Trepalium - Stadt ohne Namen

Alles über Serien hier rein! Achtet bitte auf Spoiler und benutzt die entsprechende Funktion!
Forumsregeln
Bitte kennzeichnet Spoiler mit der entsprechenden Funktion im Texteditor!
horror1966
Beiträge: 214
Registriert: Di Feb 02, 2016 5:47 pm

Trepalium - Stadt ohne Namen

Beitragvon horror1966 » Mi Aug 10, 2016 4:43 pm

Bild




Trepalium - Stadt ohne Namen
(Trepalium)
mit Léonie Simaga, Pierre Deladonchamps, Ronit Elkabetz, Aurélien Recoing, Lubna Azabal, Charles Berling, Olivier Rabourdin, Thibaut Evrard, Tewfik Jallab, Sarah Stern, Florence Janas, Némo Schiffman, Aloïse Sauvage
Regie: Vincent Lannoo
Drehbuch: Antarès Bassis / Sophie Hiet / Sébastien Mounier / Thomas Cailley
Kamera: David Cailley
Musik: Thierry Westermeyer
FSK 16
Frankreich / 2016
Mini Serie
6 Episoden a ca. 50 Minuten

80% der Bevölkerung sind arbeitslos. Eine Mauer trennt sie von den 20 %, die noch einem Job nachgehen. Auf der einen Seite liegt die Stadt, auf der anderen die Zone . Terroristen zwingen die Regierung dazu, eine gewisse Anzahl solidarischer Stellen einzurichten. Die Jobs sind begehrt, und die Kandidaten werden in harten Verfahren ausgewählt. Zonenbewohnerin Izia erhält eine Anstellung in der Familie von Ruben Garcia, einem erfolgreichen, jungen Ingenieur. Izia möchte ihrem Sohn Noah eine bessere Zukunft ermöglichen. Sowohl für die arbeitende Bevölkerung als auch für die Zonenbewohner ist das Dasein ein täglicher Kampf ums Überleben. Sie gehen Kompromisse ein, streben nach sozialem Aufstieg, erleben Frust und Verzweiflung, handeln unverantwortlich oder sogar sadistisch.


Das ewig junge Thema der Klassentrennung wird in dieser französischen Mini-Serie einmal mehr thematisiert, wobei Regisseur David Cailley das Ganze vollkommen bewusst ziemlich überspitzt darstellt. Präsentiert er doch eine Geschichte, die dem Zuschauer ein Szenario anbietet das zeitlich gesehen in der nahen Zukunft angesiedelt ist. Aber auch wenn an dieser Stelle eine recht düstere und vor allem beklemmende Zukunftsversion auf den Plan tritt, lassen sich durchaus etliche Grundzüge erkennen, die man ohne wenn und aber auch auf die Realität der heutigen Zeit anwenden kann. Korruption, Manipulation und ein unverhohlen zur Schau gestellter Elite-Gedanke sind die Hauptmerkmale dieser Serie, die von der ersten bis zur letzten Minute gute Filmkost anbietet und den Betrachter gleichzeitig auch nachhaltig zum nachdenken anregt.

Ziemlich offensichtlich erkennt man nämlich unzählige Ähnlichkeiten zum realen Leben, nur das im vorliegenden Fall liegt einem insbesondere die dystopische Gesellschaft schwer im Magen. Von Beginn an lässt David Cailley keinerlei Zweifel daran, das die hier dargestellte Welt von einer kleinen Elite nach eigenen Gutdünken regiert wird, die ihr Leben in einer steril wirkenden, aber dennoch schönen Stadt verbringt. Der überwiegende Teil der Menschen (80%) fristet allerdings ein äußerst trostloses Dasein außerhalb der Stadt in der sogenannten Zone, wobei eine gewaltige Mauer beide Gebiete abgrenzt.

Schon die visuellen Unterschiede der beiden Gebiete macht mehr als deutlich wie unverhältnismäßig groß die Unterschiede der beiden Gruppen sind, denn während die Wohlhabenden in Saus und braus leben können, muss die Mehrheit der Menschen in Verhältnissen leben, die man mit dem Wort unwürdig noch nicht einmal ansatzweise beschreiben kann. Dennoch wird aber auch sehr gut heraus gearbeitet, das auch das Leben in der namenlosen Stadt etliche Schattenseiten aufzuweisen hat. Ein enormer Druck liegt auf den Bürgern, die Angst vor dem Versagen steht den Leuten förmlich ins Gesicht geschrieben, denn der Verlust ihrer Arbeit würde bedeuten, das auch sie in die Zone abgeschoben werden. Natürlich handelt es sich bei dieser Geschichte um Utopie, aber gewisse Grundzüge dieser Gesellschaft kann man ohne Weiteres auch in die heutige Zeit übernehmen und so ist es keinesfalls verwunderlich, das etliche Züge des Geschehens gut bekannt sind und auch in der realen Welt praktiziert werden.

Stellenweise erinnert "Trepalium - Stadt ohne Namen" ein wenig an "Elysium" und selbstverständlich sind auch Anlehnungen an einen Film wie "1984" wahrlich nicht zu übersehen. Trotzdem sollte man nicht unbedingt diverse Vergleiche anstellen, sondern dieses Format vielmehr als eigenständiges Werk betrachten. Mir persönlich hat die Serie äußerst gut gefallen und gerade die Tatsache das man etliche Inhalte auf unsere heutige Welt ummünzen kann, macht die Sichtung umso interessanter. Zudem kann man sich auch über das Schauspiel der Akteure nicht beklagen, denn durch die Bank bekommt man hier wirklich gute Leistungen geboten, so das man am Ende zu einem Gesamteindruck gelangen sollte, der sich oberhalb des Durchschnitts ansiedelt.


Fazit:


Diese ganz bewusst überspitzt dargestellte Serie ist absolut zu empfehlen und beinhaltet trotz einer utopisch ins Bild gesetzten Zukunft etliche Elemente, die man auch in unserer Welt erkennen kann. Gute Darsteller, eine beklemmende Grundstimmung und eine spannende Erählweise wecken das Interesse des Zuschauers, der nach dem Ende nachdenklich zurück gelassen wird.


7/10

Zurück zu „Serien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast