GruselSeite.com

Review: Alone

Alone - DVD Blu-ray Cover FSK 16

Kurzinhalt:

Bloß raus aus ihrem alten Leben, denkt sich Jessica. Und gibt Gas in ihrem Volvo, als sie Portland hinter sich lässt. Eine ganz normale Fahrt soll es werden. Bis Jessica auf einer einsamen Landstraße einen alarmierend langsam fahrenden SUV vor sich überholt, der sie sofort darauf bedrängt: Gerade noch kann sie einen Crash mit einem Lastwagen verhindern. Fortan taucht der Fahrer immer wieder auf, unvermittelt, aus heiterem Himmel, drängt sich in Jessicas Leben. Bildet sie sich die Bedrohung nur ein? Doch dann schlägt der Fremde zu. Er verschleppt Jessica, der erst jetzt das Ausmaß des Albtraums bewusst wird, der vor ihr liegt – und aus dem nur sie selbst sich befreien kann…

Originaltitel: Alone

Jahr: 2020

Genre: Backwoodhorror, Thriller, Terrorfilm

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: John Hyams

Drehbuch: Mattias Olsson

Musik: Nima Fakhrara

Produzenten: Jordan Foley, Mike Macari, Jonathan Rosenthal, Henrik JP Åkesson, Ben Cornwell, Martin Persson, Yeardley Smith, Kevin Sullivan

Darsteller: Jules Willcox, Marc Menchaca, Anthony Heald, Jonathan Rosenthal

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Presse-Stream (deutsch, 1080p)
Mit freundlicher Unterstützung von Koch Media

Nichts ist erschreckender, als das was auch tagtäglich auf dieser Welt passieren kann und tatsächlich auch so, oder zumindest so ähnlich passiert. Denken wir nur mal an den kanadischen ‚Highway of Tears‘, an dem womöglich dutzende Frauen (hauptsächlich indianischer Abstammung) in den vergangen Jahrzehnten verschwunden sind, die größtenteils nie wieder auftauchten, oder lediglich Überreste von ihnen gefunden wurden. 18 Fälle wurden bisher offiziell bestätigt, Amnesty International geht aber von einer weitaus höheren Zahl von Frauen aus, die entlang der über 700km langen Hauptverkehrsstraße – eine überaus beliebte Route für Tramper – spurlos verschwunden sind. Bei den verhältnismäßig wenigen, durch die Polizei bestätigten Fällen wurden die Frauen auf der Strecke zwischen unterschiedlichen Reservaten und Holzfällercamps aufgelesen, vergewaltigt, erschlagen und wie Müll am Straßenrand abgeladen. Das Leben einer Indianerin zählt für einige im hohen Norden des amerikanischen Kontinents anscheinend nicht viel… aber ich schweife ab.

Alone- Szenenbild

In Alone geht es zwar nicht um den sogenannten ‚Highway of Tears‘ und Jessica (Jules Willcox) stammt auch nicht von irgendwelchen Ureinwohnern des nordamerikanischen Kontinents ab, aber knapp ein halbes Jahr nach dem tragischen Selbstmord ihres Ehemannes beschließt die Protagonistin in einen anderen Bundesstaat zu ziehen, was eine viertägige Reise mit dem Auto und einem Anhänger mit all ihrem Habe bedeutet.

Riesige Urwälder entlang der amerikanischen Highways, in die teilweise seit mehreren Jahrhunderten kein Mensch mehr einen Fuß gesetzt hat, sind auch in den US von A nicht selten. Und genau in solch einer verlassenen Gegend beginnt eine gnadenlose Hetzjagd mit einem völlig Fremden (Marc MenchacaOzark, Black Mirror). Die Gründe für sein Tun sind so einfach wie effektiv: Ihm geht einer steil, wenn er Frauen einfängt, in einer abgelegenen Waldhütte einsperrt, quält und sie schlussendlich ermordet. Doch sein aktuelles Opfer stellt sich als außerordentlich widerspenstig heraus…

Jessica ist keine blutjunge, blonde, typisch amerkanische Slasher-Klischee-Heldin, wie zumeist in derartigen Filmen präsentiert; sie könnte die Tochter, die Schwester, oder die Tante von Jedermann sein, was ihren späteren Überlebenskampf (vor allem aus der Frauen-Perspektive) so mitreißend macht. Selbiges gilt auch für „den Mann“, der ein gewöhnlicher Normalo ist, wie man ihn an jeder Tankstelle, oder in jedem Supermarkt trifft. Ohne dass zu viele Schnörkel gezogen werden, also auf das Wesentliche reduziert, wird im Verlauf der Story recht zufriedenstellend auf die beiden Charaktere eingegangen.

Alone - Szenenbild

Bis dahin ein potentielles Roadmovie, baut bereits die erste Begegnung mit dem Psychopathen – ein riskantes Überholmanöver nach knapp 10 Minuten Laufzeit – sehr gekonnt eine äußerst dichte und beklemmende Atmosphäre auf. Das anfängliche, vor allem auf psychologischer Ebene recht schweißtreibende Katz und Maus Spiel zwischen der Reisenden und „dem Mann“ füllt in etwa das erste Drittel des Films, bis die Situation schlussendlich eskaliert. Ab diesem Punkt, also dem zweiten Kapitel (die Story wird in vier Kapiteln erzählt), beginnt ein äußerst spannender Überlebenskampf, der bis zur letzten Minute andauert. Einmal in Wallung, ebbt die Spannungskurve in diesem kleinen Genre-Highlight nicht mehr ab…

Die Kamera und der Schnitt sind „always on point“ und im Tempo der Erzählstruktur. Auch in dunkleren Szenen kann man als Zuschauer alles wunderbar erkennen.

Alone - Szenenbild

Der Regisseur John Hyams ist übrigens kein unbeschriebenes Blatt im Horrorgenre: Er hat z.B. bereits die Zombie-Endzeitserie Black Summer (Netflix) realisiert und bei vielen Folgen von Z Nation die Regie übernommen. Außerdem befindet sich gerade unter seiner Aufsicht ein Remake zum 80er Jahre Kultfilm Maniac Cop in der Pre-Production.

Fazit:

Alone schafft es tatsächlich ohne blutige Effekthascherei und übertriebene Grausamkeiten zu „unterhalten“ (was bei John Hyams Filmografie verwunderlich ist); ist dabei aber keines Falls seichte Kost! Auf Grund der gekonnten visuellen Darstellung der namensgebenden Abgeschiedenheit, der stimmigen Sound-Untermalung, der tollen schauspielerischen Leistungen, des hohen Tempos und der Reduzierung auf das Wesentliche kommt sehr schnell eine ansprechend düstere und vor allem glaubwürdige Stimmung auf, die natürlich auf Backwoodhorror- und Thrillerfans zugeschnitten ist.
Erschreckend ist diese Geschichte vor allem, weil sie so nachvollziehbar realistisch ist. Leider ist Alone dadurch aber ein eher einmaliges Vergnügen. Einmal gesehen weiß man was passiert. Diesbezüglich hätten dem Film womöglich eine Hand voll etwas expliziterer Szenen ganz gut getan. Einem solch „nüchtern“ präsentierten Survival-Thriller fehlt natürlich der Kultfaktor z.B. eines Wrong Turn. Trotzdem wurde ich einmalig wirklich sehr sehr gut unterhalten!

4,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray

Die Bildqualität des von mir gesichteten Presse-Streams war sehr gut (keine Wasserzeichen, astreines 1080p, gute Kontraste). Der Sound ist durch meine kleinen Stereo-Kopfhörer nur schwer zu bewerten, aber Koch Media bietet erfahrungsgemäß best mögliche Qualität. Auch wenn es sich um eine verhältnismäßig kleine Genre-Produktion handelt, hätte mich hier ein Making of als Extra sehr interessiert. Extras gibt es leider keine nennenswerten auf den deutschen Veröffentlichungen. Die deutsche Synchronisation geht übrigens vollkommen in Ordnung. Sie könnte etwas besser sein, aber es geht auch weit-weit-weitaus schlechter…

Verleih: Koch Media

Verleihstart: 25.03.2021 (VoD)

Verkaufstart: 25.03.2021

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Unbekannt

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,4 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung:

Laufzeit: ca. 94 Min. (Blu-ray ca. 98 Min.)

Uncut: Ja

Extras:
• Bildergalerie
• Trailer


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.