Review: Ghostland

Ghostland - Blu-ray DVD Cover FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

Nach dem Tod ihrer Tante bezieht Pauline mit ihren Töchtern Beth und Vera das alte, mit Kuriositäten vollgestopfte Haus der Verstorbenen. Gleich in der ersten Nacht im neuen Heim werden sie von brutalen Einbrechern überfallen. Das Trauma sitzt tief und prägt die Schwestern bis ins Erwachsenenalter. Beth hat ihre persönliche Bewältigungsstrategie im Schreiben gefunden und ist erfolgreiche Autorin von Horrorliteratur. Vera hingegen lebt immer noch mit ihrer Mutter in dem alten Haus, leidet unter paranoiden Wahnvorstellungen und verliert zunehmend den Verstand. 16 Jahre nach dem Vorfall kehrt Beth an den Ort des Geschehens zurück – was sich als schrecklicher Fehler erweist…

Originaltitel: Incident in a Ghost Land

Jahr: 2018

Genre: Homeinvasion, Terrorfilm, Horror

Kinostart: 05.04.2018

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: Frankreich, Kanada

Regie: Pascal Laugier

Drehbuch: Pascal Laugier

Produzenten: Ian Dimerman, Scott Kennedy, Jean-Charles Levy, Nicolas Manuel, Clément Miserez, Brendon Sawatzky, Sami Tesfazghi, Matthieu Warter, Grégoire Melin

Darsteller: Crystal Reed, Mylène Farmer, Anastasia Phillips, Emilia Jones, Taylor Hickson, Kevin Power, Rob Archer, Mariam Bernstein, Alicia Johnston, Ernesto Griffith, Adam Hurtig, Denis Cozzi, Sharon Bajer, Tony Braga, Paul Titley, Gordon Tanner, Erik Athavale, Paolo Bryant, Terry Ray, Suzanne Pringle

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche Blu-ray

Der französische Regisseur Pascal Laugier dürfte den meisten Horrorfans ein Begriff sein. So hat er doch im Jahr 2008 den absoluten Genre-Meilenstein Martyrs (2008) gedreht und dazu auch das Drehbruch geschrieben. Seitdem hat man von ihm leider nichts mehr gehört, bis nun, knapp 10 Jahre später, sein nächster Horror-Beitrag Ghostland sogar in den deutschen Kinos startete. Und was soll ich sagen? – Grundsätzlich bin ich absolut zufrieden mit diesem ungewöhnlichen Homeinvasion-Streifen, der erneut einen sehr interessanten, psychologischen Plot-Twist beinhaltet, welcher der puren Boshaftigkeit von Laugiers Erstlings fast gerecht wird.
Tatsächlich ist es sehr schwer hier nicht zu spoilern, weshalb ich mich in dieser Kritik teilweise etwas schwammig ausdrücken muss…
Auf jeden Fall, wie ich bereits schrieb, handelt es sich hierbei um einen sogenannten Homeinvasion-Terrorfilm, in dem zwei psychisch gestörte „Freaks“ in das frisch geerbte, recht creepige Haus einer alleinerziehenden Mutter eindringen und dort für ordentlich Furore sorgen. Dabei bekommt eine der beiden Töchter einen gewaltigen psychischen Knacks – und genau hier wird es kompliziert, was Formulierungen angeht – der sie fortan ihr junges Leben lang verfolgt. Klingt simpel, ist es aber nicht!

Ghostland - Szenenbild

Das creepige Anwesen, in welchem der Terror stattfindet, wurde toll in Szene gesetzt. Die verstorbene Tante hat wohl Porzellanpuppen gesammelt, die fast alle Räumlichkeiten in ein schaurig schönes Licht rücken. Das Interieur ist dementsprechend alt und die, seit dem Übergriff alkoholkranke Mutter hat es scheinbar auch nach Jahren nicht geschafft, die heruntergekommene Bude zu renovieren, wie die mittlerweile erwachsene und als Schriftstellerin sehr erfolgreiche Beth bei einem Besuch feststellen muss. Angeblich sich selbst in den Keller eingeschlossen, fristet ihre Schwester Vera ein Leben in ständiger Angst und verletzt sich während krasser Panikattacken scheinbar immer wieder selbst. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, geht noch irgend etwas nicht mit rechten Dingen in dem alten Gemäuer zu, wie Beth auf ernüchternd-schreckliche Art und Weise schon bald am eigenen Leib erfahren muss…

Ghostland - Szenenbild

Wie schon Martyrs wurde auch Ghostland absolut brillant inszeniert, jedoch spiegelt sich hier etwas weniger Art House-Charme in den Bildern. Dieser ist, vor allem durch die vielen Puppen, einer Art sehr ausgeprägt schmuddelästhetischen Carnivale-Horror-Ambiente mit Texas Chainsaw-Flair gewichen. Obwohl absolut künstlich, liebe ich derartige Sets bei Horrorfilmen, vor allem wenn dann auch noch die Geschichte so abgefahren ist, wie in diesem Fall.
Sehr interessant an Ghostland finde ich vor allem, auf welche Art und Weise der psychologische Terror von normalen Homeinvasion-Horrorfilmen „Twist-mäßig aufgefrischt“ wurde. Etwas schade hingegen ist dann wieder, dass man so gut wie nichts über die beiden irren Killer erfährt, die ausschlaggebend für das Drama sind. Lediglich in einem Zeitungsartikel liest Beth am Anfang des Films, dass irgendwelche mysteriösen Serienkiller nachts in abgelegene Häuser von Familien eindringen, die Eltern kaltblütig ermorden, einige Tage mit den verbliebenen Kindern „wohnen“, bis diese an ihren Misshandlungen zugrunde gehen, und dann weiter ziehen…

Ghostland - Szenenbild

Weil Martyrs als einer der Mitbegründer der sogenannten „neuen französischen Härte“ in Sachen Gore ja nicht gerade zimperlich daher kam, stellt sich natürlich auch hier die Frage, wie es denn mit den blutigen Effekten aussieht? – Diese halten sich tatsächlich in Grenzen, wobei Ghostland, obwohl ab 16 Jahren von der FSK freigegeben, auch recht harter Tobak ist. Es wird geschossen, es wird mit Foltergeräten sexuell misshandelt und auch mal eine Kehle aufgeschlitzt… krasse Blutlachen sind aber keine zu erwarten. Ghostland ist zudem bei weitem nicht so kontrovers wie Laugiers Erstling, obwohl Gewalt gegen Kinder immer ein flaues Gefühl im Magen verursacht! Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind hier aber klar definiert.

Fazit:

Hier stimmt eigentlich fast alles: Ein wirklich stylisch-düsteres Setting, harter Homeinvasion-Horror, ein verstörender Mindfuck, glaubwürdige Opfer und richtig irre Bösewichte. Der französische Regisseur Pascal Laugier hat hier knapp 10 Jahre nach Martyrs einen wirklich guten Genre-Beitrag abgeliefert. Nicht unbedingt den besten Horrorfilm aller Zeiten, aber definitiv einen der besten des Jahres 2018!

Wertung: 5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / Mediabook (Verleih & Verkauf)

Im Bild entstehen Interpolationsfehler bei dunkleren Szenen, dies ist aber durchaus nicht ungewöhnlich. Der Sound kommt schön satt durch die Boxen und auf der hier geprüften Blu-ray befinden sich neben einem Making of (auch auf DVD enthalten) noch Interviews mit den beiden Hauptdarstellerinnen und dem Regisseur als Extras.

Verleih: Capelight Pictures

Verleihstart: 10.08.2018

Verkaufstart: 10.08.2018

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle (schwarz) oder Steelbook / Mediabook

Discs enthalten: 1 (2 im Mediabook)

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 88 Min. (ca. 91 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Making of
• Interviews mit Crystal Reed, Emilia Jones und Pascal Laugier (nur Blu-ray)
• Trailer

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