Blut der Sonne

horror1966
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Blut der Sonne

Beitragvon horror1966 » Do Mär 17, 2016 9:26 pm

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Blut der Sonne
(Les portes du soleil: Algérie pour toujours)
mit Zakaria Ramdane, Smaïn, Lorie Pester, Sofia Nouacer, Ahmed Benaissa, Patrice Quarteron, Amine Mentseur, Athman Bendaoud, Madjid Ben Blal, Mehdi Tahmi, Haifa Rahim, Abdelkader Djeriou, Mourad Khane, Mike Tyson
Regie: Jean-Marc Minéo
Drehbuch: Jean-Marc Minéo
Kamera: Lewis-Martin Soucy
Musik: Jean-Jacques Ipino / Patrick Matteodo
FSK 16
Algerien / 2014

Mitglieder der französischen Paramilitär-Organisation OAS haben ein Hauptquartier im Oman eingerichtet, um von dort einen bewaffneten Überfall auf Algerien zu planen. Die OAS hat es sich zum Ziel gemacht, Algerien wieder unter französische Kontrolle zu bringen. Doch ein Geheimagent und Elitekämpfer hat die OAS unterwandert, um den Plan zu durchkreuzen und seine Heimat zu schützen.


Auf dem Cover der deutschen Blu-ray wird dem Zuschauer " dieser Film als Terrorthriller angepriesen und auch die Inhaltsangabe deutet ziemlich eindeutig in die gleiche Richtung. Zumindest im letzten Drittel der Geschichte wird "Blut der Sonne" dann zumindest ansatzweise dieser Kategorisierung gerecht, wobei sich jedoch der Großteil der Laufzeit viel eher als ein recht unterhaltsames B-Movie Action Spektakel präsentiert. Ehrlich gesagt bin ich ohne jegliche Erwartungshaltung an das Werk heran gegangen und konnte im nachhinein doch feststellen, das ich durchgehend ziemlich kurzweilig unterhalten wurde. Das liegt wohl auch darin begründet das sich das Szenario in einigen Passagen selbst nicht allzu ernst nimmt und mit bewusst überzeichneten Charakteren aufwartet. Dabei beginnt die Erzählung mit einer dokumentarisch anmutenden Einführung, in der einem ein wenig die Organisation OAS näher gebracht werden soll. So wirklich will das aber nicht gelingen, denn dafür fehlt es der Erzählung von Jean-Marc Minéo an der nötigen inhaltlichen Tiefe.

Das habe ich persönlich aber gar nicht einmal als schlimm empfunden, denn immerhin wird man dafür mit diversen gut inszenierten Martial Arts Sequenzen und diversen Schießereien entschädigt, bevor das Ganze dann in den letzten Minuten ein wenig an der eigentlichen Thematik kratzt. Als kleines Highlight kann man hier eventuell einen Kurzauftritt der ehemaligen Box Legende Mike Tyson nennen, der allerdings lediglich in einer Club Schlägerei zu sehen ist. Ganz generell spielt sich ein Hauptteil der Story in einem Nachtclub ab und phasenweise wird man das Gefühl nicht los, das hier stellenweise von einem B-Movie Klassiker wie "Road House" mit Patrick Swayze abgekupfert wurde. Mehrere Szenen scheinen dabei eine waschechte 1:1 Kopie darzustellen, nur das in vorliegendem Fall eben mit anderen Darstellern gedreht wurde.

Die Ähnlichkeiten zum genannten Film sind dabei absolut nicht zu übersehen und ehrlich gesagt wird der Unterhaltungswert von "Blut der Sonne" durch diesen Aspekt sogar noch etwas aufgewertet. Wer nun also einen echten Terrorthriller erwartet hat könnte letztendlich ein wenig enttäuscht sein, Freunde des temporeichen B-Actioners dürften jedoch voll auf ihre Kosten kommen. Da stört es dann auch nicht weiter, das die Hauptfigur des Szenarios wie eine Art unschlagbarer Superman aufgebaut wird, denn schließlich passt dieser Punkt nahezu perfekt in die Abläufe hinein. Stellenweise offenbart sich dann sogar noch eine Spur skurriler Humor, der sich in erster Linie bei der Skizzierung einer weiblichen Gegnerin zu erkennen gibt, die als herrlich durchgeknallte Psychopathin dargestellt wird. Einzig und allein einige etwas zu hektische Bildfolgen trüben das Sehvergnügen ein wenig, zudem springt die Kamera gelegentlich zu schnell zwischen verschiedenen Schauplätzen hin und her.

Insgesamt gesehen ist "Blut der Sonne" ganz sicher nicht der angekündigte Terrorthriller und schon gar keine filmisches Meisterwerk. Dafür handelt es sich aber um eine nette algerische Produktion, die zwar so gut wie keine inhaltliche Tiefe erkennen lässt, dafür aber mit jeder Menge unterhaltsamer Action aufwartet. Je nach Erwartungshaltung kann man also durchaus Freude an diesem Film haben, der zumindest den Freunden der B-Action empfohlen werden kann. Höhere Ansprüche werden allerdings definitiv nicht erfüllt und darüber sollte man sich von beginn an im Klaren sein.


Fazit:


Ich habe wirklich nichts erwartet und habe zumindest eine gut unterhaltende Produktion zu sehen bekommen. Diverse Schwächen innerhalb der Story werden durch streckenweise gut inszenierte Martial Arts Einlagen aufgewogen und Langeweile kommt auch nicht auf. Nun wird "Blut der Sonne" ganz bestimmt keinen allzu nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen, aber zur einmaligen Sichtung eignet sich der Film auf jeden Fall.


6/10

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