Survivalspiele: Battlegrounds

Erhältlich für: PC (Xbox One, Playstation 4 angekündigt)

PlayerUnknown’s Battlegrounds ist natürlich kein wirklich klassisches Survivalspiel wie z.B. DayZ, steht aber in enger Verbindung mit dem heutigen Urvater des Genres, denn ‚PlayerUnknown‘ ist der Spielername des Entwicklers, der bereits eine „Battle Royale“-Mod für den eben genannten „Zombie-Wandersimulator“ erschaffen hat. Was ‚Battle Royale‘ ist? – Nun, da denken wir zunächst einmal an den gleichnamigen, japanischen Film von Kinji Fukasaku († 2003) aus dem Jahr 2000, in dem in einer nicht all zu fernen Zukunft eine Schulklasse auf einer Insel ausgesetzt wird und jeder der Schüler dort gegen seine Klassenkameraden ums nackte Überleben kämpfen muss. Diese Idee wurde von Hollywood später u.a. für Die Tribute von Panem neu aufgegriffen und erfreut sich aktuell auch unter (hauptsächlich) PC-Spielern großer Beliebtheit. So erschuf PlayerUnknown anfangs nur eine DayZ-Modifikation (für ArmA 2), übernahm das Prinzip mit in die Fortsetzung ArmA 3 und wurde später vom Medienkonzern Sony als Berater für den H1Z1-Spielmodus ‚King of the Kill‘ engagiert… wie es scheint, hat sich der Gute aber seine besten Ideen und Features für sein eigenes ‚Unreal Engine 4‘-Projekt Battlegrounds aufgehoben.

So wird man zusammen mit maximal 99 weiteren Spielern, ohne Proviant und Ausrüstung aus einem Flugzeug über einer Insel abgeworfen, wobei man seinen Absprungpunkt selbst wählen kann und hoffen muss, dass nicht zu viele Feinde in der selben Gegend landen. Fortan gilt es sich möglichst schnell gute Ausrüstung zusammenzusuchen und natürlich seinen Gegnern schnellstens und möglichst unbemerkt den Gar auszumachen; denn am Schluss darf nur einer überleben. Dies geht auch zusammen mit einem Kumpel oder in einer Gruppe, bestehend aus vier Spielern. Natürlich kämpfen dann sogenannte Squads gegeneinander, was das äußerst kurzweilige Spektakel noch etwas interessanter macht. Vor allem muss man dann aber aufpassen, nicht aus Versehen seine eigenen Leute zu treffen (Friendly Fire), die aber mit einem Icon über den Kopf gekennzeichnet sind.

Um das ganze Spielgeschehen noch etwas flotter zu gestalten, verkleinert sich der Spielbereich in regelmäßigen Abständen immer mehr, so dass sich die letzten verbliebenen Kontrahenten irgendwann an einem zentralen Punkt auf der Spielwiese „treffen“ (höchstwahrscheinlich mit Blei). Sind sie nicht schnell genug, oder haben sich einen zu riskanten/zu weit entfernten Absprungpunkt ausgewählt, dann sterben sie höchst wahrscheinlich außerhalb des stetig schrumpfenden Energieschilds. Mit Hilfe einiger taktisch gut auf der Karte verteilter Fahrzeuge kann man aber recht schnell an Raum gewinnen, nur spielt beim Auffinden dieser etwas, oder etwas mehr Glück eine große Rolle. Außerdem ist man in Fahrzeugen ein recht leichtes Ziel für versierte Schützen aus der Deckung.

Im Gegensatz zu H1Z1: King of the Kill bietet ‚PUBG‘ ein etwas realistischeres Waffen-Handling, was so viel bedeutet, dass es nicht nur den sogenannten Bulletdrop gibt (die Flugbahn der Kugel wird von der Schwerkraft beeinträchtigt), sondern dass der Spieler zusätzlich in Bewegung und ab einem gewissen Erschöpfungsgrad nicht mehr genau zielen kann. H1Z1 ist in dieser Hinsicht leider sehr Arcade-artig. Das heißt, dass wenn man sich bewegt, die Kugeln trotzdem immer genau dahin treffen, wo sich auf dem Monitor des Spielers auch das Fadenkreuz befindet. Auch gibt es in PUBG Waffen-Upgrades, wie z.B. bessere Handgriffe, Schnellwechselmagazine, größere Magazine, bessere Scopes (Zielfernrohre) und Schalldämpfer oder Mündungsfeuerdämpfer. Man kann also Waffen noch etwas modifizieren bzw. aufbessern. Zudem gibt es drei sogenannte ‚Tier‘-Level bei den Ausrüstungsgegenständen (Rucksäcke, Westen, Helme, Masken): Tier 0 (wird nicht angezeigt) ist sehr leichte Rüstung, bzw. normale Kleidung, und Tier 3 die schwerste, also am stärksten gepanzert…

Wem H1Z1 zu spielerisch, und ArmA 3 zu akkurat militärisch und/oder zu langwierig ist, der begibt sich am besten auf diesen Mittelweg, bei dem eine Spielrunde bisher circa 30 Minuten dauert. Für Abschüsse, Tötungen und bessere Platzierungen in der Endwertung gibt es am Ende jeder Runde etwas Geld, das man in sogenannte ‚Lootkisten‘ investieren kann. In diesen befinden sich etwas schickere Start-Outfits für den Charakter/Avatar, die aber rein kosmetischer Natur sind und die im Spiel keinerlei Vorteile bringen. Sie sind aber zumindest auf dem PC und der Plattform Steam handelbar…
PlayerUnknown’s Battlegrounds funktioniert schon jetzt (kurz nach Release) sehr gut und nahezu Fehlerfrei (bis auf einige Abstürze in der Lobby) und ist eine wirklich kurzweilige und angenehm kompetitive Alternative zu sehr langwierigen Survivalspielen à la DayZ.

Am Ende dieses Specials gehe ich noch kurz auf ein weiteres Battle Royale-Spiel ein, nämlich The Culling. Dies setzt seinen Fokus aber eher auf „Melee Combat“ (Nahkampfwaffen) und Crafting. Dort muss man sich also am Anfang aus Steinen und Ästen einfache Messer und Speere zusammen bauen, bis man dann mit viel Glück mechanische Waffen findet. PlayerUnknown’s Battlegrounds bietet in dieser Hinsicht nur die Modifikation der Waffe mit Hilfe der bereits erwähnten Addons. Allerdings ist ein offizieller Mod-Support bereits angekündigt, was so viel heißt wie, dass die Spielergemeinde zukünftig auch selbst für interessante Features und evtl. auch andere Spielmodi sorgen wird. Dies ist natürlich ein sehr großer Kaufanreiz. Auch wird es zum geplanten Release im August 2017 (das Spiel befindet sich aktuell in der öffentlichen Beta-Phase) weitaus mehr als nur eine Karte geben…

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