Survivalspiele: Project Zomboid

Erhältlich für: PC

Auf den ersten Blick wirkt der Indie-Titel Project Zomboid sehr gewöhnungsbedürftig, es handelt sich hierbei aber um eines der erbarmungslosesten Spiele in dieser Liste. Es handelt sich hierbei ganz einfach um die Geschichte des Todes des jeweiligen/potentiellen Spielers, wie schon das Intro ernüchternd klarstellt. Es kommt einzig und allein darauf an, wie viele Tage/Wochen/Monate/Jahre man als Charakter, den man nach passenden Werten zu Beginn auswählt und im Verlauf des Spiels auflevelt, in einer Zombiedemie überleben kann. Dabei gibt es im Einzelspielermodus zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten für lokale Server: So kann man neben der Länge der Tage und Nächte auch die Anzahl und Respawnzeit (das Neuerscheinen) der Zombies regulieren, Events einstellen oder gar, ob die Natur die mittlerweile menschenleere und fiktive Gegend „Knox County“ wieder erobert. Letzteres Feature ist bis Dato einzigartig in Survival-Sandboxspielen.

So beginnt man standardmäßig als frisch erstellter Charakter, mit einer Spezialfähigkeit (je nach ehemaligem Beruf), in einer der beiden Städte ‚Muldraugh‘ oder ‚West Point‘ (es gibt auch gemoddete Karten), die beide recht übersichtlich gestaltet wurden. Natürlich tummeln sich super viele Zombies auf den Straßen, die einem fortan nach dem Leben trachten. Der Clou dabei ist, dass man sie trotz isometrischer Perspektive nur dann sehen kann, wenn sie sich direkt im Blickfeld/in der Blickrichtung des Charakters befinden.
Anfänglich kann man die lebenden Leichen nur schubsen und mit etwas Glück, wenn sie dabei stolpern, den Kopf zu Brei treten. Dies ist aber sehr schwierig, bzw. Glückssache… also nimmt man, wenn man von ihnen entdeckt wurde, erst mal die Beine in die Hand. – Flieht man dabei in ein Haus, sollte einem klar sein dass die Zombies Türen einhauen können und man muss stets im Blick haben, ob es Fluchtmöglichkeiten gibt. Dies können in den oberen Stockwerken auch Bettlaken sein, die man zusammen knotet (Crafting) und an denen man sich aus den Fenstern in Sicherheit hangelt…

Wie auch in anderen Survivalspielen findet man in den verschiedensten Gebäuden diverse Hilfsmittel zum Überleben und natürlich Lebensmittel; aber auch Fachbücher, die man lesen kann, um seine Fähigkeiten/Fertigkeiten zu verbessern. So muss man früher oder später in Project Zomboid auch Bäume fällen, das Holz zu Brettern verarbeiten, Fenster vernageln und kann sich irgendwann sogar eine riesengroße Basis mitsamt Garten und Bewässerungsanlage für die kommende Erntesaison bauen, es geht aber schneller und einfacher mit einem belesenen Charakter! – Am besten sucht man sich dafür ein schon bestehendes Haus aus, welches man erst mal säubert, sichert und dann ausbaut. Tragt aber vorher die Leichen hinaus, denn die fangen an zu stinken! – Beim Bau darf man auch nicht vergessen auf Sichtschutz zu achten, denn Zombies können einen durch nicht verhangene Fenster sehen und wenn man zu laut ist, sogar auch hinter Mauern hören…
Von Zeit zu Zeit gibt es noch gewisse Events, z.B. Schüsse in der Nähe oder ein vorbeifliegender Helikopter, welche Zombies aus anderen Teilen der Stadt in eine bestimmte Richtung locken. Hat man Pech, dann wird die eigene Basis kurzerhand von einer Horde überrannt…
Die durch Bücher zu verbessernden Fähigkeiten reichen vom Handwerk über Sport bis hin zu Landwirtschaft, Fischen und Jagd. Mit diesen Fähigkeiten kann man im späteren Spielverlauf besser überleben.

Zu Beginn einer Partie sollte man darauf achten haltbare Lebensmittel, wie Konserven und Kartoffelchipstüten, für schlechte Zeiten aufzubewahren und sich vorerst von verderblichen Lebensmitteln (wie z.B. Käse, Obst und Gemüse) der Auslagen im Supermarkt zu ernähren; denn Haltbarkeit spielt eine enorm große Rolle, zumindest wenn man dieses Feature nicht in den Einstellungen deaktiviert hat. Zudem kann man sich natürlich auch Lebensmittel herstellen. Nach dem Kochen muss man aber unbedingt darauf achten den Herd auszumachen, um nicht aus Versehen sein ganzes Haus abzufackeln (soll wohl mal passiert sein…). Dies alles und noch viel mehr bietet Project Zomboid!

Interessant an diesem Titel ist vor allem, dass das Spiel im Sommer kurz nach dem Ausbruch der Zombiedemie startet und der Strom und die Wasserversorgung der Stadt noch funktionieren. Nach und nach fällt dieser Luxus aber weg, denn wenn das Stromnetz nach einigen Ingame-Spielwochen zusammenbricht, dann funktionieren auch die Wasserwerke nicht mehr… die Monate und Jahreszeiten verstreichen, Nächte werden im Verlauf immer dunkler (denn es gibt ja keinen Strom mehr) und man muss immer größere Wege zurücklegen, um Nahrungsmittel zu finden. Also sollte man sich von Anfang an gut darauf vorbereiten als Selbstversorger leben zu können…

Im Multiplayer Modus gibt es (noch) nicht besonders viele Einstellungsmöglichkeiten; und weil die Monate und Jahre verstreichen solange ein Server läuft, ist davon abzuraten auf öffentlichen Servern zu spielen. Am besten eröffnet man sich hierfür einen kostengünstigen 4-5-6-Slots Server bei einem der gängigen Anbieter, stellt ein dass die Zeit nur weiterläuft wenn Spieler online sind und verabredet sich mit Kumpels zum Zusammenspielen.

Lasst euch nicht von der eher niedlichen, isometrischen Retro-Grafik täuschen, Project Zomboid ist wohl das härteste, umfangreichste und erbarmungsloseste Zombie-Survivalspiel welches derzeit erhältlich ist. Permadeath wie immer inklusive!

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