Lucy

horror1966
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Lucy

Beitragvon horror1966 » Mi Apr 20, 2016 9:51 pm

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Lucy
(Lucy)
mit Scarlett Johansson, Morgan Freeman, Min-sik Choi, Amr Waked, Julian Rhind-Tutt, Pilou Asbæk, Analeigh Tipton, Nicolas Phongpheth, Jan Oliver Schroeder, Luca Angeletti, Loïc Brabant, Pierre Grammont, Pierre Poirot
Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson
Kamera: Thierry Arbogast
Musik: Eric Serra
FSK 16
Frankreich / 2014

Lucy ist eine US-Studentin in Taipeh, die durch ihren neuen Freund in die Fänge des Drogenbosses Mr. Jang gerät. Ihr wird ein Beutel der neuen Superdroge CPH4 in den Bauch eingenäht. Als dieser aufplatzt, steigt ihr Wissen ins Unermessliche, sie wird telekinetisch begabt und empfindet weder Schmerz noch Emotionen. Ihre neuen Fähigkeiten setzt sie bei der Jagd auf Mr. Chang und seine Schergen ein. Gleichzeitig ist ihr bewusst, dass sie nur noch 24 Stunden zu leben hat. Sie bittet Neurologie-Professor Dr. Norman um Hilfe.


Sicherlich war es das Bestreben von Luc Besson, mit "Lucy" einen Film vorzulegen, der einerseits recht unterhaltsam daher kommt, aufgrund der inhaltlichen Thematik aber auch durchaus zum nachdenken anregen soll. Zumindest beim ersten Punkt ist ihm ein echter Volltreffer gelungen, präsentiert sich doch eine extrem kurzweilige Geschichte, die außerdem mit jeder Menge sehenswerter Action Passagen bestückt ist. Punkt zwei erweist sich jedoch als absoluter Rohrkrepierer, denn obwohl rein inhaltlich mit der Thematik der Evolution ein sicherlich interessantes Fass aufgemacht wird erscheint die Umsetzung der hier aufgestellten wissenschaftlichen Aspekte mehr als nur fragwürdig. Im Prinzip erweist sich dieser Aspekt sogar als ziemlich hanebüchener Mumpitz, doch ehrlich gesagt erscheint das nicht weiter störend, da wie schon kurz angerissen ein unglaublich hoher Unterhaltungsfaktor zum Vorschein kommt. Die Mischung aus SCI/FI und Action kommt stellenweise unglaublich wuchtig daher und beinhaltet gelungene Effekte, zudem wird der gesamte Film von einem extremen Tempo getragen, das dem Zuschauer kaum die Möglichkeit bietet einmal wirklich Luft zu holen.

Der geneigte Action Junkie kommt also voll auf seine Kosten, wohingegen die Freunde nachvollziehbarer Logik wohl eher dezent die Nase rümpfen werden. Das liegt in erster Linie an den aus der Luft gegriffenen Erklärungsversuchen für die Abläufe, während denen sich eine schier unglaubliche Wandlung der Hauptfigur Lucy vollzieht. Dies gipfelt dann in einem finalen Showdown, der die bis dahin aufgestellten Thesen noch einmal ad absurdum führt, so das man das bis dahin Gesehene wirklich nicht zu ernst nehmen sollte. Das dürfte allerdings auch nicht sonderlich schwer fallen, denn viel zu sehr legt Besson sein Hauptaugenmerk auf Tempo und Action, als das man den wissenschaftlichen Aspekt des bunten Treibens zu hoch hängen würde. Und so sollte man den Film dann auch in erster Linie nach den Kriterien der puren Unterhaltung bewerten, da rein inhaltlich doch viel zu viele Defizite in Erscheinung treten. So fällt die Story mit einer Laufzeit von gerade einmal knapp 80 Minuten viel zu kurz aus, als das man die Kernthematik ernsthaft herausarbeiten könnte. Sicherlich hat man dadurch etwaige Längen vermeiden können, aber eine ausführliche Beleuchtung der zu Grunde liegenden Idee des Werkes hat man damit bestimmt keinen Gefallen getan. Mich persönlich hat das nicht sonderlich gestört da die Ereignisse knackig verpackt sind und jede Menge Kurzweil verbreiten, andererseits hat Besson sich so selbst die Chance genommen, die von ihm selbst eingeworfenen Thesen auch ernsthaft zu bearbeiten.

Es kommt also definitiv auf die Betrachtungsweise des Werkes an und man sollte sich von Beginn an darüber im Klaren sein, das "Lucy" viel vorhandenes Potential verschenkt wenn es darum geht, den wissenschaftlichen Aspekt des Szenarios zu beleuchten. In dieser Beziehung gibt es nämlich lediglich einige eher an den Haaren herbei gezogene Ansätze, die man getrost in das Reich der Fantasie abschieben kann. Dafür lässt es der Regisseur aber stellenweise ordentlich krachen und Scarlett Johansson macht in der Titelrolle eine äußerst gute Figur. Wer also lediglich kurzweilig unterhalten werden möchte ist hier an der richtigen Adresse, wer allerdings Wert auf Logik und nachvollziehbare Erklärungen hofft, sollte lieber erst gar nicht zu diesem Film greifen.

Letztendlich ist es die reine Geschmackssache und bei nicht wenigen Leuten wird dieser Beitrag ganz sicher einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Mir hat das Werk jedenfalls sehr gut gefallen, denn in den letzten Jahren ist man schon weitaus schlechter unterhalten worden. Da kann man dann auch einmal über inhaltliche Schwächen hinweg sehen und sich ganz einfach an einem bunten und temporeichen Film erfreuen, bei dem ganz sicher keine Langeweile aufkommen wird.


Fazit:


Begriffe wie Logik und Glaubwürdigkeit werden in "Lucy" nicht unbedingt groß geschrieben, dafür bekommt man allerdings gute Effekte, jede Menge Action und eine überzeugende Hauptdarstellerin geboten. Wenn einem das ausreicht, dann wird man jede Menge Spaß an diesem Film haben, der jedoch nicht unbedingt für höhere Ansprüche geeignet erscheint.


7/10

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Eule
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Re: Lucy

Beitragvon Eule » So Mai 08, 2016 7:27 pm

Ich wurde damals ziemlich entäuscht: Die Story hat zwar durchaus Potenzial, aber eine längere Laufzeit hätte wirklich nicht geschadet. So war das letzlich nur ein Popcorn-Action-Streifen in den man eine völlig hahnebüchene, pseudophilosophische-was-auch-immer-Message reingepackt hat die so dermaßen wirr und unlogisch ist, dass man am Ende mit einem großen Hä ! zurückbleibt. Anfangs war das alles ja noch recht spannend aber hintenraus wurde es immer langweiliger, weil Lucy ja schon nach ein paar Prozent nicht zu schlagen ist. :roll: . 4/10


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