Review: BuyBust

BuyBust - Blu-ray DVD Cover FSK 18

Kurzinhalt & Trailer:

Nina Manigan, Neuling bei der philippinischen Drogenpolizei und Teil einer Eliteeinheit, soll bei einer Razzia einen einflussreichen Drogenboss hochnehmen. Die Mission treibt die Ermittler tief in die labyrinthartigen Gassen der Slums von Manila – bis sie merken, dass bei der Planung schwerwiegende Fehler unterlaufen sind, die sie jetzt das Leben kosten können. Als sie dann noch in einen Hinterhalt geraten, bleibt ihnen keine andere Wahl: Sie müssen sich ohne Rücksicht auf Verluste den Weg freischießen, um dieser Hölle lebend zu entkommen.

Originaltitel: BuyBust

Jahr: 2017

Genre: Action, Martial Arts, Gangster

Kinostart: Nein

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: Philippinen

Regie: Erik Matti

Drehbuch: Anton C. Santamaria, Erik Matti

Produzenten: Veronique del Rosario-Corpus, Erik Matti, Nate Bolotin, Todd Brown, Vic del Rosario Jr., Ronald Stephen Monteverde

Darsteller: Anne Curtis, Brandon Vera, Victor Neri, Arjo Atayde, Levi Ignacio, Alex Calleja, Lao Rodriguez, Joross Gamboa, Ricky Pascua, Nonie Buencamino, Sheen Gener, AJ Muhlach, Mara Lopez, Tarek El Tayech, Maddie Martinez, Nafa Hilario-Cruz

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche Blu-ray (Mediabook)
Mit freundlicher Unterstützung von Capelight Pictures

Auf diesen philippinischen Hardcore-Actioner habe ich mich sehr gefreut, da er gewissermaßen als eine Art neuer The Raid angekündigt wurde und der deutsche Filmverleih Capelight Pictures sich sehr viel Mühe mit der Veröffentlichung gegeben hat. Das Mediabook macht einiges her und ist gespickt mit vielen Extras und Informationen zu diesem im Grunde super sympathischen Filmprojekt. Und wie so oft hat gerade letzteres mir schlaflose Nächte bereitet, was diese Rezension angeht…

Die Philippinen sind eine der ältesten Demokratien im asiatisch Raum und haben dramatische Probleme mit dem Drogenhandel, deren Leidtragende oft die Ärmsten der Armen sind. Vor allem in der Hauptstadt Manila haben sich schätzungsweise vier Millionen Menschen in sogenannte ‚Squatter-Areas‘ niedergelassen, weil es die stetig verarmende Landbevölkerung zunehmend in die Metropolen zieht. In diesen verwilderten Slums ist es der Polizei quasi unmöglich Herr über den immer noch florierenden Drogenhandel zu werden, dem der neue Präsident Rodrigo Duterte, nach dem Regierungswechsel im Jahr 2016, mit dem sogenannten ‚Philippine Drug War‘ den Krieg erklärt hat. Der größte Slum in Manila ist der ‚Smokey Mountain‘ im Stadtteil ‚Tonto‘, eine ehemalige Mülldeponie, die 1993 geschlossen wurde und seitdem mehreren zehntausend Menschen ein Zuhause bietet.

BuyBust - Szenenbild

Im Mittelpunkt von BuyBust steht eine Spezialeinheit der ‚Philippine Drug Enforcement Agency‘ (PDEA), die in einen Slum in Tonto/Manila eindringen soll, um dort einen Drogenbaron dingfest zu machen. Doch wie so oft ist das Einsatzgebiet sehr unübersichtlich und schützt sich quasi selbst vor äußeren Einflüssen dadurch, dass es nur einen Ein- und Ausgang gibt, den die Elitetruppe benutzen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass in diesen Slums nicht nur Kriminelle wohnen, sondern auch ganz normale Bürger, die teilweise nicht einmal unter der Armutsgrenze leben, sondern sich in den Slums aus Mangel an Wohnraum und Nähe zum Job niedergelassen haben. In dem Labyrinth aus Wellblech und Pressholz gibt es selten Klingelschilder und natürlich sind die notdürftigen Wohnsitze meist nicht gemeldet. Auch eine Luftaufklärung ist in dem Gewirr aus matschigen und vermüllten Gängen nicht möglich. Freund und Feind sind deshalb nur sehr schwer zu unterscheiden und so befinden sich die Protagonisten schnell in ernsten Schwierigkeiten; nicht nur was die schießwütigen Kriminellen angeht. Auch die gesetzestreue Bevölkerung fühlt sich von der Regierung im Stich gelassen, denn zu viele von ihnen sind unter dem Deckmantel des ‚Philippine Drug War‘ als Kollateralschaden bereits ums Leben gekommen.
So viel in Kurzform zum super sozialkritischen und wirklich ernsten Hintergrund des Films, dessen Bestreben es ist, die Welt über die schlimmen Verhältnisse in den großen Städten der Philippinen und deren ganz eigene Interpretation von Demokratie aufzuklären.

BuyBust - Szenenbild

Das Setting wirkt unglaublich echt, nur am Szenario selbst kränkelt es in vielerlei Hinsicht (dazu später mehr). Hierfür wurde eine tatsächliche „Squatter-Area“ aufwändig umgebaut, in deren verschlungenen Gängen sich sogar die Darsteller und Team-Mitglieder des Öfteren verlaufen haben. Sie selbst wussten irgendwann nicht mehr genau, was echt und was Fake ist. Zudem spielt der Film bei strömendem Regen, was die Dreharbeiten sehr erschwert hat… Dies ist aber eine selbst auferlegte Hürde des Regisseurs und Drehbuchautors Erik Matti (On the Job, Honor Thy Father), denn es hätte nicht regnen müssen; zumindest nicht die ganze Zeit, womit wir schlussendlich zu den Schwachpunkten von BuyBust kommen: Anstatt auf das Wasser von oben, hätte man sich mehr auf die Choreographien konzentrieren sollen. Diese wirken meistens eher unbeholfen und sind tatsächlich absolut nicht denen von ähnlich gearteten Filmerfolgen, wie z.B. dem bereits erwähnten The Raid oder auch Headshot vergleichbar.
Durch den permanenten Regen sind die auf dem Back-Cover angegebenen 928 Liter Kunstblut kaum bemerkbar. Gegenteiliges gilt für die mäßigen CGI-Spritzer und die teils recht lieblos eingefügten Mündungsfeuer-Blitze der in diesem Film verwendeten Bleispritzen. Dabei handelt es sich übrigens um das semi-automatische ‚Colt ArmaLite AR-15‘ Sturmgewehr, was der derzeitigen Standardbewaffnung der PDEA entspricht… Warum ich das erwähne? – Nun, um die Detailverliebtheit der Macher zu überprüfen! Ich hatte es nämlich optisch mit dem M16 verwechselt, welches zwar aus der selben „Familie“ kommt, aber seit dem Vietnamkrieg fast ausschließlich von US-Soldaten verwendet wird. Und irgendwie störe ich mich sehr daran, wenn bei solch militärischen Actionfilmen falsche Waffen gezeigt werden…

BuyBust - Szenenbild

Die schauspielerischen Leistungen sind wegen der mäßigen Synchro kaum zu beurteilen. Im super interessanten Making of werden die einzelnen Schauspieler zwar vom Regisseur in den Himmel gelobt, mir selbst sind aber nur die eher grobmotorischen Choreographien und recht unpassenden Synchronstimmen im Hinterkopf geblieben. Einen wirklichen Bezug zu den einzelnen Charakteren herzustellen erwies sich zudem als äußerst schwierig.
Die treibenden Kräfte sind lediglich die Hauptrollen Nina (Anne Curtis) und Rico (Brandon Vera). Anne Curtis ist eine recht erfolgreiche australische Schauspielerin und Brandon Vera ein glatzköpfiger, amerikanischer Hühne, der vor BuyBust lediglich eine kleine Rolle in einer philippinischen Actionserie gespielt hat. Abgesehen davon, dass es sich bei den von ihnen gespielten Charakteren um die Hauptrollen handelt, war es mir mehr oder minder egal ob sie sterben oder nicht. Zusätzlich wurden die Bösewichte sehr comichaft gezeichnet, was im krassen Kontrast zum durchaus ernsten Hintergrund des Films steht.

Fazit:

Trotz wirklich löblichem Ansatz plätschert BuyBust nur von einer mäßig choreographierten Actionszene zur nächsten. Es ist einfach nicht das erwartete, ultra harte Action-Feuerwerk, als das es angepriesen wurde. Ich brauchte für diese Rezension tatsächlich auch zwei Anläufe, was die Sichtung angeht…
Durch die eher zweckmäßige Synchronisation wirken viele durchaus ernste Szenen sehr melodramatisch und unfreiwillig komisch, und womöglich bleibt durch sie auch viel der schauspielerischen Leistung auf der Strecke. Tatsächlich tut es mir irgendwie leid diesem Film keine wirklich gute Wertung geben zu können, aber immerhin hat er mich neugierig darüber gemacht, was die politische Situation der Philippinen angeht… und das will der Film ja hauptsächlich!

Wertung: 3,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / Mediabook (Verleih & Verkauf)

An der Qualität der Veröffentlichung durch Capelight Pictures gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen. Das Mediabook beinhaltet viele interessante Infos zur politischen Situation auf den Philippinen und auf die Discs wurden sehr interessante Extras gepresst.

Verleih: Capelight Pictures

Verleihstart: 23.11.2018

Verkaufstart: 23.11.2018

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle (schwarz) / Mediabook

Discs enthalten: 1 (2 im Mediabook)

Wendecover: Ja

Schuber: Ja (Blu-ray)

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Tagalog: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 122 Min. (ca. 127 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Making Of
• Hinter den Kulissen
• 24-seitiges Booklet (nur im Mediabook)
• Trailer

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