Inner Demons

horror1966
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Inner Demons

Beitragvon horror1966 » Fr Dez 09, 2016 4:51 pm

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Inner Demons
(Inner Demons)
mit Lara Vosburgh, Morgan McClellan, Kate Whitney, Brian Flaherty, Colleen McGrann, Christopher Parker, Ashley Sutton, Susan Ateh, Richard Wilkinson, Sewell Whitney, John Cragen, Adrian Gaeta
Regie: Seth Grossman
Drehbuch: Glenn Gers
Kamera: Chapin Hall
Musik: Adam Balazs
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Die junge Carson, einst ein braves, bibelfestes Mädchen ist heroinabhängig. Als Eltern und Freunde sie endlich zu einem Entzug bewegen, scheint sie zunächst nur ein weiterer Junkie in der Klinik zu sein. Doch der Entzug hat ungeahnte Folgen. Die heftige Drogensucht kam nicht von ungefähr. Es war der verzweifelte Versuch des Mädchens Dämonen im Bann zu halten. Mit zunehmendem Entzug werden finstere Mächte freigesetzt…


William Friedkins "Der Exorzist" war und ist immer noch das absolute Non plus Ultra, wenn es in einem Horrorfilm um die Themen Besessenheit und Exorzismus geht. Mittlerweile gibt es allerdings unzählige Beiträge in allen möglichen Variationen, die sich ebenfalls mit dieser Thematk beschäftigen, ohne allerdings an die unbestrittene Klasse des genannten Werkes heran reichen. Mit "Inner Demons" liegt nun ein weiterer Versuch vor, der zugegebenermaßen ein wenig frischen Wind erkennen lässt, verfolgt Regisseur Seth Grossman doch eine etwas andere Herangehensweise und stattet seine Erzählung so doch zumindest mit kleineren innovativen Ansätzen aus. Das Ganze präsentiert sich dabei im Mockumentary-Stil und beinhaltet einige Einfälle, die das Szenario zumindest streckenweise mit einem gewissen Reiz ausstatten. Gänzlich überzeugen vermag "Inner Demons" aber nicht, denn dafür gestaltet sich die erste Hälfte der Geschichte doch etwas zu langatmig und fast schon banal.

So dauert es beispielsweise recht lange, bis die Abläufe überhaupt einmal den Ansatz einer Besessenheit der Hauptfigur in den Fokus rücken, stattdessen wird viel zu viel Zeit damit vergeudet, irgendwelche Pseudo-Interviews mit Familienangehörigen zu führen. Dadurch kommt zunächst einmal keine wirkliche Spannung auf und von diversen Horrorelementen ist weit und breit nichts zu sehen. Der Zuschauer wird eigentlich erst im letzten Drittel des Filmes so richtig mit der eigentlichen Thematik konfrontiert, wobei Grossman dann aber auch ziemlich ordentlich auf den Putz haut. Das bis dahin eher künstlich in die Länge gezogene Geschehen nimmt mit einem mal richtig an Fahrt auf und steigert das bis dahin behäbige Tempo ganz gewaltig. Nun lässt "Inner Demons" auch einen gelungenen Spannungsbogen und vor allem die nötige Grundstimmung erkennen, die bei einem Film dieser Art im Prinzip von beginn an vorherrschen sollte. Zwangsläufig stellt sich dabei die Frage, warum man nicht von Anfang an so konsequent an das Thema heran gegangen ist, denn dann wäre an dieser Stelle ein absolut gelungener Genre Beitrag entstanden.

Durchgehend als gut zu bezeichnen ist nur die Leistung von Hauptdarstellerin Lara Vosburgh, die in der Rolle der besessenen Carson eine gute Figur abgibt. Ansonsten offenbart sich ein recht zwiespältiger Gesamteindruck, da sich die beiden Hälften des Werkes viel zu unterschiedlich gestalten. Auch die Begründung für die Besessenheit des Mädchens wird erst verhältnismäßig spät geliefert und zudem leider nur nebensächlich in den Raum geworfen. So entsteht zu keiner Zeit die nötige Tiefe, um als Zuschauer einen echten Bezug zu den Ereignissen zu kriegen. Das ist wirklich sehr schade, denn im Prinzip ist hier eine ganze Menge an Potential vorhanden, das man nur leider überhaupt nicht richtig ausgeschöpft hat.

Letztendlich handelt es sich bei "Inner Demons" wahrlich nicht um einen schlechten Film, denn streckenweise weiß der Film gut zu gefallen. Dennoch ist die Chose etwas zu unausgegoren und hinterlässt dadurch keinen gänzlich stimmigen Eindruck. Da nützt auch die etwas andere Herangehensweise an die Dinge nichts, wenn man die ersten gut 45 Minuten so gut wie im Sand verlaufen lässt und erst danach das eigentliche Thema behandelt. So werden die wichtigen Abläufe nämlich zu sehr in ein begrenztes zeitliches Korsett gezwängt, was man ohne Weiteres hätte vermeiden können. Trotzdem kann man sich diesen Film auf jeden Fall einmal ansehen, ob er allerdings einen allzu nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Eine gute Grundidee wurde zu banal umgesetzt und diverse überflüssige Mankos trüben das Filmerlebnis ganz erheblich, so das man dieses Werk leider nur im absoluten Durchschnittsbereich einordnen kann.


Fazit:


Mit etwas mehr Konsequenz wäre hier viel mehr möglich gewesen, denn "Inner Demons" lässt stellenweise viel Potential erkennen, da von Seth Grossman allerdings nur stellenweise umgesetzt wurde. So bleibt am Ende ein weiterer Film über Exorzismus den man sich zwar gern einmal anschauen kann, der aber keinen größeren Erinnerungswert beinhaltet.


5/10

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