlimmen Lungenkrankheit erkrankt ist, die womöglich den aller meisten Menschen das Leben gekostet hat. Dieser wird in einer Bar von einem Typen verdroschen, der ihn zu einem „allerletzten Job“ nötigt. Später stellt sich dann heraus, dass dieser Barschläger irgendwie der König in der Gegend, bzw. der Anführer des Konglomerats ‚Sino-Gazam‘ ist (eine kriminelle Vereinigung). Ein Bar-Bully mit Macht und Menpower, der irgendwas gegen Deke in der Hand hat. Mehr erfährt man nicht… Später ist von Dekes Lungenkrankheit nichts mehr zu bemerken. Ähnlich schludrig wird auch die tragische Hintergrundgeschichte um Dekes und Jesses ermordete Schwester abgehandelt… but no Spoiler, please!
Als Deke seinen älteren Bruder letztendlich überzeugt hat, ihm ein letztes Mal bei diesem Job zu helfen, geraten sie natürlich recht schnell in die erste Falle einiger Outback-Banditen, was aber nicht weiter tragisch ist, weil es ja noch einen sogenannten „Overwatch“ gibt, der die beiden Protagonisten verfolgt und ihnen Deckung gibt. Warum schickt man dann nicht einfach gleich dieses super sneakige „Overwatch-Sniper-Team“ los, den Auftrag zu erledigen – oder der bereits erwähnte Bandenboss nicht einfach seinen eigenen Trupp!? – Solche Willkürlichkeiten ziehen sich durch den ganzen Streifen, von dem ich stark vermute, dass er im Grunde nicht gewollt so trashig ist, wie er sich letztendlich präsentiert; aber dann sind auch noch die Dialoge teilweise unterirdisch schlecht: Da trifft z.B. eine Dame den hübschen Deke wieder, den sie zuletzt gesehen hat, als er noch ein kleiner Bub war, und was sagt man dann? – Natürlich: „Du bist aber groß geworden. Ich würde dich ficken. Jetzt!“ – und Deke dreht sich um, steigt ins Auto und fährt weg… ja, hmmm… dachte ich dann halt auch…

SuperGrid - Szenenbild

So negativ ich hier auch berichte, habe ich dennoch einen gewissen Charme bei der Sichtung verspürt. Wenn man affin mit den Filmen aus dem Hause von z.B. The Asylum ist, dann kann man hier relativ gut sein Gehirn ausschalten und sich berieseln lassen. Mit ein paar Bier geht letztendlich eh alles relativ gut runter. Nett fand ich auch die manchmal schön „spritzigen“ Einschläge von Projektilen in menschliche Körper, auch wenn teilweise eher mäßig mit dem Computer animiert. Hauptsache es suppt gut! Und die Kostüme, wenn auch manchmal sehr simpel (Beutel über den Kopf), gehen für mich absolut in Ordnung. Diesbezüglich haben mich aber die bleich gewichsten Zähne des WWE-Wrestlers ‚Christian‘ (spielt einen Banditen) gestört, was in Bezug auf diesen sehr trashigen Streifens aber Kritik auf höchstem Niveau ist. Schade ist auch, dass die Fahrzeuge für einen Endzeitfilm sehr langweilig wirken. Hauptsächlich sieht man nur den Geländewagen der beiden Brüder, an den lediglich ein paar Blechplatten gelötet wurden. Zumindest in diesen einen Wagen, der durch eine spezielle „Torium Zelle“ angetrieben wird und der scheinbar etwas ganz besonderes (nur nicht besonders gut gepanzert) ist, hätte man vielleicht ein bisschen mehr Zeit in der Vorproduktion von SuperGrid investieren sollen…

SuperGrid - Szenenbild

Fazit:

Ich gebe es ungern zu, aber SuperGrid hat mir tatsächlich ein bisschen kurzweiligen Spaß bereitet. Objektiv gesehen ist dieser ziemlich billig produzierte und absolut schlecht synchronisierte Endzeiter aber hirnloser Schrott, der ingesamt am ehesten einer sogenannten Fetch-Quest, mit ein paar zusätzlichen Hindernissen, eines Videospiels erinnert. Man erfährt so gut wie gar nichts über die zerstörte Welt, außer das Kanada von Kannibalen bevölkert ist, und wirklich alles passiert viel zu willkürlich. Man hat sich absolut keine Gedanken gemacht, die Grundidee der Story noch etwas zu verfeinern. Tatsächlich wird vieles im Verlauf auch noch relativiert, wie dass man z.B. etwas mehr hätte mit Dekes Lungenkrankheit spielen können; evtl. während die Brüder ein feindliches Lager infiltrieren. Auf Grund der Vernachlässigung solcher Ideen kommt leider zu keiner Zeit auch nur ansatzweise Spannung auf. Schon alleine die Tatsache, dass man den Bösewicht einfach mit einem gezielten Schuss des irgendwie unnötigen Overwatch-Teams hätte abknallen können, um sich einiges Melodrama zu ersparen, spricht Bände für die Logik und Qualität der Story.

Wertung: 2,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray

Da ich den Film als Presse-Stream gesichtet habe, kann ich keine Angaben über die Bildqualität der deutschen Heimkinoveröffentlichungen machen. Die Synchronisation ist auf jeden Fall Porno, im wortwörtlichen Sinne (ziemlich schlecht)!

Verleih: Tiberius Film

Verleihstart: 20.02.2020 (VoD)

Verkaufstart: 05.03.2020

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Unbekannt

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1, DTS (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung:

Laufzeit: ca. 77 Min. (Blu-ray ca. 80 Min.)

Uncut: Ja

Extras:
• Trailer

 


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