Angriff der Riesenspinne

horror1966
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Angriff der Riesenspinne

Beitragvon horror1966 » Fr Jan 27, 2017 10:42 pm

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Angriff der Riesenspinne
(The Giant Spider Invasion)
mit Steve Brodie, Barbara Hale, Robert Easton, Leslie Parrish, Alan Hale Jr., Bill Williams, Kevin Brodie, Diane Lee Hart, Tain Bodkin, Paul Bentzen, J. Stewart Taylor, Christiane Schmidtmer, William W. Gillett Jr.
Regie: Bill Rebane
Drehbuch: Richard L. Huff / Robert Easton
Kamera: Jack Willoughby
Musik: keine Informationen
FSK 16
USA / 1975

Irgendwo im finstersten Winsconsin öffnet sich ein schwarzes Loch, weswegen ein Meteor mit Spinnen aus einer anderen Dimension dort einschlägt. Die Arachniden verknuspern erst mal ein paar Farmer, bedrohen die lokale Kleinstadt und wachsen zu Autogröße heran, ehe zwei Wissenschaftler den Kampf mit ihnen aufnehmen können.


So wird guter Monster-Trash gemacht


Mit dieser Aussage lehnt man sich wohl nicht allzu sehr aus dem Fenster, denn "Angriff der Riesenspinne" aus dem Jahr 1975 erfüllt so ziemlich alle Kriterien die nötig sind, um Einzug in diese Kategorie zu halten. Das Werk des in Lettland geborenen Bill Rebane macht einfach nur Spaß und lässt dabei auch von Beginn an keinerlei Zweifel daran, in welche Richtung die Abläufe tendieren. Wenn man großzügig ist könnte man das Szenario in den Bereich des Tierhorrors einordnen, aber ehrlich gesagt handelt es sich um nichts anderes als den puren Monster-Trash. Dabei erinnert die Geschichte durchaus an die Filme der 50er Jahre, nur das man sich eben in der Mitte der 70er befindet. Präsentiert wird dem Zuschauer eine für diese Filmart typische Rahmenhandlung, die in vorliegendem Fall jedoch extrem hanebüchen daher kommt. Macht aber gar nichts, denn auch sämtliche anderen Zutaten des Streifens sorgen dafür, das hier insbesondere der geneigte Trash-Fan vollends auf seine Kosten kommt.

Das die Produktion gerade einmal mit einem Budget von gut 300.000 $ ausgestattet wurde merkt man an allen Ecken und Enden, wobei insbesondere die im Prinzip richtig schlechten Effekte ganz besonders ins Auge stechen. Was in anderen Fällen eher einen negativen Aspekt zu erkennen gibt bewirkt in diesem Beitrag jedoch genau das Gegenteil, denn die üblen SFX kann man ohne Weiteres als absoluten Höhepunkt ansehen. Denn gerade dadurch wird dem Werk sein unglaublicher Liebreiz und eine ordentliche Portion Charme verliehen, der "Angriff der Riesenspinne" förmlich aus allen Poren dringt. Um das zu verspüren muss man zugegebenermaßen ein Faible für den schlechten Geschmack haben, denn ansonsten wird man wohl nicht allzu viel mit diesem herrlichen Nonsens anfangen können. Neben den grottigen Effekten ergibt sich ein weiteres Highlight in dem dilettantischen Schauspiel der Protagonisten, das aber ebenfalls nahezu perfekt in das gewonnene Gesamtbild hinein passt. Hanebüchene Dialoge und völlig absurde Verhaltensweisen sind in rauen Massen vorhanden und so kann man sich ohne Weiteres denken, das an etlichen Stellen eine wunderbar skurrile Situationskomik entsteht.

Manchmal vermeint man sogar einen gewissen Ansatz von Ernsthaftigkeit zu erkennen, denn scheinbar wollte der Regisseur an dieser Stelle durchaus einen ernsten Beitrag auf die Menschheit los zu lassen. Durch den zumeist unfreiwilligen Humor und dem extrem trashigen Anstrich der Abläufe ging dieser Versuch allerdings völlig nach hinten los, was aber auf keinen Fall negativ angekreidet werden kann. Entsteht doch insbesondere dadurch diese vollkommen absurde Mixtur, die "Angriff der Riesenspinne" so absolut liebenswert macht. Nicht umsonst gilt das Werk als kleine Perle des schlechten Geschmacks und hat unter den Fans des Genres längst einen wohl verdienten Kultstatus erlangt. Im Prinzip hat Rebane also alles richtig gemacht, wobei man sich eigentlich nicht ganz sicher sein kann, ob das Endergebnis auch wirklich so geplant war. Wie dem aber auch sei, unter den unzähligen Monster-Trash Filmen siedelt sich die Geschichte auf jeden Fall im oberen Drittel an und bietet dabei ein wahres Sammelsurium an Absurditäten.

Dabei erinnert "Angriff der Riesenspinne" in gewissen Momenten sowohl an an Jack Arnolds 50er Jahre Klassiker "Tarantula", wie auch an den 1990 erschienenen Beitrag "Arachnophobia", allerdings sollte man keinesfalls die gleichen Maßstäbe im Bezug auf die vorhandene Qualität ansetzen. Im Prinzip ist das aber auch vollkommen egal, denn diese wunderbare Trash-Granate dürfte jeden Liebhaber begeistern. Mit einer Laufzeit von knapp 78 Minuten beinhaltet die Story auch die genau richtige Länge, denn mehr hätte man aus der abwegigen Geschichte auch wirklich nicht heraus holen können. Ein kurzweiliges Filmvergnügen ist also definitiv vorprogrammiert, so das man sich diesen charmanten Leckerbissen nicht entgehen lassen sollte.


Fazit:


"Angriff der Riesenspinne" serviert Trash vom Feinsten und zaubert dem Betrachter so manchen Schmunzler ins Gesicht. Wer eine Vorliebe für Filme dieser Art hat, kommt jedenfalls nicht um diesen Beitrag herum, den man sich in regelmäßigen Abständen immer wieder gern anschaut.


9/10 auf der nach oben offenen Trash-Skala

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