Survivalspiele: The Long Dark

The Long Dark Survivalgame

Erhältlich für: PC, Xbox One

Ich selber habe The Long Dark leider nicht gespielt, aber es findet sich sehr oft in den Listen der besten Survivalspiele im Netz. Für diese Kritik musste also mein Kumpel Benjamin als Interviewpartner herhalten, der bereits einige Stunden in den sich immer noch im Early Access befindlichen Titel investiert hat. Ich fasse seine Beschreibung also lediglich zusammen.
Betonen soll ich auf jeden Fall, dass es in diesem Singleplayer-„Allein gegen die kanadische Wildnis“-Spiel noch keinen Storymodus gibt, der aber schon recht lange vor dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Specials, für den Frühling 2017 angekündigt wurde.

So wird man im Sandbox-Mode von The Long Dark mal wieder Leidtragender eines Flugzeugabsturzes, allerdings durch einen geomagnetischen Sturm verursacht, der alle Elektronik in der Umgebung ausfallen lies (darum der Name). Da hatte man noch Glück im Unglück, dass man als erfahrener kanadischer Buschpilot seine eigene Cessna auch ohne Instrumente, lediglich auf Sicht notlanden kann bzw. können sollte. Doch schlägt die Natur einem nur wenige Augenblicke später richtig derbe in die Fresse, auf gut Deutsch gesagt: Sehr niedrige Temperaturen, Schneestürme und dichter Nebel machen einem das Überleben im kanadischen Outback fortan zur Hölle; wobei ich noch erwähnen sollte, dass sogar die Windrichtung entscheidend über das Tempo und den Kalorienverbrauch der Spielfigur ist. Aber zum Glück gibt es auf den einzelnen Kartenabschnitten (die man über begehbare Ladezonen wechseln kann) auch einige Unterschlüpfe zu entdecken, wie z.B. verlassene Rangerstationen oder gar einen imposanten Staudamm, in denen man einiges nützliches Zeugs zum Überleben finden kann. Und wie auch schon in anderen Survivalspielen dieses Specials skillt man die Spielfigur gewissermaßen, in dem man mit ihr Tätigkeiten wie z.B. Feuer machen öfter ausübt.

Aber nicht nur Wetterextreme können das einzige Leben (dazu später mehr) der Spielfigur bedrohen, es gibt auch wilde und gefährliche Tiere, wie Wölfe und Bären, die man sich irgendwie vom Leib halten muss. Dabei können so Dinge wie Signalfackeln oder gar ein Jagdgewehr, welches man finden kann, behilflich sein. Stürmt z.B. ein hungriger Wolf auf einen zu, dann kann man eine Signalfackel zünden, um ihn auf Distanz zu halten, da er Angst vor Feuer hat. Sie brennt aber nur eine begrenzte Zeit. Also muss man sich entscheiden, ob man schnell das Weite sucht, oder die Fakel auf den Wolf schmeißt, um ihn zu verscheuchen. Dies kann den Wolf aber auch zu einem Angriff provozieren… der meist mit dem Tod des Protagonisten endet.
Munition für das Gewehr ist übrigens richtig selten und wertvoll. Damit meine ich, dass man schon froh darüber sein kann nur drei Patronen zu besitzen. Und schießt man eine daneben (z.B. beim Jagen von Wild), dann ist dies wirklich ärgerlich!

Damit komme ich auch schon zum Knackpunkt dieses sehr harten und ausgeklügelten Survivalabenteuers, bei dem es bisher nur darauf ankommt wie lange man überleben kann: Der Permadeath in The Long Dark ist wirklich unbarmherzig und basiert auf dem Speichersystem des Spiels. Dieses speichert nämlich automatisch, immer dann wenn man einen sicheren Unterschlupf betritt; aber auch wenn man von einem wilden Tier angesprungen wird oder sich in der Wildnis verletzt, so dass es nicht möglich ist durch das Laden des vorherigen Speicherpunktes der Situation zu entkommen oder einen anderen Weg zu gehen. Derartiges gab es meiner Meinung nach noch nie (oder nur sehr selten) in Spielen, also dass man durchaus die Möglichkeit hat zu speichern, um das Spiel ab und zu unterbrechen, dies einem aber nicht beim Überleben hilft, oder dabei sich noch einmal umzuentscheiden.
Lebensmittel verderben, Klamotten nutzen sich ab… das eiskalte Survival-Abenteuer hat es tatsächlich in sich!

Grafisch präsentiert sich The Long Dark in einem simplen, aber recht schicken Comic-Look, bei dem man meinen sollte er würde die Hardware des heimischen PCs nicht all zu sehr fordern. Doch weil es sich um ein Independentprojekt handelt, ist die Engine wahrscheinlich noch nicht richtig optimiert (leider oftmals der Fall bei Early Access Titeln), weshalb man über eine recht starke CPU verfügen sollte…
Regelmäßige Updates, die z.B. neue Gegenden, neue Fertigkeiten und auch Grafikverbesserungen ins Spiel bringen, sorgen dafür den geneigten Spieler bei Stange zu halten… und natürlich darf man nicht den kommenden Storymodus vergessen, in dem nicht nur die Natur gefährlich ist!