Review: ES Kapitel 2 (Remake)

ES Kapitel 2 - Poster FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

27 Jahre nachdem der Klub der Verlierer ‚Pennywise‘ besiegte, kehrt dieser zurück, um die Stadt Derry aufs Neue zu terrorisieren. Längst haben sich die Wege der mittlerweile erwachsenen Verlierer getrennt. Wieder verschwinden Kinder, sodass Mike, der Einzige der Truppe, der in der Heimatstadt geblieben ist, die anderen nach Hause zurückholt. Traumatisiert durch die Erfahrungen der Vergangenheit, muss jeder seine tiefsten Ängste überwinden, um Pennywise endgültig zu vernichten… und sich dem Clown entgegenstellen, der mörderischer ist als jemals zuvor.

Originaltitel: IT Chapter Two

Jahr: 2019

Genre: Horror, Suspense, Romanverfilmung

Kinostart: 05.09.2019

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: Kanada, USA

Regie: Andy Muschietti

Drehbuch: Gary Dauberman, Stephen King

Musik: Benjamin Wallfisch

Produzenten: Roy Lee, Dan Lin, Barbara Muschietti, Richard Brenner, Gary Dauberman, Marty P. Ewing, Seth Grahame-Smith, David Katzenberg, Dave Neustadter

Darsteller: Jessica Chastain, James McAvoy, Bill Hader, Isaiah Mustafa, Jay Ryan, James Ransone, Andy Bean, Bill Skarsgård, Jaeden Martell, Wyatt Oleff, Jack Dylan Grazer, Finn Wolfhard, Sophia Lillis, Chosen Jacobs, Jeremy Ray Taylor, Teach Grant, Nicholas Hamilton, Javier Botet, Taylor Frey, Molly Atkinson, Joan Gregson, Stephen Bogaert, Luke Roessler, Stephen King, Peter Bogdanovich, Will Beinbrink, Jess Weixler, Martha Girvin, Ryan Kiera Armstrong, Jackson Robert Scott, Jake Weary, Katie Lunman

Kritik:

Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Kino (deutsch)
Anzahl der Kritiker: 2

Ich habe in den 90ern zum ersten mal die zweiteilige TV-Verfilmung von Stephen Kings ES gesehen und danach irgendwann auch mal das damals „nur“ knapp 1000-seitige Buch gelesen. Bei beidem fand ich jeweils nur die erste Hälfte wirklich gut, der zweiten fehlte einfach der kindliche Charme. Den zweiten Film fand ich damals sogar regelrecht schlecht, fast schon so schlecht, dass er mir beinahe den ganzen Stoff versaut hat. Das Problem der gesamten ersten Verfilmung ist für mich tatsächlich, dass sie absolut nicht so ist wie man sich die Story beim Lesen vorstellt, selbst wenn man sie vor dem Lesen des Romans gesichtet hat! Also ist es für mich persönlich auch insgesamt keine gute Verfilmung, obwohl ich mit ihr natürlich gewisse nostalgische Gefühle verbinde. Mir ist der Unterschied zwischen Nostalgie und Qualität aber durchaus bewusst! – Zudem war der Roman für seine Zeit überaus blutig, wohingegen die 1990er TV-Verfilmung sehr weichgespült daher kam… und dann erschien im Jahr 2017 endlich eine hoch budgetierte und absolut fantastisch inszenierte Neuinterpretation des ersten Teils des klassischen Horror-Stoffs, der das Publikum und Kritiker gleichermaßen an die Kinosessel gefesselt hat. Sicher finde ich die Geschichte heute nicht mehr wirklich gruselig, aber vor allem optisch, auf die Spezialeffekte, das Setting und die Charaktere bezogen, handelt es sich bei ES (2017) um DIE lange erwartete, absolut würdige Neuverfilmung, die der Roman, der in Deutschland im Jahr 1986 erstveröffentlicht wurde, auch verdient hat!

ES Kapitel 2 - Szenenbild

Ähnliches gilt auch für den hier besprochenen ES Kapitel 2, wobei allerdings gilt, dass Stoff, der hier „weiter verfilmt“ wurde, nicht mehr so packend ist, wie noch im ersten Teil bzw. der ersten Hälfte des Romans. Das liegt daran, dass die einstmaligen Kinder nun erwachsen sind und wir als Zuschauer den Protagonisten nicht mehr so richtig abnehmen können, dass sie vor einem Horror-Clown Angst haben. In Kinder kann man sich diesbezüglich einfach viel besser hineinversetzen und mitfühlen, selbst wenn sie sich die ganze Sache nur im Kollektiv eingebildet hätten (was ja nicht der Fall ist). Das ist tatsächlich rein psychologisch bedingt… Kinder ziehen einfach besser in Horrorfilmen!
Wie im Roman gibt es hier allerdings einige Flashbacks in die Kindheit (korrigiert mich gerne, aber ich glaube die gibt es im zweiten Teil der ersten Verfilmung von 1990 nicht), welche die ursprüngliche Geschichte der Mitglieder des „Clubs der Verlierer“ ergänzt und ich könnte mir wirklich gut vorstellen, dass beide Teile als ein sehr langer Film noch etwas besser funktionieren würden. Das Problem ist gewissermaßen der große Cut zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein der Hauptfiguren, der beide Verfilmungen unterbewusst zu jeweils zwei relativ unterschiedlichen Erzählungen werden lässt.

ES Kapitel 2 - Szenenbild

Tatsächlich nimmt sich ES Kapitel 2 richtig viel Zeit seine Geschichte zu erzählen, was manch böse Zungen unter den Kritikern behaupten lies, dass dem Film rund eine Stunde weniger vielleicht gut getan hätte. Das sehe ich absolut nicht so, denn das im Jahr 2011 erstmals komplett übersetzte Taschenbuch bringt es mittlerweile auf stolze 1536 Seiten! – Mir und vielen von euch, die den dicken Roman anno dazumal gelesen haben, wurden also rund 500 Seiten der Geschichte vorenthalten. Und dass aus so viel Stoff einfach eine insgesamt über fünf Stunden lange Verfilmung werden sollte, das war wohl zu erwarten. Zum Vergleich: Die erste Verfilmung hat es bereits auf insgesamt 3 Stunden und 12 Minuten gebracht und hielt sich dabei absolut nicht akribisch an die Romanvorlage, was natürlich auch dem damalig recht schmalen TV-Budget, und der Limitierung auf damalig typische circa 90 Minuten Laufzeit für abendfüllende Spielfilme geschuldet war.

ES Kapitel 2 - Szenenbild

Die erwachsenen Darsteller der Protagonisten wurden sehr passend gecastet. Dabei kann es allerdings auch mal so wirken, als sei der eine oder andere Schauspieler unterfordert gewesen (z.B. James McAvoy als ‚Stotter Bill‘), was aber eher daran liegt, dass die einzelnen Rollen nicht unbedingt spektakulär geschrieben wurden. Dies ist aber mal wieder Kritik auf relativ hohem Niveau…
Die Regie- und Kameraarbeit, nebst toller Spezialeffekte und dem von Bill Skarsgård (Hemlock Grove, Deadpool 2) fantastisch gespieltem Kinderfresser-Clown ‚Pennywise‘ fesseln von Anfang bis Ende.

Fazit:

ES Kapitel 2 ist, genau wie der direkte Vorgänger, endlich eine würdige Verfilmung von Stephen Kings klassischem Horror-Stoff von 1986, die aber auf Grund der Tatsache, dass die Geschichte nicht mehr von Kindern handelt, nicht mehr ganz so spannend bzw. gruselig ist. Das Problem hat aber auch schon die Vorlage im Taschenbuchformat und es ist für mich kein all zu gravierender Kritikpunkt, vor allem was die Gesamtqualität dieser Verfilmung angeht. Ich wusste einfach, dass ich diesen zweiten Teil nicht mehr ganz so gut finden würde, wie den ersten… aber enttäuscht wurde ich auf keinen Fall! – Tatsächlich ist dieser Film meiner Meinung nach sogar um einiges besser geworden, als ich im Vorfeld erwartet habe. Eine Bestwertung kann ich aber leider aus erstgenannten, Story-technischen Gründen nicht vergeben, was vielleicht anders aussehen würde, wenn ich beide Teile als über 5-stündiges Gesamtwerk präsentiert bekommen würde. Ich hoffe da geht was, bei den kommenden Heimkinoveröffentlichungen!

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / 4K ultraHD

Bisher nur die deutsche Kinofassung gesichtet…

Verleih: Warner Bros.

Verleihstart: 23.01.2020

Verkaufstart: 23.01.2020

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: unbekannt

Schuber: unbekannt

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: unbekannt)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: unbekannt)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,40 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung: unbekannt

Laufzeit: ca. 169 Min.

Uncut: Ja

Extras: unbekannt
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