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Review: See For Me

See For Me - DVD Blu-ray Cover FSK 16

Kurzinhalt:

Als die junge Athletin Sophie durch eine Krankheit erblindet, wird ihre vielversprechende Ski-Karriere abrupt beendet. Nun schlägt sie sich mit Gelegenheitsjobs bei wohlhabenden Familien durch. Ihr neuester Auftrag: Cat-Sitting in einer abgelegenen Luxusvilla in Upstate New York. Aus dem vermeintlich langweiligen Job wird ein Kampf ums nackte Überleben, als nachts drei skrupellose, brutale Einbrecher in die Villa eindringen. Sophies letzte Hoffnung: Die App „See For Me“. Über ihr Smartphone wird sie per Zufall mit der Veteranin Kelly verbunden, die jetzt das Sehen für Sophie über die Webcam übernimmt. Mit vereinten Kräften stellen sich die beiden jungen Frauen den Eindringlingen, die nicht einmal vor einem Mord zurückschrecken.

Originaltitel: See For Me

Jahr: 2021

Genre: Homeinvasion, Thriller, Gangster

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: Kanada

Regie: Randall Okita

Drehbuch: Adam Yorke, Tommy Gushue

Musik: Joseph Murray, Lodewijk Vos

Produzenten: Matt Code, Kristy Neville, David Di Brina

Darsteller: Skyler Davenport, Natalie Brown, Jessica Parker Kennedy, Kim Coates, George Tchortov, Pascal Langdale, Joe Pingue, Emily Piggford, Laura Vandervoort, Keaton Kaplan

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Presse-Stream (deutsch, 1080p)
Mit freundlicher Unterstützung von Atlas Film

Gleich vorne weg: Was mich an See For Me grundsätzlich stört, ist, dass alles (so wohl vom Set, als auch von der Kameraarbeit her) zu blank geleckt wirkt. Die Geschichte spielt sich in einer abgelegenen, super schicken und modernen Villa im Winter ab. Alles ist wirklich blitzblank sauber, keine Flecken, keine Beschädigungen, viel zu kühle Farben… keine Seele! – Solch ein Set-Design spricht mich persönlich Null an, weil es schlichtweg unrealistisch wirkt. Es ist als hätte man einen Tatortreiniger vor dem Dreh durch das Gebäude geschickt, und dann tunlichst darauf geachtet, dass kein Crew-Mitglied auch nur ein Haar oder gar eine Hautschuppe verliert. Und das, obwohl unsere blinde Protagonistin eigentlich zum Katzensitting von einer alleinstehenden, reichen Dame engagiert wurde, die kurzfristig verreisen muss. Und Katzen machen nun mal Dreck… Auch warum sich die Hausherrin für die blinde Sophie als Katzen- bzw. Haussitterin entschieden hat, bleibt relativ unklar. Zumal sie offensichtlich über Personal verfügt, welches sich um die Katze kümmern könnte, sonst wäre ihre Bude ja nicht so perfekt reinlich.

See For Me - Szenenbild

Und damit kommen wir zu Sophie, gespielt von Skyler Davenport, die tatsächlich unter einer Sehbehinderung leidet und darum auch sehr authentisch, was die Blindheit angeht, vor den Kameras agierte. Mein größter Kritikpunkt an der Figur Sophie ist aber, dass sie sehr unsympathisch ist. Sie hat einen unbegründeten Hass auf die Menschheit und ist furchtbar unfreundlich zu jedem, der ihr helfen will, und beklaut andere, weil ja niemand eine Behinderte verdächtigen würde. Auch das Verhältnis zu ihrer Mutter, zu Beginn des Films, scheint ziemlich schlecht. Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, warum die wichtigste Rolle in der Geschichte so biestig geschrieben wurde; denn eigentlich soll man als Zuschauer doch mit der Protagonistin sympathisieren.
Sophie hat es sich also zur Aufgabe gemacht zur Aufgabe gemacht, sich durch Diebstahl bei ihren Auftraggebern zu bereichern (in diesem Fall sehr teure Weine, die sie verkaufen will). Dabei hilft ihr ein Kumpel per Videocall über das Smartphone, der aber langsam die Schnauze voll von ihren Eskapaden hat. Als dieser dann kurzerhand mit Sophie bricht und sie sich dummerweise auch noch aus dem Haus aussperrt, ist sie darauf angewiesen den namensgebenden Internetdienst „See For Me“ zu kontaktieren, über den ihr promt ein viel zu „hottes Gamergirl“ (nicht das es keine hotten Gamer-Girls gibt, aber ich meine dieses „WatchdogsUbi-Soft-Hipster“-Hot) hilft in die Villa einzubrechen. Diese wird schlussendlich auch kontaktiert, als nächtens ein paar Ganoven in die Villa einsteigen, um einen Tresor mit unbekanntem Inhalt zu knacken. Natürlich geht bei dem Einbruch allerlei schief, weil natürlich auch niemand damit gerechnet hätte, dass sich ein junges Mädchen im Haus befindet, dass sich in der Dunkelheit bestens zurecht findet.

See For Me - Szenenbild

Normalerweise bin ich relativ grün mit der Tatsache, dass es in den meisten Filmen natürlich irgendwelche Logikfehler gibt. Die Authentizität geht hier aber für mich flöten, wenn Sophie mit dem hell erleuchteten Handy-Display durch die dunklen Flure und Zimmer streift und die Einbrecher den Lichtschein nicht sehen. Diesbezüglich hätte man sich viel mehr Mühe geben müssen. Die Grundidee von See For Me ist eigentlich gut, die Umsetzung eher weniger.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass die „Protagonistin“ hier im erzählerischen Sinne ihrer Aufgabe nicht nachkommt, was größtenteils dem Drehbuch geschuldet ist. Man muss sich mit einem Protagonisten identifizieren können, denn dieser erlebt stellvertretend für den Zuschauer ein Abenteuer. Und wenn er einfach zu unsympathisch ist, dann findet man einen Film automatisch weniger spannend bzw. gut. Eine Behinderung reicht für mich nicht, wenn der Charakter insgesamt schlecht durchdacht ist. Das ist eine ganz einfache Milchmädchenrechnung, die man höchstwahrscheinlich in jedem Drehbuchschreiben-Grundkurs an einer beliebigen Filmakademie beigebracht bekommt. Über die 0815-Ausarbeitung der Einbrecher fange ich gar nicht erst an schwadronieren…

See For Me - Szenenbild

Fazit:

Die Grundidee ist gut, aber die schlecht geschriebene Protagonistin und das zu geleckte, unglaubwürdige Set und auch 0815-Szenario haben mich irgendwann nur noch gelangweilt. Man kann sich See For Me durchaus geben, aber dieser Homeinvasion-Thriller ist höchstens ein einmaliges Vergnügen. Zudem mindern gravierende Logikfehler enorm die Spannung. Schade eigentlich, denn ich hatte auf mehr als eine Vier (< 50%) in Schulnoten gehofft. Ein Vollversagen ist der Film nicht, man hätte aber vieles mit wenigen Kniffen besser inszenieren können...

3 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray

Bisher nur als Presse-Stream gesichtet (vimeo, deutsch, 1080p).

Verleih: Atlas Film

Verleihstart: 25.03.2022 (VoD)

Verkaufstart: 20.05.2022

Verpackung: DVD / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,39 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

4K UltraHD Auflösung:

Laufzeit: ca. 91 Min. (Blu-ray ca. 93 Min.)

Uncut: Ja

Extras:
• Trailer


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