Review: Brightburn – Son of Darkness

Brightburn - Poster FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

Was passiert, wenn ein Kind von einer anderen Welt auf der Erde landet – aber anstatt zu einem Helden für die Menschheit zu werden, sich als etwas sehr viel Böseres entpuppt?

Originaltitel: Brightburn

Jahr: 2019

Genre: Horror, Mystery, Action

Kinostart: 20.06.2019

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: David Yarovesky

Drehbuch: Brian Gunn, Mark Gunn

Musik: Tim Williams

Produzenten: James Gunn, Kenneth Huang, Kenneth Huang, Nic Crawley, David Gendron, Brian Gunn, Mark Gunn, Simon Hatt, Kent Huang, Ali Jazayeri

Darsteller: Elizabeth Banks, David Denman, Jackson A. Dunn, Matt Jones, Meredith Hagner, Emmie Hunter, Becky Wahlstrom, Gregory Alan Williams, Annie Humphrey, Abraham Clinkscales, Jennifer Holland, Elizabeth Becka, Steve Agee, Stephen Blackehart, Mike Dunston, Michael Rooker

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Kino (deutsch)

Das ist jetzt wirklich mal ein Genre, was mir richtig gut gefällt und seit Watchmen in filmischer Hinsicht kaum wieder angefasst wurde: Düstere, oder gar grundsätzlich böse „Superhelden“! – In Comics gibt es sie zuhauf, wie z.B. in der Reihe The Boys, die kürzlich (in leicht entschärfter Version) auch als TV-Serie auf Amazon Prime veröffentlicht wurde (Empfehlung am Rande). Und mit einer gehörigen Portion Horror kam kurze Zeit vorher Brightburn – Son of Darkness in die deutschen Kinos; ein Independent-Projekt, bei dem James Gunn zusammen mit seinem Bruder Brian und seinem Cousin Mark als Produzenten wirkten. Letztere haben auch das Drehbuch geschrieben.

James Gunn hat in den späten 90ern bei der Trash-Schmiede ‚Troma‘ erste Erfahrungen im Filmbusiness gesammelt (er schrieb u.a. das Drehbuch zu Tromeo & Julia) und landete später mit Slither – Voll auf den Schleim gegangen (2006) seinen ersten weltweiten Kinohit: In dieser charmanten Hommage an die Horrorfilme der 50er Jahre befallen eklige graue Alien-Würmer eine amerikanische Kleinstadt und verwandeln die Bewohner nach und nach in willenlose Sklaven…
Seit Slither bin ich Fan von James Gunn und seine, ein paar Jahre darauf folgende, tief schwarzhumorige, eindeutig nicht jugendfreie Superhelden-Dramödie Super – Shut Up, Crime! (2010) zeigt bereits seine Affinität zu bitter tragikomischen Superhelden-Storys, bis er dann schlussendlich für Marvel die Guardians of the Galaxy (Teil 1 & 2 …) in seiner ganz eigenen Interpretation als Regisseur verwirklichen durfte. Aber genug vom Produzenten, da bin ich leider ein bisschen zu sehr Fanboy…

Brightburn - Szenenbild

Die Regie übernahm ein langjähriger Mitarbeiter und Freund von GunnDavid Yarovesky, der mit Brightburn gleichzeitig sein abendfüllendes Regiedebüt gibt. Und tatsächlich ist es ein wirklich gutes geworden, dem man aber streckenweise sein eher geringes Budget (ca. 7 Millionen $) ansieht. Dies bezieht sich hauptsächlich auf ein paar eher zweckmäßige Spezialeffekte und manchmal wirkt der Schnitt etwas holperig, was vermutlich einem recht straffen Produktionplan geschuldet ist. Mit einer etwas längeren Laufzeit hätte man evtl. noch etwas mehr Atmosphäre aus dem Stoff herauskitzeln können, wobei die bereits vorhandene schon ordentlich Druck auf die Zuschauer ausübt; denn die Vorstellung, was wäre wenn ein pubertierender Junge mit Superkräften einfach jedem, auf super brutal sadistische Art und Weise den Gar ausmacht, mit dem er nicht einer Meinung ist, wirft ein völlig neues Licht auf das klassische Comicheldentum.
Und nochmal kurz auf die Special-FX eingegangen: Wenn es blutig wird, dann echt deftig; wobei Brightburn kein Splatterfilm ist, sondern ein waschechter Horrorfilm, in dem die Protagonisten einem übermächtigen Wesen hilflos ausgesetzt sind. Doch solch ein Wesen gab es eben in dieser Form vorher noch nicht in einem Horrorfilm!

Brightburn - Szenenbild

Bis auf die manchmal leicht zweckmäßig anmutenden Spezialeffekte und die Tatsache, dass der Film ab und zu etwas gedrungen wirkt, gibt es in technischer Hinsicht nichts zu bemängeln. Die Optik ist insgesamt wertig genug für einen weltweiten Kinostart (den der Film ja mit großem Publisher im Rücken auch bekommen hat), die Kameraarbeit und das Szenenbild haben mir sehr gut gefallen, und auch die musikalische Untermalung ist stimmig.
Kleinere Logikfehler sind bei solch einer verhältnismäßig kleinen Produktion meist unvermeidbar und natürlich ist dies in diesem Fall auch kein echter Kritikpunkt, denn wir haben es hier mit einem Jungen mit Superkräften zu tun, der fliegen und Laser aus seinen Augen schießen kann, der schlussendlich Amok läuft. Das ist ja per sé eigentlich schon relativ schwachsinnig… und wo ich gerade über den Amoklauf des Jungen schreibe: Im Gegensatz zu den sonstigen Titeln, an denen James Gunn bisher beteiligt war, handelt es sich bei Brightburn um einen sehr ernsthaften, emotionalen und waschechten Horrorfilm, ohne einen Ansatz schwarzen Humors, eben eine düstere und teilweise sehr brutale Version von DC’s Superman…

Brightburn - Szenenbild

An den Darstellern und ihren Leistungen habe ich nichts auszusetzen. Vielleicht guckt der junge Antagonist, gespielt von Jackson A. Dunn (Avengers: Endgame), etwas zu depressiv drein, er spielte hier aber auch diesen wirklich creepigen Alien-Jungen, weshalb dies Kritik auf sehr hohem Niveau ist. Seine Mutter wurde verkörpert von Elizabeth Banks (Die Tribute von Panem-Reihe, Scrubs), deren überzeugend emotionales Schauspiel mehr oder minder die treibende Kraft des Films ist. Den Vater – David Denman, kennt man evtl. aus der Horror-Serie Outcast und der Onkel wird gespielt von Matt Jones, der hierzulande wohl hauptsächlich durch die ProSieben-Comedyserie Mom bekannt sein dürfte. Der Cast kann sich also sehen lassen…

Fazit:

Brightburn bringt frischen Wind in das Horror-Genre und ist eine definitive Empfehlung meinerseits. Man merkt dem Indie-Projekt zwar zeitweise sein etwas schmaleres Budget an, gleichzeitig aber auch, dass ein gut eingespieltes Filmteam das Beste aus den vorhandenen Mitteln raus geholt hat. Vor allem die Grundidee ist stark: Was wäre wenn Superman von Grund auf böse ist und die Menschheit vernichten will? – Dieses Gedankenspiel sollte man sich geben und als Horror-Fan kommt man hier definitiv nicht zu knapp. Der Junge ist ein echt fieser, kleiner Bastard… der hoffentlich noch eine Fortsetzung spendiert bekommt!
Eure Meinung zum Superhelden-Horror gerne in die Kommentare (müssen freigeschaltet werden)!

Wertung: 5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray (Verleih & Verkauf)

Bisher nur die Kinofassung gesichtet…

Verleih: Sony Pictures

Verleihstart:

Verkaufstart:

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover:

Schuber:

Ton:

Untertitel:

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

Uncut: Ja

Extras:

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