Survivalspiele: DayZ

Erhältlich für: PC (Xbox One, Playstation 4 angekündigt)

DayZ war ursprünglich eine kostenlose Modifikation (Mod) der sehr trockenen Kriegssimulation ArmA 2* und von Anfang an ein echtes Phänomen. Die Idee kam dem (anfänglichen) Entwickler Dean Hall während seiner Dienstzeit in der neuseeländischen Armee, als er sich bei einer Übung in der Wildnis schwer verletzt hatte… ArmA 2 bestach seinerzeit vor allem über eine unglaublich große Spielwelt von umgerechnet ca. 235 km², die zu jeder Zeit frei begehbar war. Bestens geeignet also für ein „Open World Survivalspiel“!

Stilistisch nachgebildet wurde vom Entwicklerstudio Bohemia Interactive* ein Landstrich im russischen Kaukasus, der kurzerhand ‚Tschernarussland‘ (Chernarus) getauft wurde. Doch tobte in Dean Halls Modifikation kein fiktionaler Bürgerkrieg in der Region, sondern eine Zombiedemie, in welcher die Spieler ganz einfach möglichst lange überleben müssen.
Die Chernarus-Map wird, in stark überarbeiteter Form und als bisher einzige Karte, auch im mittlerweile eigenständigen Spiel benutzt.

Als Spieler erwacht man normalerweise ohne jegliches Equipment und in leichter Kleidung an der Küste, und muss sich vorsichtig in Zombie-verseuchte Ortschaften schleichen, um dort Brauchbares zum Überleben zu finden. Dazu gehören natürlich ausreichend schützende Kleidung (vor Wetter und Angriffen aller Art), Nahrungsmittel und auch Waffen. Letztere werden nicht nur gegen Zombies eingesetzt, sondern auch gegen andere Spieler/Überlebende, denn der Mensch ist nun mal ein missgünstiges Wesen und nutzt jede Gelegenheit andere Spieler abzuziehen, um an deren oftmals kostbares und nützliches Inventar (Gear) zu kommen. Schließlich ist sich in der Zombiekalypse jeder selbst der nächste… aber nicht nur Zombies und andere Spieler sind gefährlich, man kann sich auch durch verdorbene Nahrungsmittel oder verschmutztes Wasser infizieren, an Unterkühlung sterben oder einfach nur krank werden (ein Seuchensystem ist geplant). Dann hilft nur selbst herbeigeführtes Erbrechen, oder die richtigen Medikamente. Theoretisch kann man sogar mit einem Zombieblut verschmutztem Messer Konserven kontaminieren, wenn man sie damit öffnet. Also besser ab und zu desinfizieren…
Als letztes medizinisches Hilfsmittel können einem andere Spieler Bluttransfusionen legen, dabei kommt es dann aber auch auf die richtige Blutgruppe an und irgendwie muss so eine Transfusion ja auch erst mal gefüllt werden!

Dieser Survival-Urvater verfügt über kein Level-System. Der Spieler muss einfach lernen in der Welt und mit den Mechaniken klarzukommen. Übung (und ein dickes Fell) macht also den Meister…

Als Standalone-Version ist DayZ sicherlich einer der härtesten und düstersten Genrevertreter, und sicherlich kein Feelgood-Titel. Wenn man im Spiel stirbt, dann ist alles was man sich in Stunden, Tagen oder gar Wochen erarbeitet hat einfach weg… Es besteht zwar die Möglichkeit seinen Sterbeort als neuer Charakter aufzusuchen, doch muss man dazu auf der riesigen Map sehr schnell sein (und sie gut kennen), denn Leichen verschwinden nach einer überschaubaren Zeitspanne. Seinen alten Körper zu „looten“ macht natürlich auch wenig Sinn, wenn man von anderen Spielern getötet wurde; denn dann haben diese höchst wahrscheinlich schon die Leiche geplündert…

Ein wichtiger Punkt sind noch die Schusswaffen: Diese sind nicht so einfach zu händeln wie in anderen Shootern (DayZ ist ja auch kein Shooter, sondern eine Survival-Simulation). Es genügt nicht einfach genug Munition in den Taschen zu tragen und wenn man ein Magazin leer geschossen hat einfach auf R (für Reload) zu drücken. Man muss erst mal genug Magazine für die speziellen Waffen haben und diese zunächst händisch mit einzelnen Patronen befüllen, bevor man das Magazin in die Waffe stecken kann. Ein Magazinwechsel funktioniert dann über das Inventar-Menü: man schiebt mit dem Mauscursor das leere oder angeschossene Magazin aus der Waffe raus und das volle hinein. Bei älteren Gewehren, Revolvern oder Schrotflinten muss man dann quasi die Kugeln einzeln in die Kammern legen… Während der Kämpfe gegen andere Spieler sorgt dies für einen zusätzlichen Adrenalinkick.

Fahrzeuge sind in der Standalone Version wirklich rar und zum jetzigen Entwicklungsstand des Spiels (Ende 2016) eigentlich noch nicht der Mühe wert sie instand zu setzen. Hierfür braucht man sehr viele (schwere) Ersatzteile und das richtige Werkzeug. Auch gibt es noch kein modulares Bausystem, um sich einen Unterschlupf zu bauen und Fahrzeuge so vor anderen/feindlichen Spielern sicher wegzuschließen. Dies ist aber geplant… Bisher gibt es also auch noch nicht die Möglichkeit Items irgendwo „sicher“ zu verstauen, außer temporäre Zelte, die man hin und wieder in Militärgebieten finden kann…

Die ursprüngliche ArmA 2 Modifikation (DayZ Mod) wird immer noch gespielt, allerdings mit vielen neuen Features wie modulares Basebuilding, Handelssystem, Lockboxen (DayZ Epoch*) und auf vielen neueren Mod-Karten. Jedoch sieht die Mod natürlich nicht ganz so schnieke aus wie die grafisch deutlich überarbeitete Standalone Version, in die viel ArmA 3-Code mit eingeflossen ist.

* Ergänzende Informationen gibt es in der Beschreibung von ArmA 3 (Mods)

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