Review: Halloween (2018)

Halloween (2018) - DVD Blu-ray Cover FSK 16

Kurzinhalt:

Das Grauen kehrt zurück. In der Rolle, die sie zur Ikone des Genres machte, muss sich Jamie Lee Curtis in Halloween ein letztes Mal dem blutrünstigen Psychopathen Michael Myers stellen. Dem maskierten Killer, dem sie seinerzeit nur knapp entkommen konnte. Zusammen mit Regisseur David Gordon Green und Produzent Jason Blum produzierte John Carpenter die Fortsetzung des Originals von 1978.

Originaltitel: Halloween

Jahr: 2018

Genre: Slasher, Horror, Survival

Kinostart: 25.10.2018

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: USA, Großbritannien

Regie: David Gordon Green

Drehbuch: Jeff Fradley, Danny McBride, David Gordon Green, John Carpenter, Debra Hill

Musik: Cody Carpenter, John Carpenter, Daniel A. Davies

Produzenten: Malek Akkad, Bill Block, Jason Blum, John Carpenter, Jamie Lee Curtis, Zanne Devine, Ryan Freimann, David Gordon Green, Danny McBride, Couper Samuelson, David Thwaites, Jeanette Volturno

Darsteller: Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak, James Jude Courtney, Nick Castle, Haluk Bilginer, Will Patton, Rhian Rees, Jefferson Hall, Toby Huss, Virginia Gardner, Dylan Arnold, Miles Robbins, Drew Scheid, Jibrail Nantambu, Michael ‚Mick‘ Harrity

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche DVD

Da haben wir sie! Nach 40 Jahren endlich die Fortsetzung des Slasher-Urgesteins Halloween – Die Nacht des Grauens! – Moment mal… Gab es nicht schon diverse Fortsetzungen und sogar ein Remake plus Fortsetzung von Rob Zombie? – Nun, um Letztere geht es hier nicht; aber ja, es gab gute und auch schlechte Fortsetzungen des Originals, „aber keine perfekte“ – wie der Produzent Jason Blum im kurzen Making of bzw. Featurette (auf den deutschen Veröffentlichungen enthalten) behauptet.
Ich gehe damit relativ konform, denn das Franchise hat teilweise ziemlich unerwartete Richtungen eingeschlagen. Ich habe zwar die meisten Halloween-Filme gesehen, aber wirklich erinnern kann ich mich nicht. Nur an das Original, weswegen ich auch das Rob Zombie Remake aus dem Jahr 2007 – obwohl ich ein wirklich großer Fan von ihm bin – ziemlich enttäuschend fand. Es brachte einem versierten Horrorfan einfach nichts neues, außer etwas zeitgemäßerer Optik und leicht exzessiverer Gewaltdarstellung, die beim Original aber nicht im Mittelpunkt stand. Halloween – Die Nacht des Grauens setzte vor allem auf Atmosphäre.

Halloween (2018) - Szenenbild

Dieser Soft-Reboot ignoriert alle bisherigen Fortsetzungen konsequent. Es ist als hätten sie nie existiert. Der „Schwarze Mann“ – Michael Myers – wurde, nachdem er damals in seiner Heimatstadt Haddonfield fünf Menschen (und einen Hund) umgebracht hat, dingfest gemacht und erneut in einer psychiatrischen Anstalt unter Hochsicherheitsbedingungen untergebracht. 40 Jahre in beinahe kompletter Isolation. In dieser Zeit ist auch der behandelnde Psychiater Doctor Loomis (Donald Pleasence – † 02.02.1995) verstorben, während Michael Myers zuletzt angestrebtes Opfer – Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) – sich bester Gesundheit erfreut, zwei gescheiterte Ehen hinter sich hat, anscheinend dem Prepper-Wahnsinn verfallen ist und eine Tochter nebst Enkeltochter ihre Familie nennen kann; die allerdings wenig mit der verqueren Grandma zu tun haben will.
Laurie Strode ist nach 40 Jahren immer noch besessen von dem stummen Monster, dass sie damals – in der verhängnisvollen Halloween-Nacht 1978 – in Angst und Schrecken versetzt hat; was ich ein wenig komisch finde, denn Michael Myers trat gerade einmal für ca. 15 Minuten in Lauries Leben, abgesehen von dem creepigen Gestalke im Vorfeld, von dem sie eigentlich nichts mitbekommen hat. Dass sie solch krasse Rachegelüste plagen und sich ihr gesamtes Leben seit 40 Jahren nur noch um Michael Myers dreht, halte ich für leicht übertrieben. Aber es passt gut zur Story, dass sie sich vom ursprünglichen Opfer zur gut vorbereiteten „Femme Fatale“ entwickelt hat. Laurie macht also aktiv Jagd auf den Schwarzen Mann mit der bleichen Captain Kirk Maske, der hingegen seinen damaligen Job zu Ende bringen will; nachdem es ihm gelungen ist, während eines Gefangenentransportes seiner Unterbringung zu entfliehen. Hier hätte sich eine Art ‚Mexican Stand-off‘ auf offener Straße in der Kleinstadt Haddonfield angeboten, aber dann wäre die Geschichte wohl zu schnell zu Ende…

Halloween (2018) - Szenenbild

Halloween (2018) ist eine wirklich gute, und vor allem gut durchdachte Fortsetzung, die viele Wiedererkennungsmerkmale in aufpolierter Form beinhaltet. So erlebt der geneigte Zuschauer viele Szenen als Hommage an das Original. Damit meine ich Kleinigkeiten, wie z.B. die nächtliche Flucht Michael Myers, mit den in weiße Gewänder gekleideten Irren, die ziellos um den verunglückten Gefangenentransport wandern; einen aufgeknüpften Hund in der Nachbarschaft, oder ein, mit einem Bettlaken verhülltes und sozusagen als Geist verkleidetes Opfer. All das gab es in ähnlicher und prägender Form bereits im ersten Teil und wurde hier an den richtigen Stellen, auf die richtige Art und Weise recycled. Man hat sogar so weit gedacht, dass man das selbe Bildformat (2,39:1) – wie im Original von 1978 – verwendet hat. So könnte man zwischen beide Filme tatsächlich einen „Spongebob-Break“, mit französisch akzentuierter Stimme schneiden: „40 Iarre spätöör…“ – und hätte dann einen 202-minütigen Überlängenfilm (sofern es sich in der ersten Hälfte um die erweiterte TV-Fassung handelt, die ca. 12 Minuten länger als die einstmalige Kinofassung ist)… Naja, ein bisschen Spaß muss sein!

Halloween (2018) - Szenenbild

Natürlich darf der originale und ikonische Soundtrack nicht fehlen, der damals für eine enorm dichte Atmosphäre gesorgt hat. Dieser wurde natürlich neu produziert und um einige Nuancen und zusätzliche Themen (eher orchestraler Natur) erweitert. Dabei fand aber kein Stilbruch statt, im Gegenteil! – Einige der neuen Soundeffekte (z.B. die mit einem Bogen gestrichene E-Gitarre) klingen grandios!
Die Optik, das Erzähltempo und damit im Einklang präsentierte Action sind natürlich absolut zeitgemäß. Diese „direkte“ Fortsetzung baut von Anfang an eine ernorm dichte Atmosphäre auf. Auch die blutigen Spezialeffekte sind gereift; wir haben hier zwar keinen Splatterfilm, aber es geht teilweise schon ganz gut zur Sache…

Fazit:

Ich finde diese moderne Fortsetzung des Slasher-Urgesteins Halloween – Die Nacht des Grauens absolut gelungen, vor allem wenn man sich beide Filme direkt hintereinander anschaut. Ich muss gestehen, dass ich bei meiner ersten Sichtung im Kino ein wenig enttäuscht gewesen bin; ich hatte aber auch nicht mehr wirklich auf dem Schirm, dass der Klassiker von 1978 aus heutiger Sicht eigentlich relativ zahm ist.
Sehr schön finde ich, dass man alle bisherigen Fortsetzungen und Remakes ignoriert und mit der originalen Besetzung (das kommt dann in Halloween Kills [Teil 3 – 2021] und Halloween Ends [Teil 4 – 2022] mehr zum Tragen) sozusagen einen Soft-Reboot durchgeführt hat. Die bisherigen Fortsetzungen gingen teilweise in merkwürdige Richtungen, was die Figur des Michael Myers meiner Meinung nach ein wenig entwertet hat. Hier gibt es richtig dicken Respekt für diese Horror-Ikone, die noch nie so gut aussah und inszeniert wurde!

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / 4K UHD

Die Veröffentlichungen durch Universal Pictures sind eigentlich immer sehr gut. So gibt es auch hier an der Bild- und Tonqualität nichts zu meckern. Zudem befinden gut 30 Minuten Extras mit auf den Discs, bestehend aus unveröffentlichten Szenen und einer Hand voll Featurettes.

Verleih: Universal Pictures

Verleihstart: 28.02.2019 (VoD)

Verkaufstart: 28.02.2019

Verpackung: DVD / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1 (2 in der 4K UHD Edition)

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Italiensch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Isländisch (nur DVD), Italienisch (nur DVD & 4K UHD), Türkisch

Bildformat: 2,39 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung: 2160p UHD / 24Hz

Laufzeit: ca. 101 Min. (Blu-ray ca. 106 Min.)

Uncut: Ja

Extras:
• Featurettes
• Unveröffentlichte Szenen
• Trailer


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