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Review: Prey (Predator 5)

Prey / Predator 5 - Poster FSK 16

Kurzinhalt:

Vor ungefähr 300 Jahren wuchs die junge Comanchin Naru im Schatten einiger der legendärsten Jäger der amerikanischen ‚Northern Great Plains‘ auf. Als ihr Lager bedroht wird, macht sie sich auf den Weg, ihr Volk zu beschützen. Die Bedrohung, mit der Naru konfrontiert wird, entpuppt sich als ein hochentwickeltes außerirdisches „Raubtier“, ausgerüstet mit einem technischen Arsenal unvorstellbaren Ausmaßes…

Originaltitel: Prey

Jahr: 2022

Genre: Survival, SciFi-Horror, Action

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – Disney+

Produktionsland: USA

Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Patrick Aison

Musik: Sarah Schachner

Produzenten: John Davis, Marty P. Ewing, John Fox, Jhane Myers, Lawrence Gordon, Ben Rosenblatt, Marc Toberoff

Darsteller: Amber Midthunder, Dane DiLiegro, Harlan Blayne Kytwayhat, Dakota Beavers, Geronimo Vela, Stefany Mathias, Stormee Kipp, Mike Paterson, Julian Black Antelope, Nelson Leis, Troy Mundle

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Presse-Stream (Debut Disney, OmU, 1080p)
Mit freundlicher Unterstützung von Disney+

Zuallererst möchte ich erwähnen, dass ich den ‚Predator‘ als Filmfigur regelrecht abfeiere, was den meisten von euch so gehen dürfte. Die bisherigen Alien-Crossover in Filmform (Alien vs. Predator) empfand ich entgegen der Comicvorlagen (bis hin zu Alien vs. Predator vs. Terminator und Batman vs. Predator) eher schlecht als recht und auch die originale Filmreihe, welche über die Jahrzehnte eher stiefkindlich vom einstmaligen Rechteinhaber 20th Century Fox behandelt wurde, schwächelt zwischendurch natürlich ein wenig. Zuletzt war Predator: Upgrade (Teil 4) eine ziemliche Enttäuschung und bereits der zweite Teil aus dem Jahr 1990 war ehrlich gesagt auch nie so meins. Der ursprüngliche Predator von 1987 (mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle) ist allerdings auch heute noch ein zeitloses Scifi-Action-Survivalhorror-Brett und auch der von Robert Rodriguez produzierte Predators (2010) hat es im Steelbook in meine Heimkinosammlung geschafft.
Warum haben es mir gerade Predator und Predators (Teil 3) so angetan? – Tatsächlich weil sie so simpel gestrickt wurden, dabei aber sehr effektiv und brutal direkt sind. Man muss dem Franchise nicht unbedingt einen tieferen Sinn geben; was die filmischen Crossover, sowie die Teile 2 und 4 leider etwas zu krampfhaft versucht haben. Der Titel bedeutet ganz einfach „Raubtier“ und ein solches macht einfach nur Jagd auf seine Beute. Der Titel verspricht also schon – überspitzt ausgedrückt – keine tiefgründige Science-Fiction à la Star Trek und auch kein Drama à la Schindlers Liste. Es geht lediglich um eine Jagd aus der Sicht des Gejagten und nichts anderes! – Darum war ich auch sehr schnell absolut konform mit der Werbekampagne des hier besprochenen Prequels, welches sich offensichtlich wieder back to the roots orientiert: Ein außerirdischer ‚Predator‘ jagt in einer ihm fremden Wildnis nach Trophäen und scheucht dabei ein paar amerikanische Ureinwohner und Pelzhändler auf, die natürlich nicht freiwillig auf Schlachtbank klettern. Für genug Kanonenfutter ist also schon mal gesorgt…!

Prey / Predator 5 - Szenenbild

Die Story ist zum Glück mal wieder recht simpel. In ihrem Mittelpunkt befindet sich die junge Comanchin Naru (Amber MidthunderRoswell, New Mexico), deren Stamm im Herbst des Jahres 1719 von einem Berglöwen bedroht wird. Naru ist natürlich etwas anders als die anderen Mädchen im Lager, denn sie will unbedingt Jägerin werden. Das bringt ihr natürlich einiges an Spott der männlichen Konkurrenz ein, denn die Stellung der Frau dürfte damals bei den Comanchen relativ klar definiert gewesen sein. Als die „Herren der Schöpfung“ sich dann auf die Jagd nach besagtem Berglöwen machen, verfolgt Naru die Gruppe heimlich und erkennt schnell, dass die Spuren auf keinen Fall auf einen Berglöwen zurückzuführen sind.
Nach und nach wird die Gruppe junger Jäger ausgedünnt – und machen wir uns nichts vor, hier steht einfach nur die Action im Vordergrund! Prey ist eine klassische und zudem sehr blutrünstige Held*innenreise einer jungen amerikanischen Ureinwohnerin, deren Physis von Anfang an so dargestellt wird, dass sie sich bereits ihr Leben lang im Patriarchat behaupten musste und durchaus gelernt hat zu kämpfen…
Viele Kritiker haben auf Grund des Trailers bereits im Vorfeld bemängelt, dass Naru eher eine Opferrolle sei, die mehr Glück als Verstand habe. Das muss irgendwie an mir vorbeigegangen sein, denn ich finde, dass wir hier einen ähnlich starken Charakter wie die 1979er Ellen Ripley haben (im ersten Teil der Alien-Reihe hatte sie auch auch mehr Glück UND Verstand, als dass sie eine Kämpferin war). Eine derartige Protagonistin muss ersteinmal alle Gelegenheiten aus dem Hinterhalt nutzen, Fallen stellen und ihren Feind genrell besser kennenlernen, was Naru auch ganz einfach tut. Dabei war es von Anfang an ihr Bestreben eine Stammesjägerin werden und bekommt es auf ihrem Werdegang schlussendlich eher ungewollt mit einem „Super-Raubtier“ zu tun. Der Titel „Predator“ (mit entweder ZERO, oder 5 bzw. V versehen) wäre für diesen Teil der Reihe also ungünstig gewählt, denn wir haben es hier tatsächlich mit zwei Jägern zu tun, die es aufeinander abgesehen haben. Beide halten den jeweils Anderen für ihre Beute, weshalb der Titel Prey m.M.n. tatsächlich etwas mehr Sinn ergibt…

Prey / Predator 5 - Szenenbild

Zu Beginn des Films war ich teilweise entsetzt darüber, wie „digital“ er in filmischer Hinsicht anmutet. Auch wurden so gut wie alle Tiere am Computer generiert – von der kleinen Maus, bis zum furchterregenden Grizzly – was man sehr deutlich bemerkt. Aber man gewöhnt sich sehr schnell an den anfänglich viel zu cleanen Look und spätestens nach dem ersten „Schlammbad“ (eine Anspielung auf Teil 1) wird der Überlebenskampf zunehmend düsterer. Dafür wurde sich natürlich vom Regisseur von 10 Cloverfield LaneDan Trachtenberg – eine große Scheibe des ersten Predator abgeschnitten. Prey hat wegen des Settings aber auch Vibes von z.B. Mel Gibsons Apocalypto und – laut Trachtenberg – wurde sich viel vom Kampfstil der Videospielreihe God of War abgeschaut, was ich durchaus unterschreiben kann. Der namensgebende „Predator“ kommt sehr brachial rüber und Naru bastelt sich eine Wurfaxt mit einem Seil, so dass sie diese nach einem gezielten Wurf schnell zurückziehen kann. Das mag auf den einen oder anderen Fan womöglich etwas übertrieben wirken (realistisch ist die Handhabung der Wurfaxt wahrlich nicht), dieses Element sorgt aber durchaus für eine ansprechende Coolness. Und natürlich muss die eher zierliche Naru eine schnelle und leichte Waffe gegen ihren schwer gepanzerten und hochtechnologisch ausgerüsteten Counterpart einsetzen! – Man sieht sie zudem auch mit ihren Waffen trainieren, so dass zumindest grundsätzlich zufriedenstellend vermittelt wird, dass sie den perfekten Umgang mit ihnen nicht direkt aus dem Stegreif beherrscht. Das geht für mich innerhalb der simplen Lore durchaus in Ordnung, denn eigentlich wollen Predator-Fans nur eine entsprechende Atmosphäre, krasse Action und schön blutige Kills. Dies alles bekommt man in diesem Prequel mehr als genug geboten; ohne das krampfhaft versucht wurde, der simplen aber funktionierenden Grundidee einen neuen, womöglich kontrovers vom Kernpublikum aufzunehmenden Sinn zu geben!

Prey / Predator 5 - Szenenbild

Fazit:

Mich hat Prey grundsätzlich sehr gut unterhalten. Die Story und Heldenreise der Protagonistin Naru sind zwar ziemlich simpel gehalten, dafür gibt es allerdigs massig geile Action, super viele blutrünstige Kills und einen echt coolen ‚Predator‘. Das 18. Jahrhundert-Setting wirkt frisch im Scifi-Survival-Horror-Genre (man fühlt sich ein wenig an Outlander [2008] erinnert) und die Charakterentwicklung geht für mich – im Rahmen der bewusst einfach gehaltenen Story – absolut klar. Wer Predator (1987) nicht nur aus nostalgischen Gründen mag, der wird höchstwahrscheinlich gut unterhalten. Und diejenigen, die sich sorgten dass die Marke unter Disney weichgespült würde, die können beruhigt aufatmen: Kein anderer der bisherigen Teile der Reihe (inkl. der Crossover) ist so dermaßen blutig wie Prey! Dabei wurde aber leider zu viel auf computergenerierte Effekte gesetzt (was eigentlich für den ganzen Film gilt). Ein bisschen mehr Handarbeit und weniger computeranimierte Tiere hätten diesem ansonsten echt gut gelungen Prequel durchaus gut getan… Aber verdammt nochmal, wir sehen hier einen ‚Predator‘ gegen einen verf***ten Grizzlybären kämpfen!!!

5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray

Verleih: Disney+

Verleihstart: 05.08.2022 (VoD)

Verkaufstart:

Verpackung:

Discs enthalten:

Wendecover:

Schuber:

Ton:
• Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
• Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1
• Diverse…

Untertitel: Diverse

Bildformat: 2,39 : 1

VoD Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung: 2160p / 24Hz

Laufzeit 25Hz:

Laufzeit 24Hz: ca. 99 Min. (VoD)

Uncut: Ja

Extras:


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