Review: Wilderness

Wilderness - Blu-ray DVD Cover Spio/JK

Kurzinhalt & Trailer:

Die Insassen eines Jugendgefängnisses sind Mörder, Vergewaltiger und Drogendealer. Die Gesellschaft hat sie ausgestoßen, ihr Knast ist ein Schuttabladeplatz für menschlichen Müll. Nichts erschreckt die jungen Kriminellen, niemand kann sie einschüchtern… bis sie in die Wildnis geschickt werden. Abgesetzt auf einer Insel, inmitten einer unheimlichen Welt voll dichter Wälder, gefährlicher, reißender Flüsse und zerklüfteter Küstenlandstriche, müssen sie lernen, als ein Team zu arbeiten. Aber es ist noch jemand auf der Insel, der den Teenagern eine weitaus härtere Lektion erteilen will: der Jäger. Und sie sind verdammt dazu, seine Beute zu sein. Nach einem bestialischen Mord völlig auf sich allein gestellt, begreifen die jungen Kriminellen, dass keine Hilfe zu erwarten ist. Jetzt sind sie dem erbarmungslosen Raubtier, seinen teuflisch perfiden Fallen und einer blutdurstigen Hundemeute schutzlos ausgeliefert. Nur wenn alle ihre Differenzen beilegen und als Team zurückschlagen, haben die Kids noch eine winzige Chance, dieses blutige Martyrium zu überstehen. Doch wie weit werden sie gehen, um den nächsten Tag noch zu erleben? Weiter, als sie es je geahnt hätten…

Originaltitel: Wilderness

Jahr: 2006

Genre: Backwoodhorror, Terrorfilm, Gore

Kinostart: Nein

3D: Nein

Altersfreigabe: strafrechtlich unbedenklich – Spio/JK

Produktionsland: England

Regie: Michael J. Bassett

Drehbuch: Dario Poloni

Produzenten: Robert Bernstein, John McDonnell, Douglas Rae, Bill Allan, Emma Hayter, Ivan Mactaggart

Darsteller: Sean Pertwee, Alex Reid, Toby Kebbell, Stephen Wight, Luke Neal, Ben McKay, Lenora Crichlow, Karly Greene, Adam Deacon, Richie Campbell, Stephen Don, John Travers

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche DVD

Beim Durchstöbern meiner DVD-Sammlung bin ich über den (mittlerweile) Klassiker Wilderness von Michael J. Bassett (Silent Hill: Revelations, Deathwatch, Ash vs Evil Dead) gestolpert, den ich zum Release im Jahr 2006 ziemlich gut fand. Hierbei handelt es sich allerdings eher um einen Underdog, mit relativ simpel gestrickter und meistens nicht wirklich logischer Story (um es diplomatisch auszudrücken), der aber in Sachen Härtegrad und qualitativ hochwertiger Gore-FX in der ersten Liga des Horrorgenres in den 2000ern anzusiedeln war. Sehr löblich fand ich damals vor allem die Tatsache, dass nicht irgendwelche Monster oder Mutanten die klischeehaften Teenager durch den Wald hetzen, sondern ein gut ausgebildeter Ex-Special Forces Soldat im Tarnanzug, mit einem Rudel super scharfer Jagdhunde; dermaßen scharf, dass sie sogar die Gedärme ihrer menschlichen Opfer gierig verschlingen…

Wilderness - Szenenbild

Wirklich gut an diesem Genre-Beitrag ist, dass der Killer immer sehr plötzlich und mit voller Härte zuschlägt. So betrachtet man beispielsweise das Treiben der Protagonisten in friedvoller Kulisse und völlig unerwartet saust – mitten in einem Dialog – ein Armbrustbolzen in die Brust eines beliebigen Charakters; ein Pfeifen ertönt und die zähnefletschende Hundemeute rückt an. Für die jugendlichen Knastbrüder und -schwestern (im Verlauf) heißt es dann nur noch: Rennen und hoffentlich nicht in eine mörderische Falle zu tappen. Battle Royale lässt grüßen!

Die Teenies reagieren im Großen und Ganzen nachvollziehbar auf die Angriffe des unbekannten Killers (z.B. ‚Blue‘ – gespielt von Adam Deacon, der einfach auf einen umgestürzten Baum Schutz vor den Hunden sucht), sie verhalten sich untereinander aber sehr unglaubwürdig, denn in solch einer Situation sollte man interne Streitigkeiten beiseiteschieben und sich gemeinsam dem Feind stellen, was jedem klar sein sollte; aber jeder der Jungs scheint hier darauf aus zu sein ein „Herr der Fliegen“ zu werden und gibt scheinbar sein bestes, jegliche aufkommende Gruppendynamik sofort im Keim zu ersticken.

Wilderness - Szenenbild

Der Grad an visuellen Grausamkeiten in Wilderness ist wirklich hoch und die handgemachten Effekte können auch heute noch überzeugen. Das ist letztendlich auch genau das worum es in diesem Film geht, denn die einfache Story trägt lediglich die unerwarteten und brutalen Angriffe des Killers und die damit zusammenhängenden, wirklich exzellenten Spezialeffekte, weshalb der Titel in der ungeschnittenen Fassung niemals eine FSK-Freigabe erhielt. Nach dem Entfernen der explizitesten Szenen wurde dann einfach mal eine super verstümmelte 16er Fassung auf den deutschen DVD-Markt geschmissen, die man sich wirklich nicht antun sollte.
Der Schere zum Opfer fielen hierfür etwas über 2,5 Minuten, was nicht nach besonders viel klingen mag; erinnern wir uns aber an den damaligen Laufzeit-Unterschied der ungeschnittenen (beschlagnahmten) Fassung von High Tension zur Spio/JK-Verleihfassung, dann betrug dieser auch nur knapp 2 Minuten. Für die FSK 18-Veröffentlichung mussten noch ca. weitere 1,5 Minuten entfernt werden, aber das ist ein anderes Thema… Fakt ist, dass wenn lediglich blutige Spezialeffekte entfernt werden, dann sind 2,5 Minuten sehr viel.

Wilderness - Szenenbild

Fazit:

Wilderness ist ein, auf recht naive Art im Grunde stimmiger Backwoodhorrorfilm. Mit naiv meine ich, dass sich die Teens untereinander wirklich dumm verhalten, aber realistisch auf die Attacken des Killers reagieren (was im Genre ja auch nicht immer der Fall ist). Und tatsächlich sind es hier eher die exquisiten Splatter- und Gore-Szenen, die einen bestimmten Typ Horrorfan begeistern können. Mag man blutrünstigen Backwoodhorror, dann ist man mit diesem Titel wirklich gut beraten. Die Story und Wendungen sind eher 08/15…
Ich begeistere mich vor allem auch für die Kulisse, wobei die Insel manchmal etwas zu groß erscheint. Relativ bescheuert ist auch die Tatsache, dass die jugendlichen Straftäter nach tragischem Selbstmord ihres Mithäftlings (durch Mobbing) noch mit einem Camping-Urlaub belohnt werden und dies auch noch als Strafe empfinden. Aber gut, irgendeinen Grund muss es ja für ihr Verweilen auf der scheinbar menschenleeren Insel und dieses empfehlenswerte Schlachtfest geben…
Eure Meinungen gerne in die Kommentare!

Wertung: 4,5 von 6 Punkten

 

DVD (Verleih & Verkauf)

Die DVD ist schlecht gealtert. Das Bild ist recht grobkörnig, die Tonqualität und Synchro geht aber in Ordnung. Extras gibt es leider keine auf den deutsche Veröffentlichungen. Ein Making of wäre sehr interessant gewesen, gerade wegen der guten Gore-FX.

Verleih: Legend Home Entertainment

Verleihstart: 04.12.2006

Verkaufstart: 04.12.2006

Verpackung: Amaray (durchsichtig)

Discs enthalten: 1

Wendecover: Nein

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1, DTS
• Englisch: DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildformat: 1,85 : 1

Blu-ray Auflösung:

Laufzeit: ca. 90 Min.

Uncut: Ja

Extras:

• Trailer

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