A Serbian Film

horror1966
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A Serbian Film

Beitragvon horror1966 » Sa Feb 06, 2016 1:17 pm

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A Serbian Film
(Srpski Film)
mit Srdjan Todorovic, Sergej Trifunovic, Jelena Gavrilovic, Slobodan Bestic, Katarina Zutic, Luka Mijatovic, Ana Sakic, Lena Bogdanovic, Miodrag Krcmarik, Nenad Herakovic, Carni Deric, Andela Nenadovic,
Regie: Srdjan Spasojevic
Drehbuch: Aleksandar Radivojevic / Srdjan Spasojevic
Kamera: Nemanja Jovanov
Musik: Sky Wikluh
Ungeprüft
Serbien / 2010

Milos ist eigentlich glücklich mit Frau und Tochter, doch plötzlich holt seine Vergangenheit als Pornostar ihn wieder ein. Er steckt in Geldnöten und nimmt den Auftrag als Akteur für einen vermeintlich künstlerischen Pornofilm an. Schon bald nach Drehbeginn wird es immer skurriler, der Regisseur scheint skrupellos und wahnsinnig zu sein. Selbst sein Bruder bei der Polizei kann Milos nicht helfen aus dem Projekt auszusteigen. Seine schlimmsten Alpträume beginnen Realität zu werden und er verfängt sich in einem zerstörerischen Sumpf aus Sex und Gewalt.


Um einen Film wie diesen auf den Weg zu bringen muss man entweder eine extrem kranke Fantasie haben, oder in seinem Leben äusserst traumatische Erlebnisse gehabt haben, die man in dieser Geschichte verarbeiten möchte. Regisseur Srdjan Spasojevic hat mit "A Serbian Film" ein Werk kreiert, das wohl ohne Übertreibung zu den schockierendsten-und kontroversesten zu zählen ist, die man je gesehen hat. Ich persönlich kann mich jedenfalls nicht erinnern, schon einmal einen ähnlich brutalen-und verstörenden Film gesehen zu haben, der ein so beklemmendes Gefühl beim Zuschauer auslöst, das man streckenweise kaum richtig atmen kann. Dabei sind es nicht die expliziten Gewaltdarstellungen allein, die wie ein Tornado über einen herfallen, es ist die Mischung aus visueller Brutalität und der durch die Thematik freigesetzte Härte im Kopf des Betrachters, die einem hier wirklich zu schaffen macht. Dabei ist es Spasojevic vortrefflich gelungen, ein extrem realistisch anmutendes Szenario zu erschaffen, das man sich auch durchaus in der Realität vorstellen kann.

Das Geschehen führt den Zuschauer größtenteils wirklich an die Grenzen der seelischen Belastbarkeit, denn aus einem zu Beginn anscheinend ganz normalem Pornofilm-Dreh entwickelt sich ziemlich schnell ein Szenario des absoluten Grauens, in das die Hauptfigur Milos unter falschen Vorraussetzungen hineingezogen wird. Will er doch eigentlich nur einen letzten Film drehen, um seine Familie finanziell abzusichern und ein sorgenfreies Leben zu führen, so nehmen die Ereígnisse für ihn einen Lauf, der ihn letztendlich nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch total zerstört. Auf die einzelnen Passagen des Filmes möchte ich hier nicht näher eingehen, denn man muss die Bilder selber gesehen haben, um tief in die seelischen Abgründe schauen zu können, die sich hier offenbaren. Dabei wird man selbst an die Grenzen der seelischen Belastbarkeit geführt, denn die Wirkung dieses Filmes löst die unterschiedlichsten Gefühle in einem aus. Von Mitleid, Ekel und einer grausamen Faszination der Ereignisse berieselt, weigert sich der eigene Verstand teilweise, das Gesehene zu akzeptieren. Bei aller vorhandenen Härte ist es insbesondere eine "Baby-Szene", die einem ganz besonders zu schaffen macht und an Widerwärtigkeit nicht zu toppen ist.

Zwar wimmelt es hier förmlich von ähnlichen Szenen, doch diese sprengt jedes Fassungsvermögen und treibt dem Zuschauer dabei sogar die Tränen in die Augen. "A Serbian Film" kann man sicherlich in keine Schublade stecken und den Film auch nicht einfach als gut oder schlecht beurteilen. Bei diesem Szenario muss man sich wirklich öffnen und bereit dazu sein, die eigenen Grenzen der Belastbarkeit eventuell zu überschreiten. Die große Stärke dieses kontroversen-und aufwühlenden Werkes liegt sicherlich in der authentischen Umsetzung der grausamen Thematik, der dabei gewährte Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele lässt einen unwillkürlich erschaudern. Hinzu kommen die extrem glaubwürdig agierenden Darsteller, die allesamt herausragende leistungen abliefern, was die Intensität der Geschehnisse noch zusätzlich verstärkt. Es ist ein bitterer, aber gleichzeitig grausam-faszinierender Film den man hier geboten bekommt und der eklige Nachgeschmack wird nicht so schnell wieder von einem ablassen. Zu sehr brennt sich das Geschehen in den eigenen Kopf ein, die verstörenden Bilder wollen ganz einfach nicht wieder verschwinden. Das Schlimmste jedoch ist die während der Geschichte vorhandene Hilflosigkeit, mit der man vor dem Bildschirm sitzt und das unsagbare Leid miterlebt, das Milos und seiner Familie widerfährt. In einem fast ohnmächtigen Zustand lässt man das Gesehen über sich ergehen und fühlt sich dabei in einer Art Schockzustand der einfach nicht von einem abfallen will.

Und als wenn das noch nicht genug wäre, konfrontiert einen Spasojevic mit einem finalen Showdown, der tragischer nicht sein könnte. Bei dem hier gewählten Ende kommt die ganze Tragik der Geschichte noch einmal richtig durch und trifft den Betrachter wie ein Dampfhammer in die Eingeweide. Dennoch handelt es sich hierbei um den einzig logischen-und auch nachvollziehbaren Schluß, den man wohl auch für sich selbst gewählt hätte. Wer den Film gesehen hat wird verstehen was ich meine, denn die seelischen Verletzungen der Familie sind ganz einfach nicht mehr heilbar. Und so wird man dann sehr nachdenklich und vollkommen geschockt aus einem Film entlassen, der noch lange nachhaltig wirken wird. Grausamer als "A Serbian Film" kann ein Werk kaum sein und es verwundert mich doch sehr, das es immer noch viele Leute gibt, die dieses Werk als nicht hart genug empfinden. Wenn hier nicht die Grenzen des Ertragbaren phasenweise überschritten werden, dann weiß ich auch nicht weiter, wie abgestumpft muss ein Mensch denn schon sein, um nicht die grausame Brutalität dieses Filmes zu erkennen?


Fazit:


Für mich persönlich ist dieser Film das Verstörendste, was ich bisher gesehen habe, was in erster Linie an der realistischen Umsetzung einer an Brutalität nicht zu überbietenden Thematik liegt. Herausragende Darsteller verleihen dem Ganzen eine Intensität, die ihresgleichen sucht. Wer nach der Sichtung dieser Story immer noch der Meinung ist das nicht genügend Härte vorhanden ist, hat den Film entweder nicht verstanden oder sollte sich dringend in ärztliche Begandlung begeben, denn irgendetwas kann dann nicht stimmen. Zartbesaitete Gemüter sollten jedenfalls die Hände von diesem erschütternden Werj lassen, das im Normalfall selbst die hartgesottenen Film-Freaks nicht kalt lassen dürfte.


10/10

El Presidente
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Re: A Serbian Film

Beitragvon El Presidente » Sa Feb 06, 2016 6:58 pm

Ohne mich jetzt mit dir anlegen zu wollen, aber für mich ist der Film die blanke Aneinanderreihung visueller Perversion zum reinen Selbstzweck eben dieser. Der Regiesseur dachte sich doch einfach nur: "Wie mache ich einen möglichst kranken Film?" und das Ergebnis ist dann diese filmische Untat. Für mich ist der Film, um noch deutlicher zu werden, eine Beleidigung der Menschenwürde, eine cineastische Katastrophe ohne jede Logik, Geschmack oder Wert. Meine Friedfertigkeit ist in meinem Freundeskreis trotz eventuell einschüchternd wirkender Physis mein Markenzeichen, aber wenn ich den Regiesseur jemals treffen sollte, werde ich seinen Kiefer von Serbien bis nach Alaska schlagen.
EDIT: Der einzige Film, dem ich je 0/10 Punkten gegeben habe.

PS: Wie gesagt, keine Anfeindung dir gegenüber, Leute haben verschiedene Geschmäcker. Ich kenne dich aus dem früheren Forum und weiß sowohl von deiner Intelligenz als auch von deinem nahezu knuddeligen Charakter, also schönes Wochenende noch.

horror1966
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Re: A Serbian Film

Beitragvon horror1966 » Sa Feb 06, 2016 7:58 pm

Kein Thema, es ist ja auch vollkommen in Ordnung, wenn man verschiedene Sichtweisen hat. Das der Film absolut krank, pervers und brutal ist steht außer Frage, meine Bewertung bezieht sich ja auch eher auf die grandiose Umsetzung einer erschütternden Thematik. Das Gezeigte an sich empfinde ich selbstverständlich als absolut abstoßend und gerade das macht dieses Werk ja so kontrovers.

El Presidente
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Re: A Serbian Film

Beitragvon El Presidente » Sa Feb 06, 2016 8:06 pm

Also zugeben müsste ich, dass ich den Hauptdarsteller nicht schlecht fand. Aber das entschuldigt nicht die von mir so wahrgenommene Geistlosigkeit des Films. Tatsächlich würde ich aber auch sagen, dass in diesem Film Dinge gezeigt werden, die es so vermutlich nichtmal in unserer echten Welt so gegeben hat und das, obwohl mir der Zustand und die dunklen Seiten dieser Gesellschaft wohl bekannt sind. Die gezeigten Szenen erscheinen so abgrundtief sinnfrei pervers (siehe tödlichen Blowjob mit ausgeschlagenen Szenen), dass ich mich teilweise schon auf einer rein pragmatischen Ebene Frage, ob das überhaupt möglich ist. Und wenn ein Film dazu führt, dass man sich Gedanken darüber macht, ob ich einer Frau mit ausgeschlagenen Zähnen per oraler Vergewaltigung das Leben nehmen kann, gehört dieser Film für mich nunmal in die Tonne. Vielleicht lässt sich über diese Philosophie streiten, Marquis de Sade würde wohl über mich lachen aber dieser Film hat die einzige Grenze, die Filme haben sollten, nicht nur überschritten, sondern wortwörtlich vergewaltigt.

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Re: A Serbian Film

Beitragvon horror1966 » Sa Feb 06, 2016 8:11 pm

Die Menschheit ist teilweise so gestört und krank, das ich mir ein solches Szenario sehr wohl auch in der Realität vorstellen könnte. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte das es Menschen gibt, die noch zu schlimmeren Dingen in der Lage wären. Man möchte sich das eigentlich gar nicht vorstellen, aber die Verrohung der Gesellschaft ist schon so weit fortgeschritten, das es mittlerweile kaum noch Grenzen gibt. Traurig aber wahr.

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Re: A Serbian Film

Beitragvon El Presidente » Sa Feb 06, 2016 8:26 pm

Ok, es gab sicherlich sogar schon einige schlimmere Dinge als die hier gezeigten, nur die Selbstverständlichkeit mit der in diesem Film die Untaten vollbracht werden, alles abseits der Gesellschaft erscheint mir schwer umzusetzen. Ich meine, die gesamte Familie wird entführt, durch den Drogenvernebelten Vater zum Großteil vergewaltigt und niemand soll etwas davon mitbekommen haben? Also gerade in Serbien sind schon einige Verbrechen geschehen, aber ich weiß einfach nicht, ob das dort heutzutage noch umzusetzen wäre. Andererseits müsste man auch meinen, dass jemand z.B. an der Odenwaldschule etwas bemerkt hätte, aber das ist bekanntermaßen ja leider auch nicht geschehen. Aber abseits der Frage des Realismus bin ich nunmal wie gesagt skeptisch, ob so etwas auf Film überhaupt existieren sollte. Man könnte sogar befürchten, dass die Perversen in dieser Gesellschaft sich den Film als Masturbationsvorlage reinziehen, oder nicht? Für mich ist der Film einfach zu viel, zu diesem Grad an Weichheit stehe ich doch gerne.

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BornBad
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Re: A Serbian Film

Beitragvon BornBad » Mo Jul 25, 2016 5:12 am

Diesen Film zu bewerten ist nicht einfach und vor allem ein sehr schmaler Grad...
In Anbetracht des Themas möchte ich auch gar nicht daran denken ob das ganze einen Realen Hintergrund hat oder so stattfinden könnte...
Was "A Serbian Film" definitiv geschafft hat ist es zu schocken, sowohl durch die gezeigten Bilder als auch auf psychologischer Ebene...

Ich schäme mich auch nicht zu sagen das ich einiges an Zeit gebraucht habe um einige Bilder aus dem Kopf zu bekommen, die mich auch bis in meine Träume verfolgt haben...
Der letzte und bis dato einzige Film bei dem es mir so ging war "Irreversibel"...

Von daher enthalte ich mich mit einer Bewertung, hoffe aber das so etwas nie nie nie im wirklich Leben stattfindet...

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DonKuahn
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Re: A Serbian Film

Beitragvon DonKuahn » Di Aug 02, 2016 1:22 pm

Von der Neugier getrieben angeschaut... allerdings muss ich zugeben das ich bei der ein oder anderen berüchtigten Szene weggeschaut habe weil ich dann doch nicht jedes Bild in mein Gehirn eingebrannt brauche! Ich denke es ist die letzten Jahre schon mit genug filmischen kontroversen Szenen in Berührung gekommen.

Ich weis gar nicht wo ich anfangen soll... Also von der Story her könnte man ja noch sagen "Gut, schlechter oder besser als der Mainstream ist es ja nicht. Durchschnitt eben." Der Hype um den Film muss ja dann wo anders liegen. Also baut der Film tatsächlich nur auf seinen grenzüberschreitenden Szenen auf. Das wiederum ist schade denn ich denke das auch ohne explizite Gewaltdarstellung und menschenverachtende Szenen der Film funktioniert hätte. In diesem Fall wäre weniger mehr gewesen... da bin ich mir ziemlich sicher.

Wenigstens die Schauspieler machen für mich einen guten Job. Ich frage mich nur ob die Schauspieler nach dem Final-Cut den Film selber auch angeschaut haben. Dem Jungen werden sie diesen Scheiss ja hoffentlich nicht gezeigt haben. Die Meinungen der Schauspieler zu diesem Film hätte mich allerdings trotzdem interessiert.

Naja zurück zum Thema...
Diesen Film braucht eigentlich niemand und der Hype um ihn ist für mich absolut unverständlich. Allein wenn ich die Forumbeiträge von bluray-disc(de) lese, fällt mir einfach nichts mehr ein... 107 Seiten Hype-pushing. Ich glaube dieser Film wird einfach nur durch Mundpropaganda und eben durch unsachliche oberflächliche Foren zum härtesten und kontroversesten Film aller Zeiten gepusht, den anscheinend jeder in seiner Filme Sammlung braucht. Ich brauche ihn definitiv nicht!!! Für mich ist es weder ein filmisches Kunstwerk noch ein Porn-Gore-Irgendetwas... es ist reine Lebenszeitverschwendung mit einem ekligen Nachgeschmack. Da lobe ich mir jedes mal wieder "I saw the Devil"... denn der ist zwar auch Grenzüberschreitend aber dafür auch ziemlich gut! Auf jeden Fall wird dieser Film für mich auch weiterhin ein Absolutes No-Go sein vor dem ich sogar meine Kinder beschützen werde damit sie solch einen Schund nie in die Finger bekommen.

Von mir deshalb
0 von 10 Macheten

Zwei Sachen möchte ich allerdings anmerken

Erstens:
Das Ende...
SPOILER: Versteckten Text anzeigen
... also die Familie tot im Bett liegt und der Typ mit der Kamera dransteht und zu dem Darsteller sagt "Fang mit dem Jungen an" ...
...hat mir dann doch irgendwie gefallen. Aber nicht wegen dem was gesagt wird, sondern weil man nach all dem Scheiss den man sich gerade angeschaut hat und man endlich froh ist dass es vorbei ist, Regisseur Srdjan Spasojevic noch einen drauf setzt. Und dann musste ich sogar mal kurz schmunzeln. Ich konnte einfach nicht glauben dass das Alles noch zu steigern war mit einer Schlussszene. Unglaublich!

Zweitens:
Und ich hoffe mir ist da jetzt keiner böse... ich bin von Beruf Informatiktechniker im Bereich Netzwerksicherheit/Internetzugriff. Und so schau ich eben auch nach Inhalten auf Websites, Youtube usw.
SPOILER: Versteckten Text anzeigen
Und auf Youtube konnte ich durch Eingabe von "Serbian Film" sehen das der Film in 4 Sprachen Uncut anschaubar ist. Die deutsche Version ist schon seit über einem Jahr Uncut in einem Channel einsehbar.
Sorry Jungs, aber so etwas muss ich melden um Kinder und Jugendliche zu schützen. Solche Inhalte dürfen einfach nicht öffentlich einsehbar sein. Die Verantwortlichen hinter Youtube sind in solchen Fällen mMn gezwungen das diese Inhalte gesperrt werden. Und sollten Sie dem nicht nachkommen werde ich sogar zivil klagen da ich nicht möchte das meine Kinder später in so etwas frei einsehen können. Ich hoffe ihr stimmt mir da zu.

Grüße Andreas


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