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Review: Halloween Kills

Halloween Kills - Poster FSK 18

Kurzinhalt:

Halloween Kills schließt nahtlos an Halloween (2018) an und beginnt direkt nachdem Laurie Strode, zusammen mit ihrer Tochter Karen und Enkelin Allyson , den maskierten Killer vermeintlich endgültig besiegt hat. Aber während Laurie mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, geschieht das Undenkbare: Das Monster, das ihr das Leben zur Hölle gemacht hat, befreit sich aus dem brennenden Haus. Doch Myers flieht nicht – er macht da weiter, wo er aufgehört hat…
Nichts und niemand scheint den brutalen Killer in seinem Blutrausch aufhalten zu können, und so muss auch Laurie gegen ihren Schmerz ankämpfen und sich erneut Myers entgegenstellen. Aber sie ist nicht allein. Von Laurie inspiriert, erheben sich die Bürger von Haddonfield, um sich ein für alle Mal von diesem wiederkehrenden Albtraum zu befreien. Zusammen mit anderen Überlebenden von seinem ersten mörderischen Amoklauf machen sich die Strode-Frauen mit nur einem Ziel auf in den Kampf – egal wie lang die Nacht wird, egal wie hoch der Preis ist: „Das Böse stirbt heute Nacht“.

Originaltitel: Halloween Kills

Jahr: 2021

Genre: Slasher, Horror, Jumpscares

Kinostart: 21.10.2021

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: USA, Großbritannien

Regie: David Gordon Green

Drehbuch: Scott Teems, Danny McBride, David Gordon Green, John Carpenter, Debra Hill

Musik: Cody Carpenter, John Carpenter, Daniel A. Davies

Produzenten: Malek Akkad, Bill Block, Jason Blum, John Carpenter, Jamie Lee Curtis, Ryan Freimann, Andrew Golov, David Gordon Green, Danny McBride, Bob Osher, Couper Samuelson, Jeanette Volturno

Darsteller: Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak, James Jude Courtney, Nick Castle, Airon Armstrong, Will Patton, Thomas Mann, Jim Cummings, Dylan Arnold, Robert Longstreet, Anthony Michael Hall, Charles Cyphers, Scott MacArthur, Michael McDonald, Ross Bacon, Kyle Richards, Nancy Stephens, Diva Tyler, Lenny Clarke, Brian Mays, Michael Smallwood, Carmela McNeal, Omar J. Dorsey

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Kino

Viele Kritiker haben bereits im Vorfeld berichtet, dass die direkte Fortsetzung des 2018er Halloween leider keine Offenbarung zu sein scheint. Das kann man allerdings relativieren, denn es kommt stark drauf an was man erwartet. In meinem Fall war es ein ziemlich blutiger und dabei sehr stylischer Lückenfüller mit geilem Sound, der den „Schwarzen Mann“ – Michael Myers – in der Soft-Reboot-Trilogie offiziell nahezu unsterblich macht… und den habe ich auch bekommen.
So wird hier tatsächlich eher style over substance geboten, denn Michael rennt, nachdem er dem Feuer in Laurie Strodes (Jamie Lee Curtis) Haus entkommen ist, eigentlich nur durch beliebige andere Häuser in Haddonfields festlich dekorierten Straßen und ermordet deren Bewohner.
Diese Mordopfer tragen eigentlich nichts zur Geschichte bei, außer dass sie für kleine Spannungs-Peaks sorgen. Dem Zuschauer ist es aber egal was mit ihnen passiert… das Wie ist die große Frage, was hier für einen Slasher ziemlich spektakulär dargestellt wird (die Freigabe ab 18 Jahren durch die FSK ist definitiv nicht unbegründet)! So doof das auch klingt, wird dadurch auch verdeutlicht, dass in der amerikanischen Kleinstadt noch andere Menschen leben, die Jahrzehnte lang unter den brutalen Morden in der verhängnisvollen Halloween-Nacht des Jahres 1978 leiden mussten. Im ersten Teil von 1978 sieht man tatsächlich kaum andere Personen, außer die Opfer, Dr. Loomis und Michael Myers…

Halloween Kills - Szenenbild

Kleine Nebencharaktere des ersten Teils von 1978, die hier wieder auftauchen und teilweise sogar mit den originalen Schauspielern von anno dazumal besetzt wurden, könnte man als reinen Fan-Service bezeichnen. Es beschleicht einen der Verdacht, dass man mit diesen Cameos Kennern der Reihe die Möglichkeit geben wollte, auf die Leinwand zu zeigen und zu rufen: „Den kenne ich! Das ist der und der…!“ – was natürlich ein nettes Goodie, aber eigentlich nicht wichtig für die Story ist. Das sorgt allerdings dafür, dass man Halloween Kills, im Gegensatz zu den beiden vorherigen Teilen, nicht als in sich geschlossenes Werk betrachten kann. Bei dem direkten Vorgänger aus 2018, der alle anderen Fortsetzungen und die Rob Zombie-Remakes der 2000er ignoriert, war dies noch möglich; selbst wenn man Halloween: Die Nacht des Grauens nicht gesehen haben sollte (was sich aber dennoch empfiehlt). Man muss also, um Halloween Kills vollends „genießen“ zu können, unbedingt vorher mindestens Halloween (2018) gesehen haben; besser noch man guckt sich alle drei Filme kurz hintereinander an, nur dann entfalten sie ihr volles Aroma…

Manch einem Fan des Klassikers wird die exzessive Gewaltdarstellung nicht zusagen, denn der damals äußerst gering budgetierte Halloween: Die Nacht des Grauens setzte seinerzeit primär auf Atmosphäre. Man hat kaum Blut gesehen und der Bodycount war auch nicht sonderlich hoch (ein Straßenarbeiter, fünf Teens und ein Hund im off). Hier metzelt sich Michael Myers regelrecht durch die Nachbarschaft – was bei dem Titel allerdings nicht verwunderlich sein dürfte – und das unter ziemlich flächendeckender Beleuchtung.
Die stetig ansteigende Kurve der Gewaltdarstellung ist, auf das Gesamtwerk bezogen (alle vier Teile), allerdings recht stabil. So zeigte das wegbereitende Werk von 1978 kaum Details, der „direkte“ Nachfolger Halloween von 2018 schon etwas explizitere Szenen und Halloween Kills bereitet kompromisslos auf das große Finale im Jahr 2022 vor, auch was die Meinungen der Fans angeht, wenn Halloween Ends (ein denglisches Wortspiel)…
In dieser sehr direkt an den Vorgänger anknüpfenden Fortsetzung wird Michael Myers erst ein richtiger, übermenschlicher „Slasher“ bzw. der „Schwarze Mann“, für den ihn Laurie Strode schon immer hielt. Insofern erledigt Halloween Kills meiner Meinung nach einen ziemlich guten Job. Man mann allerdings einige Abstriche in Sachen Realismus in Kauf nehmen; was ja eigentlich eh klar sein sollte, weil Michael gleich zu Beginn aus dem brennenden Haus entkommt, was schier unmöglich ist. Aber es wird immerhin so nachvollziehbar wie nur möglich dargestellt…

Halloween Kills - Szenenbild

Im Vorfeld dachte ich, dass Michael Myers in Halloween Kills tatsächlich von einem wütenden Mob gejagt wird, also dass der Fokus eher auf Michael in einer paradoxen Opferrolle liegt. Der wütende Mob formiert sich aber parallel, als die Kleinstadtbewohner nach und nach mitbekommen, dass der berühmt-berüchtigte Killer in dieser Nacht – genau 40 Jahre nach Halloween 1978 – wiederholt aus der Hochsicherheitspsychiatrie entkommen ist und erneut in Haddonfield sein Unwesen treibt. Bis dahin sind ja alle Menschen, die ihm über den Weg gelaufen sind, „verstummt“ worden… Das brennende Strode-Haus und ein kleines Gemetzel beim darauf folgenden Löscheinsatz der Feuerwehr lassen sich aber nicht mehr verheimlichen. Darum auch das offensive Vorgehen des stummen Killers in diesem Teil des kultigen Franchise…

Nebst einiger schrottreifer Dialoge einzelner Personen ist der wütende Mob aufgebrachter Haddonfielder leider ziemlich wankelmütig dargestellt. So versammeln sich die Massen zwar auf der Straße vor und im Krankenhaus (warum auch immer im Krankenhaus) und brüllen nach Leibeskräften, dass das Böse heute Nacht stirbt – ja; es gibt sogar dramatische falsche Verdächtigungen, weil niemand weiß wie Michael Myers heute aussieht und ja noch andere Patienten zusammen mit Michael aus der Psychiatrie entkommen sind – dann aber ziehen diese Wutbürger nur in kleinen Grüppchen, lediglich bewaffnet mit Brettern, Messern und Baseballschlägern um die Häuser; also ein gefundenes Fressen für unseren lautlosen Lieblingskiller. Die großen Massenszenen beschränken sich auf die, die man auch im Trailer sieht. Das kam mir ein wenig inkonsequent und vor. Man könnte es auch schlechtes Storytelling nennen…

Halloween Kills - Szenenbild

Sehr schön sind die Szenen, die anfänglich im Jahr 1978 spielen. Der Look des Originals wurde perfekt nachempfunden und so eingebaut, dass es keinen wirklichen Bruch mit der Optik in der Neuzeit gibt. Sicherlich sind die Farbfilter etwas anders, es waren damals aber auch noch nicht so hell erleuchtete Zeiten. Was die Bildmaterialien und Formate angeht passt alles sehr gut zusammen.

Bei all den (oftmals unwichtigen Kanonenfutter-) Charakteren und Easter Eggs bleibt leider kaum Screentime für Laurie Strode, die ähnlich wie im originalen zweiten Teil im Krankenhaus liegt. Aber dies ist ja eigentlich auch Michaels Film! Hier stehen Lauries Tochter Karen (Judy GreerAnt-Man, Jurassic World) und Enkelin Allyson (Andi Matichak) etwas mehr in der Verantwortung den amoklaufenden Psycho mit der angesengsten, weißen Captain Kirk-Maske aufzuspühren und zur Strecke zu bringen…
Sehr schön fand ich, dass auch Dr. Loomis ein paar kleine Parts bekommen hat. Da der ursprüngliche Schauspieler Donald Pleasence bereits im Jahr 1995 verstorben ist, hat man für die kleine Rolle einen gewissen Tom Jones Jr. besetzt, der eigentlich Baukoordinator auf zahlreichen Filmsets bei Filmen und Serien ist, welcher aber dem ursprünglichen Dr. Loomis erstaunlich ähnlich sieht.

Fazit:

Ja; es ist nicht mehr der gruselige Thriller, der damals mangels vernünftigem Budget eher auf Atmosphäre und Grusel gesetzt hat. Halloween Kills ist ein saftig-knaftiger Slasher, für dessen hohen Härtegrad – was die Gewaltdarstellungen angeht – bereits Halloween (2018) den Weg geebnet hat. Es war also abzusehen, dass alles etwas extremer wird; schließlich haben wir es hier nicht mehr „nur“ mit einem maskiertem Psychopathen zu tun, der ein paar Babysitter meuchelmordet, sondern mit einer übermenschlichen Verkörperung des Bösen, die ihre Kraft aus dem Leid und der Angst seiner Opfer zieht. Halloween Kills bereitet einen perfekt auf ein furioses Finale vor (Halloween Ends) und ist dabei echter Fan-Service (manche mögen es, andere hassen es). Es wurden zahlreiche ältere Nebencharaktere und Easter Eggs eingebaut, der Soundtrack ist spitzenmäßig (legt noch mal eine Schippe drauf) und die Morde wurden teilweise echt krass inszeniert. Weniger Spannung, aber deutlich mehr Action! – Ich fühlte mich, trotz offensichtlicher Schwächen was das Storytelling angeht, durchgehend sehr gut unterhalten und kann einfach keine schlechte Bewertung geben… Tätsächlich fand ich die Halloween-Filme nie besonders interessant, weil sie größtenteils sehr langatmig sind. Das ist bei dieser super hochwertig produzierten Soft-Reboot-Sequel-Trilogie nicht mehr der Fall!

5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / 4K UHD

Bisher nur im Kino gesichtet…

Verleih: Universal Pictures

Verleihstart: Unbekannt (VoD)

Verkaufstart: Unbekannt

Verpackung: DVD / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Unbekannt

Schuber: Unbekannt

Ton: Unekannt
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Unbekannt

Bildformat: 2,39 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung: 2160p UHD / 24Hz

Laufzeit: ca. 106 Min. (Kino)

Uncut: Unbekannt

Extras: Unbekannt


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