Kurzinhalt & Trailer:
Im November 1982 verschwindet die kleine Maisie spurlos aus ihrem Elternhaus. Als sich die trauernde Familie ein Jahr später gemeinsam mit dem Sheriff zu einer Gedenkfeier versammelt, zwingen beunruhigende Lichter aus dem nahen Wald die Männer nach draußen. Die unerklärlichen Phänomene, denen nicht nur sie, sondern auch die Frauen im Haus plötzlich ausgesetzt sind, erschüttern alle bis ins Mark. Dann ist die Hälfte von ihnen wie vom Erdbeben verschluckt. Während die Hinterbliebenen Laura, Billy und Noah alle Mühe haben, die Situation der Polizei zu erklären, beginnt der Spuk von vorn: Heftig scharrende Geräusche, blendende Strahlen vom Himmel – eine unheimliche Kraft attackiert das Haus und versucht sich mit aller Macht Zutritt zu verschaffen. Doch zu welchem Zweck?
Originaltitel: Dark Encounter
Jahr: 2019Genre: Scifi-Horror, Drama, Mystery
Kinostart: –
3D: Nein
Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK
Produktionsland: England
Regie: Carl Strathie
Drehbuch: Carl Strathie
Musik: David Stone Hamilton
Produzenten: Charlette Kilby, Alan Latham, Carl Strathie, Kirsty Bell, Geoffrey Iles, Phil McKenzie, Paul Ward
Darsteller: Laura Fraser, Mel Raido, Sid Phoenix, Grant Masters, Spike White, Alice Lowe, Nicholas Pinnock, Vincent Regan, Sean Knopp
Kritik:
Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Presse-Stream (deutsch)
Mit freundlicher Unterstützung von Falcom Media
Dark Encounter ist definitiv kein schlechter Film, aber die PR-Agentur hat mich schon darauf hingewiesen, dass der Titel womöglich nicht so ganz zu dieser Website passen könnte.
Was als gruselige Begegnung der Dritten Art im Wald anfängt, wird zum Ende hin zu einem einem sehr tragischen Familiendrama, mit merkwürdigen Mystery-Einspielern. Sicherlich ist die Grundidee irgendwo interessant und man kommt als Zuschauer womöglich nicht so schnell darauf, wie die Geschichte ausgeht, aber sie ergibt insgesamt auch leider nicht viel Sinn.
Erwartet hätte man höchst wahrscheinlich, dass die 8-jährige Maisie von Aliens entführt wurde und diese nun wiederkommen, um sich weiteres „Forschungsmaterial“ aus eben dieser speziellen Familie zu holen… aber nein, das wäre natürlich zu simpel! – Also spielt sich das Finale auf einer Art geisterhaften Metaebene ab, von der ich definitiv kein Fan geworden bin, weil diese eine Spur zu mysteriös und viel zu willkürlich ist, und am Schluss letztendlich auch viel zu pauschalisiert abgehandelt wird.
Die erste Hälfte kann ziemlich spannend sein, wenn man z.B. in den 90er Jahren die TV-Serie Akte X geliebt hat. Auch das 80er-Jahre-Setting geht absolut in Ordnung: Ein abgelegenes Häuschen am Rand einer Kleinstadt, umgeben von viel Wald und Weideland, und plötzlich erscheinen Lichter am Himmel und irgendetwas versucht in das Haus einer Familie einzudringen, deren jüngster Spross – wie schon erwähnt – genau ein Jahr zuvor spurlos verschwunden ist.
Das Ganze Spektakel wurde technisch zwar relativ simpel umgesetzt, allerdings auch recht gut dargestellt. Manchmal braucht es eben nicht viele Spezialeffekte, da reichen auch grelle Lichter. Diese beobachtet man während der Mitte des Films die meiste Zeit, und eben jene Personen im Haus, die angsterfüllt um irgendwelche Ecken schleichen, um herauszufinden, was dort so komische Geräusche verursacht, meistens ohne dass dort tatsächlich etwas ist. Das reicht mir als eingefleischter Horror- und Mystery-Fan aber heutzutage nicht mehr, vor allem dann, wenn Jumscares weitestgehend aus Lichtblitzen und daraus resultierenden Szenenwechseln bestehen (wenn ihr den Film anschaut, dann werdet ihr wissen was ich damit meine). Und was ihr sicherlich auch mitbekommen habt (wenn ihr bis hierhin gelesen habt) ist, dass ich irgendwie mal wieder um den heißen Brei herumschreibe, weil ich auch in dieser Kritik nicht zu gravierend spoilern möchte…
Wir haben hier also eine kleinere DtD-Produktion, für die alle Beteiligten höchst wahrscheinlich mit größtem Eifer bei der Sache waren. Die erste Hälfte ist tatsächlich auch relativ spannend, dann aber geht es wortwörtlich in diese bereits erwähnte Metaebene und am Schluss gibt es eine Lösung, die aber auf Grund der bloßen Anwesenheit der Aliens, um die es ja eigentlich geht, ziemlich unbefriedigend ist. Die Präsenz der Aliens auf der Erde macht einfach überhaupt keinen Sinn… Warum sollten sie für solch eine, im galaktischen Sinne „Banalität“ (die ich hier leider nicht nennen kann) eventuell Lichtjahre weit reisen!? – Die Geschichte hätte mit vielen anderen mystischen Gestalten oder Horror-Wesen deutlich überzeugender gewirkt, wenn man diese entsprechend an die Grundidee angepasst hätte; je nachdem um welche Wesen, oder was für eines es sich handeln würde…
Fazit:
Dark Encounter ist eine sehr ungewöhnliche Filmidee, mit der sich aber womöglich nicht ganz so viele eingefleischte Horror- und Mystery-Fans anfreunden können; vor allem, weil das Erscheinen der Aliens eigentlich gar keinen Sinn macht. Bis kurz vor der Auflösung haben wir eine unheimliche Begegnung der Dritten Art – in bestem Akte X-Stil – doch zum Schluss hin wird einfach nicht klar, welche Intention die Aliens genau hatten. Man bekommt letztendlich einen halbgaren Lösungsansatz präsentiert, dennoch bleiben viel zu viele Logik-Fragen offen…
Wenn man sehr auf Alien-Mystery der 80er und 90er steht, dann kann man durchaus einen Blick riskieren; aber dem Mainstream dürfte Dark Encounter letztendlich ein bisschen zu banal sein. Es ist ein wirklich sehr merkwürdiger Genre-Mix…
3 von 6 Punkten
DVD / Blu-ray
Da ich den Film als Presse-Stream gesichtet habe, kann ich keine Angaben über die Bildqualität der deutschen Heimkinoveröffentlichungen machen.
Verleih: Falcom Media
Verleihstart: 28.02.2020
Verkaufstart: 28.02.2020
Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle
Discs enthalten: 1
Wendecover: Unbekannt
Schuber: Nein
Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 2,39 : 1
Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz
4K UltraHD Auflösung: Unbekannt
Laufzeit: ca. 94 Min. (Blu-ray ca. 98 Min.)
Uncut: Ja
Extras:
• Trailer