Furious Road

horror1966
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Furious Road

Beitragvon horror1966 » So Feb 07, 2016 1:53 pm

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Furious Road
(Enemy Empire)
mit Tristan James Butler, Elisabeth Meurer, Morgan Roberts, Andre Hall, Ralph Riddle, Justus Zimmerman, Bryan Bellomo, Chris Kelley, Alexander Aguila, Joanne Baron, Alejandro Edda, Nevin Millan, Derek Berg
Regie: Michael Ryan Hahn
Drehbuch: Michael Ryan Hahn
Kamera: keine Information
Musik: Noel Melanio
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

Sol, ein wagemutiger Flüchtling irrt in einer hochgefährlichen, post-apokalyptischen Wüsten-Welt umher. Er sucht nach Catherine, einer entführten jungen Frau und nach ihrem vermeintlichen Entführer, dem Nomaden-König. Feinde lauern hinter jeden Ecke und Sol ist auf die Hilfe eines mysteriösen Wanderers angewiesen.


Mad Max trifft auf Expendables


Es ist wirklich schon erstaunlich welche Vergleiche bei so manchem B-Movie heran gezogen werden, um das jeweilige Produkt an den Mann zu bringen. "Furious Road" von Michael Ryan Hahn ist nahezu ein Paradebeispiel dafür, das hier eine absolute Low Budget Produktion nur allzu gern in der Erfolgsspur vom kürzlich erschienenen "Mad Max: Fury Road" mit fahren würde, doch dafür fehlt es diesem Film leider an sämtlichen dafür notwendigen Zutaten. Die erste Regiearbeit von Hahn möchte sich selbst gern als Endzeit-Actioner definieren, wobei dem Zuschauer schon nach relativ kurzer Zeit klar wird, das die hier erzählte Geschichte weder als das eine, noch als das andere funktioniert. Zunächst einmal lässt das Szenario nämlich die typische Endzeitstimmung vollkommen außer acht, vielmehr wird man die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, das lediglich einige Personen durch eine karge Landschaft wandern und dabei kein wirkliches Ziel vor Augen haben. An dieser Stelle kommt man dann ganz unweigerlich auf das Drehbuch zu sprechen, das im Prinzip überhaupt nicht vorliegt. Selbst wenn man das Gesehene als ausgedünnte Rahmenhandlung bezeichnen würde wäre das zu viel des Guten, denn die Erzählung ist dermaßen löchrig und an den Haaren herbei gezogen, das sich einem die Nackenhaare sträuben.

"Postapokalyptisches Action-Movie" ist eine weitere Schlagzeile auf dem deutschen Blu-ray Cover, doch auch in dieser Beziehung wird der Betrachter gründlich hinter das Licht geführt. Die dementsprechenden Passagen sind so gut wie nicht vorhanden und wenn dann doch einmal ein wenig Aktionismus Einzug in die Ereignisse hält, dann wirkt das Ganze vielmehr unfreiwillig komisch, als das man von sehenswerter Action sprechen könnte. Streckenweise kann man sich kaum des Eindruckes erwehren, das man es viel eher mit einer skurrilen Komödie zu tun hat, denn das Schauspiel der Akteure und die teilweise dämlichen Dialoge verleihen den Abläufen eine unfreiwillige Komik, die man beim besten Willen nicht übersehen kann.

Durch diesen Aspekt kommt man dann unweigerlich zur eventuell einzig positiven Seite dieses Filmes, denn ausschließlich aus der Sichtweise eines Trash Liebhabers könnte man vielleicht Gefallen an dem dubiosen Szenario finden, das in rein filmischer Hinsicht ein einziger Rohrkrepierer ist. Wer also eine ernsthafte Variante eines Endzeit Filmes erwartet wird definitiv nicht auf seine Kosten kommen, denn "Furious Road" entpuppt sich doch viel eher als eine Ansammlung hanebüchener Geschehnisse, die man keinesfalls ernst nehmen kann. Dazu tragen auch die absolut unbekannten Darsteller bei, deren Schauspiel durchgehend als hölzern und völlig ungelenk zu bezeichnen ist. Ich persönlich habe mich ehrlich gesagt gefragt was Hahn mit diesem Film bezwecken will und ob er beim Erstellen des Drehbuches auch wirklich alle Sinne beisammen hatte. Bei dem hier verbreiteten und vollkommen sinnlosen Rotz muss man sich diese Frage ganz automatisch stellen, denn ehrlich gesagt gibt es aus filmischer Sicht auch nicht einen einzigen Punkt, den man auch nur annähernd als positiv bezeichnen könnte. Nur die Freunde des totalen Nonsens könnten dies anders sehen, denn trotz aller genannten und extrem auffälligen Unzulänglichkeiten kann man diesem Werk zumindest einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen.

Dabei müssen jedoch Dinge wie Logik und Anspruch außen vor gelassen werden, denn diese Atribute sucht man an dieser Stelle völlig vergebens. Stattdessen wird man aber mit einem regelrechten Sammelsurium grotesk anmutender Szenen konfrontiert, die zumindest eine bestimmte Zielgruppe zufrieden stellen könnte. Diese ist allerdings keinesfalls bei den Freunden von "Mad Max" oder den "Expendables" zu suchen, denn mit den genannten Werken hat der vorliegende Film überhaupt nichts zu tun. Und so bleibt am Ende des Tages ein weiterer Beitrag für die Rubrik "Filme, die die Welt nicht braucht" übrig, denn mir fällt beim besten Willen keine Kategorie ein, in die man "Furious Road" ansonsten einordnen könnte.


Fazit:


Mein lieber Herr Gesangsverein, in letzter Zeit trifft man immer mehr auf diverse Neulinge unter den regisseuren, die ihre Berufswahl bitte noch einmal gründlich überdenken sollten. Auch Michael Ryan Hahn fehlt es ganz augenscheinlich am nötigen Talent, so das er einen doch lieber in Zukunft mit weiteren Arbeiten verschonen sollte.


2/10

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