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Review: Jeepers Creepers – Reborn

Jeepers Creepers: Reborn - Poster FSK 16

Kurzinhalt:

Das legendäre Horror Hound Festival lockt hunderte Geeks und Horror-Fans aus der ganzen Welt nach Louisiana – darunter auch Chase und seine Freundin Laine. Doch je näher das freudig erwartete Event rückt, umso häufiger wird Laine von beunruhigenden Visionen heimgesucht, die mit der düsteren Vergangenheit der Stadt in Zusammenhang zu stehen scheinen. Die Legende des Creepers überdauert die Zeit und sorgt bei vielen Einheimischen immer noch für Angst und Schrecken. Als die erste Nacht des Festivals anbricht und sich das blutgetränkte Programm dem Höhepunkt nähert, ahnt Laine, dass etwas Mächtiges und Übernatürliches heraufbeschworen wurde – und sie scheint auf mysteriöse Art damit verbunden zu sein.

Originaltitel: Jeepers Creepers – Reborn

Jahr: 2022

Genre: Horror, Carnivale, Monsterhorror

Kinostart: 15.09.2022

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: USA, Island

Regie: Timo Vuorensola

Drehbuch: Sean-Michael Argo

Musik: Ian Livingstone

Produzenten: Michael Ohoven, Jake Seal, Terry Bird, Lee Broda, Alastair Burlingham, Suraj Gohill, Carey Kurtin, Matthew Kurtin, Seth Needle, Elizabeth Primm, Gary Raskin, Jamie R. Thompson

Darsteller: Sydney Craven, Imran Adams, Jarreau Benjamin, Matt Barkley, Peter Brooke, Ocean Navarro, Dee Wallace, Gary Graham, Gabriel Freilich, Terry Bird, Georgia Goodman

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Presse-Stream (deutsch, 720p)
Mit freundlicher Unterstützung von Splendid Film

Jeepers Creepers aus dem Jahr 2001 ist mittlerweile ein Klassiker und brachte damals nicht nur frischen Wind in das Horrorgenre, sondern ließ auch die Kinokassen klingeln. Der namensgebende Creeper wurde fantastisch designed und gegen Ende gab es dann noch einen echten WTF!?-Moment, als er plötzlich seine Flügel spreizte und ein ganzes Polizeirevier in Schutt und Asche gelegt hat. Und auch der zweite Teil (2003), der nicht mehr ganz so ausgeklügelt war, dafür aber gute Action bot, setzte in Sachen Einspielergebnissen nochmal einen drauf. Warum wurde es dann also lange Zeit still um das Franchise? – Nun, das lag am ursprünglichen Regisseur Victor Salva, der erneut negativ in der Presse erwähnt wurde, weil er in den späten 80er Jahren eine Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs absitzen musste, was lange Zeit in Vergessenheit geriet. Er wurde damals in fünf Fällen für schuldig befunden, einen 12-jährigen Jungen nackt und in eindeutig sexuellen Posen auf Video aufgenommen zu haben. Victor Salva entschuldigte sich hierfür, nachdem er eine Haftstrafe abgesessen hatte, und erklärte, dass es sich um eine dunkle Phase in seinem „verwirrenden jungen Jahren“ handelte, die er „längst überwunden habe“.
Wie dem auch sei – und von Salva darf man natürlich gerne halten was man will – darum wurde das Jeepers Creepers-Franchise nach dem beeindruckenden Erfolg der ersten beiden Teile gecancelt und erst 2017 neu aufgegriffen. Erneut führte Victor Salva die Regie, Jeepers Creepers 3 ist letztendlich aber eher ein stumpfer, unlogischer Roadmovie-Actionfilm und hat nur noch wenig mit seinen Ursprüngen im Horrorgenre gemein.

Jeepers Creepers: Reborn - Szenenbild

Nun, knapp 21 Jahre später erwacht der Creeper zum dritten Mal auf der großen Leinwand und zum insgesamt vierten Mal in der Filmgeschichte. Dieses Mal unter der Regie von Timo Vuorensola, der sich im Filmgeschäft vor allem mit den beiden Fan-finanzierten Iron Sky-Filmen einen Namen gemacht hat. Und mal ganz davon abgesehen was man von Iron Sky hält, so wurden dieser unumstritten optisch ziemlich beeindruckend inszeniert, was man von Jeepers Creepers: Reborn nun absolut nicht behaupten kann. Was wirklich sehr unangenehm auffällt, sind die ständigen Aufnahmen vor scheinbaren Blue-Screens und dass die Umgebungen teilweise aussehen wie aus einem Videospiel. Super digital und super billiges Chroma Keying!
Ich glaube wir haben es hier tatsächlich zu großen Teilen mit einer sogenannten „virtuellen Filmproduktion“ zu tun, einer Filmtechnik mit großen LED-Panels, welche die Blue-Screens nach und nach ersetzen und Hintergründe mit Hilfe der Unreal Engine (tatsächlich eine Engine für Videospiele) in Echtzeit während des Drehs in 3D berechnen. An den Kameras befinden sich Sensoren, mit deren Hilfe die Position der Kamera im Studio erkannt wird, so dass sich der jeweilige Hintergrund realistisch der Kamerabewegung anpasst.
Diese Technik wird zwar schon länger angewendet, machte aber erstmals während der Produktion der Disney+ Serie The Mandalorian von sich Reden. Bei The Mandolorian wussten die Filmschaffenden allerdings genau mit dieser, kurz ‚Stage Craft‘ genannten Technik umzugehen. Hier laufen die Protagonisten jedoch durch super unpassend und lieblos gestaltete, virtuelle Umgebungen und heben sich drin farblich auch noch derbe vom Hintergrund ab. Sehr auffällig wird dies auf einem Friedhof bei Nacht, wo sie dem Creeper das erste Mal wirklich begegnen. Dieser ultra künstliche Look fällt bereits leicht zu Beginn des Films auf und wird dann in Richtung Finale immer aufdringlicher. So darf ein Kinofilm meiner Meinung nach nicht aussehen…!
Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob Jeepers Creepers: Reborn wirklich mit Hilfe von Stage Craft gefilmt wurde, es sieht aber stark danach aus. Wahrscheinlich wollte Regisseur Timo Vuorensola, der noch einige größere Filmprojekte in der Pipeline hat, diese recht neue Technik einfach mal ausprobieren, was aber leider absolut in die Hose ging. Vielleicht auch bedingt durch die Covid-19 Pandemie, welche die gesamte Produktion angeblich enorm erschwert haben soll… was das Endergebnis aber leider nicht besser macht!

Jeepers Creepers: Reborn - Szenenbild

Die Story ist relativ schnörkellos und der Aufbau in drei Akten eher Fade. Zuerst haben wir die Anreise, dann den Besuch des Horror Hound Festivals in Louisiana und schlussendlich gewinnen die Protagonisten den exklusiven Besuch eines exklusiveb „Escape Rooms“, für den angeblich ein schauriges altes Haus inmitten eines alten Friedhofs aus dem 17. Jahrhundert umgebaut wurde. Dieser Besuch soll im Internet gestreamt werden, doch der Creeper hat vorher mit seinem rostigen Truck einen nahegelegenen Kollokationsraum (Internetverteiler) zerstört. Mit digitaler Technik kennt er sich nun also auch aus, denn bereits im dritten Teil hat er ja schon den Polizeifunk mitgehört…
Es folgen diverse, gravierende Logikfehler. Einer der heftigsten ist, dass niemand in diesem Haus einen Escape Room vorbereitet hat. Was ist das denn für eine schlechte Planung!? Da reisen Produzenten, Moderatoren, Teilnehmer und Kameraleute mitten in der Nacht an und niemand hat sich vorher mal erkundigt, was dort überhaupt Stand der Dinge ist!? – Nun ja, schlussendlich müssen alle vor dem Creeper (letztes Drittel = erster Kontakt) in besagtes Haus fliehen und dort gegen ihn kämpfen. Dabei wächst einem keiner der belanglosen Charaktere in irgendeiner Art und Weise ans Herz (allesamt Kanonenfutter), was natürlich auch eine klassische Heldenreise unmöglich werden lässt. Der einzige Sympathieträger ist der Geek Chase (Imran AdamsHollyoaks), mit dem man sich als Horror-Fan am ehesten identifizieren kann.

Überhaupt wird in diesem Film kaum etwas wirklich erklärt. Auch nicht warum es der Creeper auf ein x-beliebiges ungeborenes Kind abgesehen hat, dass gerade in Laine (Sydney CravenEastEnders) heranreift. Ja, es würde dem Creeper viel Energie geben, aber es macht trotzdem alles keinen Sinn… Der Creeper soll einfach nur alle 23 Jahre erwachen und für 23 Tage Menschen jagen, bis er dann wieder in seine Höhle zurück kriecht und sich von seinen Opfern ernährt. Viel mehr will man doch eigentlich gar nicht! Man will keine satanistischen Zeremonien eines unbenannten Kultes und den ganzen anderen Käse. Ich verstehe nicht, was daran so schwer ist, eine vernünftige Survival-Geschichte aus der simplen Basis zu entwickeln? Anstatt dessen bekommen wir ein blödes Spukhaus und zugegebenermaßen hübsche Kostüme auf dem ‚Horror Hound Festival‘, die absolut nichts zur Story beitragen. Die Protagonisten hätten sich auch in einem urigen Motel einquartieren, und dort gegen den Creeper kämpfen können… Das wäre zwar auch recht plump, hätte aber weitaus besser zur ursprünglichen Lore gepasst.

Jeepers Creepers: Reborn - Szenenbild

Einigermaßen gut finde ich, wie der Creeper erwacht, was ihn leider aber auch entmystifiziert. Das Kostüm ist tatsächlich gut gelungen, jedoch sieht man z.B. an den Zähnen und Osteodermen teilweise sehr deutlich, dass die Maske aus Gummi ist…

Fazit:

Das war wohl nichts. Für einen Kinofilm, von dem ich eine gewisse Grundqualität erwarte, vergebe ich die bisher schlechteste Wertung meinerseits. Sicherlich bietet Jeepers Creepers: Reborn ein paar nette Schauwerte (in Form von recht blutigen Effekten) und vor allem das Kostüm des Creepers kommt echt gut; jedoch ist die Gesamtqualität unter aller Sau (unangenehm digital) und zudem macht die Story absolut nichts her. Diese Fortsetzung könnte ein x-beliebiger low-budget-direct-to-disc-Horrorfilm von Anfang der 2000er sein, was per sé gar nicht so schlimm wäre, wenn auch entsprechendes Retro-Feeling aufkommen würde. So bin ich einfach nur enttäuscht und weiß nun sogar den ziemlich misslungenen Reboot-Versuch aus dem Jahr 2017 umso mehr zu schätzen…
Irgendwann einmal kann man sich diesen nahezu Totalausfall auf dem heimischen TV gerne geben (am besten kostenlos im Free-TV), aber bitte nicht im Kino! Und wenn ihr dennoch ins Kino geht, oder irgendwann viel Geld für eine Blu-ray ausgebt, dann behauptet bitte nicht, dass ich euch nicht gewarnt hätte!

2 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray

Verleih: Splendid Film

Verleihstart: Unbekannt

Verkaufstart: Unbekannt

Verpackung: Amary / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Unbekannt

Schuber: Unbekannt

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Unbekannt

Untertitel: Unbekannt

Bildformat: 2,39 : 1

Blu-ray & VoD Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung: Unbekannt

Laufzeit 25Hz: ca. 85 Min. (DVD)

Laufzeit 24Hz: ca. 88 Min. (Kino, Blu-ray, VoD)

Uncut: Ja

Extras: Unbekannt
• Trailer


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