Skin Trade

horror1966
Beiträge: 214
Registriert: Di Feb 02, 2016 5:47 pm

Skin Trade

Beitragvon horror1966 » So Feb 07, 2016 4:17 pm

Bild




Skin Trade
(Skin Trade)
mit Dolph Lundgren, Tony Jaa, Michael Jai White, Ron Perlman, Celina Jade, Peter Weller, Matthew James Ryder, Sahajak Boonthanakit, Mike Dopud, Leo Rano, Michael G Selby, Tasya Teles, Gigi Velicitat, Hugh Brammar
Regie: Ekachai Uekrongtham
Drehbuch: Gabriel Dowrick / Steven Elder / Dolph Lundgren
Kamera: Ben Nott
Musik: Jacob Groth
FSK 16
Kanada / Thailand / USA / 2014

Junge Mädchen, verschleppt oder mit falschen Versprechungen verführt und verkauft wie Vieh - das ist die Ware, die Viktor Dragovic zu Geld macht. Ihm selbst und seinen vier Söhnen ist dabei kaum beizukommen. Zu mächtig ist ihr Imperium. Einer, der trotzdem nicht aufgibt, ist NYC Detective Nick Cassidy. Als er bei einem Einsatz Dragovics Sohn tötet, trifft ihn die ganze Brutalität des Menschenhändlers. Seine Familie wird ausgelöscht, Cassidy selbst überlebt nur knapp. Danach überrollt der Mann, der jetzt nichts mehr zu verlieren hat, wie eine Feuerwalze Dragovics Organisation. Sein Rachefeldzug führt ihn bis nach Bangkok, wo er in Detective Tony Vitayakul einen Verbündeten findet. An der Grenze zu Kambodscha stellen sie Dragovic…


Einmal mehr bedient man sich der immer aktuellen Thematik des Menschenhandels, doch anders als viele Filme in den vergangenen Jahren beinhaltet "Skin Trade" nur wenige Züge eines echten Dramas. Vielmehr hat Ekachai Uekrongtham für seine Geschichte mit Dolph Lundgren und Tony Jaa zwei Hauptdarsteller zur Hand, die wohl ganz eindeutig darauf hinweisen dürften, in welche Richtung das vorliegende Szenario tendiert. Und wie nicht anders zu erwarten entpuppt sich die Story auch in erster Linie als äußerst kurzweiliger B-Actioner in dem es stellenweise ordentlich kracht, andererseits werden aber durchaus auch kleinere Einblicke in die über den gesamten Globus verzweigte Menschenhändler Organisation gewährt. So pendelt das Geschehen gerade in den ersten Minuten immer wieder zwischen den USA und Bangkog hin und her und liefert dem Zuschauer so auch gleich in Kurzform alle nötigen Zusammenhänge die für den weiteren Verlauf wichtig sind.

Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden Polizisten Cassidy (Lundgren) und Vitayakul (Jaa), die beide unbedingt den skrupellosen Menschenhändler Dragovic (Ron Pearlman) und seine Organisation zu Fall bringen wollen. Neben der eigentlichen Thematik hat Regisseur Uekrongtham seiner Erzählung als zusätzliche Würze die Elemente des Rache Thrillers beigemengt und als personifizierter Racheengel tritt fast selbstredend der alte Haudegen Lundgren auf den Plan, dessen Familie von Dragovic's Schergen getötet wurde. Das Ganze entpuppt sich also als sehr interessante Mixtur, wobei der Fokus ganz eindeutig auf die enthaltenen Action Sequenzen gelegt ist. Diese sind dann auch zur Genüge vorhanden und so wechseln sich wilde Verfolgungsjagden, Schießereien und gut choreografierte Nahkämpfe fast schon im Minutentakt ab, wobei die jeweiligen Schnittfolgen dabei nicht immer glücklich erscheinen.

Trotz des hohen Anteils an Action löst das behandelte Thema durchaus eine gewisse Intensität aus, allerdings fehlt es den Abläufen letztendlich an der nötigen Tiefe, als das man "Skin Trade" nun mit Filmen wie beispielsweise "The Seasoning House" oder auch "Eden" vergleichen könnte. Dafür definiert sich das Werk dann doch zu sehr über sein hohes Tempo und die unzähligen Action Passagen und beleuchtet nur oberflächlich die Hintergründe des organisierten Handels mit jungen Mädchen. Einige verbale Andeutungen reißen das menschenunwürdige Verhalten der ohne Gewissen handelnden Verbrecher nur dezent an und an dieser Stelle wäre es sicherlich gut gewesen, den Ereignissen doch ein wenig mehr Tiefe zu verleihen. Wie dem aber auch sei, "Skin Trade" ist definitiv ein sehenswerter B-Movie, der außerdem auch mit gut agierenden Darstellern besetzt ist. Von Lundgren und Jaa bekommt der Betrachter dabei genau das geliefert was er erwartet, wobei die beiden Mimen natürlich in erster Linie in den vorhandenen Kampfpassagen zu überzeugen wissen.

Auch Pearlman interpretiert die Rolle des gewissenlosen Oberhauptes der Organisation absolut treffend und seine schmierig erscheinenden Helfer erfüllen sämtliche Klischees, die man sich nur vorstellen kann. Insgesamt gesehen kann man hier also sehr zufrieden sein und macht sicherlich keinen Fehler, wenn man ohne jegliche Bedenken zu diesem Filmchen greift. Ein stellenweise äußerst rasantes Tempo und jede Menge Action lassen die Zeit wie im Flug vergehen, jedoch sollte man von Beginn an darauf eingestellt sein, das die Geschichte rein inhaltlich ein wenig auf der Strecke bleibt. Dennoch sollte insbesondere der geneigte Action Freak voll auf seine Kosten kommen, denn bis auf die manchmal etwas unglücklichen Schnittfolgen gibt es in dieser Beziehung rein gar nichts zu beanstanden.


Fazit:


Es gibt sicherlich mehrere Filme, die sich weitaus tiefgehender und ausführlicher mit der vorliegenden Thematik befassen, doch "Skin Trade" ist ein lohnenswerter B-Movie, der in erster Linie auch die pure Action setzt. Der Zusatz von leicht dramatischen Zügen und diversen Elementen des Rache Thrillers rundet das Ganze insgesamt gut ab und lässt dabei auf jeden Fall einen überdurchschnittlich guten Gesamteindruck entstehen.


7/10

Zurück zu „Action, Martial Arts“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast