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Review: Downrange

Downrange - Blu-ray DVD Cover FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

Eine Gruppe von sechs Freunden wird auf ihrem Roadtrip durch ein einsames Stück Land von einem platten Reifen aufgehalten. Gelassen setzen sich die Beifahrer in den Schatten des SUVs, während Fahrer Jeff den Reifen wechselt. Als Sara nach einiger Zeit nach ihm sieht, klafft ein riesiges Loch in seinem Schädel – er wurde erschossen! Schnell wird klar, dass auch der Reifen nicht zufällig geplatzt ist. Ein Scharfschütze versteckt sich irgendwo im Umkreis und kann jederzeit von überall aus den Abzug betätigen. Die Freunde versuchen das Auto als Schutzschild zu nutzen, doch je länger sie dort ausharren, desto treffsicherer wird auch der unbekannte Killer…

Originaltitel: Downrange

Jahr: 2017

Genre: Terrorfilm, Survival, Thriller

Kinostart: Nein

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: Japan, USA

Regie: Ryûhei Kitamura

Drehbuch: Ryûhei Kitamura, Joey O’Bryan

Produzenten: Ryûhei Kitamura, Ko Mori, Tarô Maki

Darsteller: Kelly Connaire, Stephanie Pearson, Rod Hernandez, Anthony Kirlew, Alexa Yeames, Jason Tobias, Aion Boyd, Eric Matuschek, Ikumi Yoshimatsu, Hana Burson, Chris Powell, Graham Skipper, Nick Burson, Emory Lawrence

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche Blu-ray

Seitdem ich den 10.000$-Film Versus gesehen habe, bin ich Fan des japanischen Regisseurs Ryûhei Kitamura (The Midnight Meat Train, Godzilla: Final Wars, Azumi), der vor allem für kreative und sehr abgefahrene Kameraeinstellungen steht, aber auch für sau blutige Action. Also freute ich mich sehr auf Downrange, in dem ein Scharfschütze grundlos ein paar Twens während eines Roadtrips in der Einöde aufmischt… oder sagen wir eher „ihr Innerstes auf dem Asphalt verteilt!“ – So einfach kann ein Terrorfilm sein, und gleichermaßen auch so super effektiv.
Lediglich 3,5 Produzenten hat es gebraucht, dieses unerwartet actionreiche und bluttriefende Kammerspiel unter freiem Himmel zu realisieren. Dabei stellen sich die jungen Opfer tatsächlich auch ziemlich schlau an dem Scharfschützen zu entkommen. Und ein absolut großer Pluspunkt des Films ist, dass er am Tage, bei sengender Sonne spielt. Man kann also jederzeit alles bestens erkennen und es wurden keine Effekte mit Dunkelfiltern kaschiert!
Bei den Effekten sprechen wir übrigens von Handgemachtem, was natürlich noch deutlich intensiver wirkt, als wenn das Blut zu 90% aus dem Computer stammt.

Downrange - Szenenbild

Downrange fängt genau dort an, wo der Reifen des SUV der Reisegemeinschaft platzt. Tatsächlich handelt es sich dabei auch nicht um Freunde, wie in der Inhaltsangabe zu lesen, sondern um eine Art Mitfahrgelegenheit. Die Protagonisten lernen sich also erst einmal kennen, was für mich ein wichtiger Aspekt der Erzählweise des Films ist. Niemand weiß, was die anderen so auf dem Kasten haben oder irgendetwas über deren Hintergrundgeschichte. Dies bekommt man nach und nach im Film erklärt bzw. müssen sich die Charaktere erst einmal beweisen. Einige der Roadtripper sterben auch ziemlich unerwartet… Tatsächlich hätte ich das erste Opfer als Helden erwägt, aber so kann man sich täuschen…

Im weiteren Verlauf verschanzen sich die überlebenden Twens hinter dem Autowrack, während der Schütze versucht durch das Blech hindurch zu schießen. So wurden auch Kleinigkeiten, wie z.B. das „hinter dem Motorblock verstecken“ mit bedacht, weil das offensichtlich mittlere Kaliber (wahrscheinlich 7,62mm oder .308) des Bösewichts nicht groß genug ist, der wiederum bemüht ist die Feuerkraft seiner „Repetierbüchse“ zu verstärken (z.B. den Schalldämpfer zu entfernen) und Schwachstellen in der Fahrzeugkonstruktion auszuloten.

Downrange - Szenenbild

Warum gehe ich so dermaßen beim Schützen ins Detail? – Nun, das ist irgendwie der einzige Schwachpunkt in Downrange, denn die Ballistik wird von vielen Kritikern im Netz regelrecht zerpflückt. Für mich gehen die Winkel aber grundsätzlich in Ordnung und wir sprechen hier auch von einer ziemlich kleinen Produktion, bei der einfach nicht alles 100%ig korrekt sein kann. Die Macher eines solchen Films müssen manchmal improvisieren bzw. sieht man als Filmschaffender erst in der Postproduktion, ob auch wirklich alles passt.

Das genaue Budget konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Diverse Quellen berichten aber darüber, dass es sehr gering gewesen sei. Und da kommen wir schon zu den großen Stärken dieser unabhängigen japanisch-amerikanischen Produktion, und das sind der wirklich schicke Indie-Look, mit sehr coolen Kameraeinstellungen (Ryûhei Kitamura eben), und das ultra minimalistische Setting, in dem auf einfachste Art und Weise super viele spannungsgeladene Momente stattfinden.
In Downrange wird Minimalismus groß geschrieben und trotzdem greift alles wirklich gut ineinander… bis auf den Schluss, der dann doch ein wenig zu hirnrissig und theatralisch daher kommt. Aber das kennt man ja: Irgendwas dummes muss passieren, damit man aus einer scheinbar ausweglosen Situation entkommen kann…

Downrange - Szenenbild

Fazit:

Der Terrorfilm ist gewissermaßen mein liebstes Subgenre, weil der Horror meist sehr real ist. In solche Situationen kann man sich als Zuschauer sehr gut rein versetzen.
Mit wenig Budget hat es Ryûhei Kitamura geschafft einen super bluttriefenden und verdammt effektiven Survivalhorror zu inszenieren, der zusätzlich durch einen tollen und kreativen Look bestechen kann. Kleine ballistische Ungereimtheiten und das etwas zu flache Ende ignoriere ich einfach mal in dieser Wertung. Downrange ist mit einer der besten und spannendsten Genre-Beiträge, die ich in diesem Jahr 2018 sehen durfte. Hierfür gibt es einen dicken Daumen nach oben!

5.5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray

An der Bild- und Tonqualität der hier geprüften Blu-ray gibt es nichts zu meckern. Leider befinden sich keine Extras auf den deutschen Veröffentlichungen.

Verleih: Splendid Film

Verleihstart: 25.05.2018

Verkaufstart: 25.05.2018

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DD 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 90 Min. (ca. 94 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Trailer

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