The Ones Below - Das Böse unter uns

horror1966
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The Ones Below - Das Böse unter uns

Beitragvon horror1966 » Do Nov 24, 2016 7:54 pm

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The Ones Below - Das Böse unter uns
(The Ones Below)
mit Clémence Poésy, David Morrissey, Stephen Campbell Moore, Laura Birn, Deborah Findlay, Natasha Alderslade, Franc Ashman, Grace Calder, Tuyen Do, Jonathan Harden, Christos Lawton, Sam Pamphilon, Robert Roman Ratajczak
Regie: David Farr
Drehbuch: David Farr
Kamera: Ed Rutherford
Musik: Adem Ilhan
FSK 16
Großbritannien / 2015

Kate und Justin blicken mit freudiger Erwartung der Geburt des ersten Kindes entgegen und sind eben erst in ein neues Haus in London gezogen. Im Parterre ist noch Wohnraum frei, alsbald ziehen dort Theresa und John ein. Auch Theresa ist hochschwanger, und zuerst verstehen sich die Nachbarn ganz gut. Als jedoch Theresa nach einem gemeinsamen Abendessen auf der Treppe stürzt und ihr Kind verliert, ziehen düstere Wolken auf. Denn die neuen Nachbarn machen Kate und Justin für den Unfall verantwortlich.


Es ist schon ein starkes Stück Film, das der Brite David Farr mit seinem Erstlingswerk vorlegt und in dem die Thematik der "bösen Nachbarn" auf ein ganz neues Level gehoben wird. Dabei beginnt alles noch recht harmonisch, denn scheinen sich die beiden im gleichen Haus lebenden Pärchen doch recht schnell anzufreunden. Doch der Schein trügt und schon beim ersten gemeinsamen Pärchenabend kommt es zu einer Katastrophe, die den Startschuss für ein perfides und teuflisches Psycho-Spielchen darstellt. Farr präsentiert seine Erzählung in kühlen und fast schon steril anmutenden Bildern, was den Zuschauer fast durchgehend mit einer gepflegten Gänsehaut versieht. Und diese hat auch durchaus ihre Berechtigung, denn obwohl das Szenario sich keineswegs durch spektakulären Aktionismus auszeichnet, entwickelt sich mit der Zeit eine knisternde Atmosphäre, die einem gehörig unter die Haut geht.

Dabei kann man sich dem Gefühl einer extrem starken Beklemmung kaum erwehren, was sicherlich auch im grandiosen Schauspiel der vier Hauptfiguren zu begründen ist. Das Szenario würde selbst dem Altmeister Alfred Hitchcock alle Ehre machen und phasenweise werden auch dezente Erinnerungen an Roman Polanskis Meisterwerk "Rosemary's Baby" wach, auch wenn die Geschichte keinerlei okkulten Hintergrund aufweist. Dennoch macht sich mit zunehmender Laufzeit immer stärker der unterschwellig aufkommende Horror breit, denn was Theresa und John hier mit ihren Nachbarn Kate und Justin anstellen, ist an seelischer Grausamkeit kaum zu überbieten. Psychoterror der übelsten Art steht auf der Tagesordnung und obwohl man als Betrachter ganz genau weiß wer für die ominösen Vorkommnisse verantwortlich ist, entwickelt sich eine immer dichter werdende Atmosphäre, die jede Menge bedrohliche Züge erkennen lässt. Echte Hochspannung ist dabei angesagt, die sich letztendlich in einem wirklich bitter-bösen Finale entlädt, das einen absolut erstklassigen Film nahezu perfekt abrundet und einen mit einem flauen Gefühl in der Magengegend zurück lässt.

David Farr hat in seinem Debüt ein äußerst gutes Gespür für einen gelungenen Spannungsaufbau bewiesen und auch ansonsten viele Dinge richtig gut umgesetzt. Dazu zählt auch die perfekte Besetzung der Hauptrollen, denn die darstellerischen Leistungen der Akteure sind eine große Stärke dieses fiesen Thrillers. Ganz generell kann man sagen, das "The Ones Below - Das Böse unter uns" ein wirklich überzeugendes Gesamtbild präsentiert, denn sämtliche Zutaten der Story fügen sich hier zu einem gelungenen Ganzen zusammen. Zudem beinhaltet auch die Thematik des Geschehens eine gewisse Brisanz und Farr schafft es fast schon spielerisch, den subtil in Erscheinung tretenden Horror ins Spiel zu bringen.

Die daraus entstehende Mixtur unterhält bestens und sorgt beim Zuschauer dafür, das man immer tiefer in das böse Nachbarschaftsverhältnis eintaucht, das einen tief in die Abgründe der menschlichen Seele führt und eine Boshaftigkeit in den Fokus rückt, die kaum in Worte zu fassen ist. Dies alles geschieht unter einer Maske der unterkühlten Freundlichkeit und gerade dieser Aspekt der Ereignisse lässt einen immer wieder erschauern. So ist man dann auch nach den knapp 90 Minuten Laufzeit erst einmal stark mitgenommen und muss das Ganze sacken lassen, denn "The Ones Below - Das Böse unter uns" bietet ein extrem intensives Psycho-Szenario, das den Betrachter auch im nachhinein noch länger beschäftigt.


Fazit:


Diese britische Produktion mag auf den ersten Blick ein wenig unscheinbar erscheinen, beinhaltet jedoch ein absolut intensives und spannendes Seherlebnis, das man keinesfalls so schnell vergessen wird. Regisseur David Farr scheint dabei zu denjenigen seiner Zunft zu gehören, die schon mit ihrem ersten Film ein gehöriges Potential und Talent erkennen lassen, das hoffentlich auch noch in weiteren Filmen zu sehen sein wird. Auf jeden Fall muss man aber für "The Ones Below - Das Böse unter uns" eine dicke Empfehlung für die Freunde intensiver Thriller aussprechen, denn wer dieses tolle Werk verpassen sollte hat selber schuld.


8,5/10

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