Special: Wer macht was beim Film?

Special: Wer macht was beim Film?

Im Vor- und Abspann von Filmen werden natürlich möglichst alle an der audiovisuellen Produktion beteiligten Personen genannt. Aber wer macht eigentlich was bei einem Film und worin besteht z.B. der Unterschied zwischen dem „Produzenten“, einem „Co-Produzenten“ und dem „Ausführenden Produzenten“? – In diesem Special möchten wir die Aufgaben und Funktionen aller Filmschaffenden grundsätzlich erklären.

Stab & Cast

Als „Filmstab“ werden alle an der Filmproduktion beteiligten Personen bezeichnet, die nicht Schauspieler, Komparsen oder Stuntmen sind. Jeder Stab setzt sich aus verschiedenen Abteilungen („Departments“) zusammen, wobei jede davon verschiedene Aufgaben in der Vorbereitung, während des Drehs am Set und in der Nachbereitung zu erfüllen hat. Die übliche Gliederung besteht aus Produktion, Regie, Kamera, Ton, Montage, Maskenbild, Kostümbild, Szenenbild, Musik sowie Spezialeffekte und audiovisuelle Effekte. Zum „Cast“ hingegen gehören alle Schauspieler, Komparsen und Stuntmen, also diejenigen Mitwirkenden, die vor der Kamera zu sehen sind.

Drehbuchautor / Writer / Written by

Wer macht was beim Film? - Drehbuchautor

Der Drehbuchautor ist ein Schriftsteller, der in bestimmter Form ein Skript schreibt, in dem die von ihm erdachte oder aus einem Roman, Videospiel oder einem Comic übernommene, umgewandelte Geschichte, mitsamt der Dialoge und auch bestimmter und evtl. wichtiger Kameraeinstellungen, beschrieben wird. Darum kann man ein Drehbuch nicht so lesen, wie man z.B. einen Roman liest. Der Fantasie sind dabei Grenzen gesetzt, denn es gibt klare Vorgaben, an denen sich später der Regisseur orientieren kann (aber nicht zwangsweise muss).
Das Skript kann der Drehbuchautor, sofern für gut befunden, an beliebige Produzenten bzw. Produktionsfirmen verkaufen, wenn er nicht bereits bei einer angestellt ist und es sich sozusagen um eine Auftragsarbeit handelt. Der Drehbuchautor wäre dann bereits ein Teil der Projektentwicklung bei einem Filmvorhaben und wird ggf. durch den Produzenten kreativ und administrativ beraten

Produzenten / Producer

Wer macht was beim Film? - Produzenten

Der Filmproduzent steuert und verwaltet den Entwicklungsprozess einer Filmproduktion. Oftmals treten auch Filmproduktionsfirmen als Produzent auf, die aber ihrerseits natürlich von Filmproduzenten gegründet wurden. Als Rechtsform von Produktionsfirmen kommen Kapitalgesellschaften oder, bei Co-Produktionen, auch eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (BGB) in Frage. Dabei ist es auch möglich, dass unbeschränkt haftende Einzelkaufleute als Filmproduzenten auftreten. Aus Haftungsgründen ist die am häufigsten gewählte Unternehmensform aber die GmbH. Doch an dieser Stelle wird es etwas zu wirtschaftlich und wir müssten zu viele Randnotizen einfügen, weshalb wir uns wieder auf den Kern der Sache konzentrieren…
Produzenten kalkulieren das Filmvorhaben durch und bringen meistens eigene Gelder oder Gelder ihrer Gesellschaft in das Projekt mit ein. Produzenten bestimmen auch die Auswahl des kreativen und technischen Personals. Dazu gehören die Drehbuchautoren, die Kameraleute, die Schauspieler, der Regisseur und der Editor. Ein Produzent wirkt an der Entwicklung des Drehbuchs mit, bzw. kann Änderungen in Auftrag geben, hilft bei der Suche nach geeigneten Drehorten/Studios, legt den Drehplan fest und überwacht die Dreharbeiten und später auch die Postproduction (Nachbearbeitung). Dabei fungiert er natürlich auch als technischer und auch kreativer Berater. Zu seinen Hauptaufgaben gehört aber vor allem die Übernahme des Finanzierungsrisikos, weshalb er auch so viel Mitspracherecht hat. Er ist quasi der oberste Boss bei einem Filmprojekt. Doch es gibt Ausnahmen…

Man unterscheidet verschiedene Arten von Filmproduzenten: Der „Executive Producer“, der im Deutschen oft fälschlicherweise „Ausführender Produzent“ genannt wird, ist in Wirklichkeit der „geschäftsführende Produzent“, was oft bedeutet, dass der Executive Producer der Eigentürmer einer Produktionsfirma ist. Er ist meistens der Haupt-Geldgeber bei einem Filmprojekt. In den USA können auch Hauptdarsteller als Executive Producer angeführt werden, um im Vorfeld die Aufmerksamkeit der berichterstattenden Medien zu steigern. Dabei handelt es sich meistens nur um einen werbenden Effekt.
Der „Line Producer“, „Production Manager“ oder auch „TV-Producer“ ist meist ein freier Mitarbeiter, der projektbezogen z.B. von Fernsehsendern oder Produktionsfirmen engagiert wird. Er ist nicht finanzieller und künstlerischer Gesamtleiter einer Produktion, sondern in Vertretung für den Executive Producer nur für die inhaltliche und organisatorische Umsetzung verantwortlich.
Als „Associate Producer“ wird ein Produzent bezeichnet, der an einer Produktion nur indirekt beteiligt ist, d.h. keinen Einfluss ausübt, aber trotzdem an Gewinnen wie Verlusten beteiligt ist – z.B. weil er Mitinhaber der Produktionsfirma ist.
Der „Co-Producer“ erklärt sich gewissermaßen selbst. Er ist oft das Resultat aus einer projektbezogenen Zusammenarbeit zweier oder mehrerer Produktionsfirmen, wobei eine der Produktionsfirmen als Haupt-Geldgeber fungiert. Dabei kann es sich auch, wie bereits erwähnt, um unbeschränkt haftende Einzelkaufleute handeln, die direkt am Entwicklungsprozess einer Filmproduktion und an den Gewinnen wie Verlusten beteiligt sind, und auch kreativen Einfluss nehmen dürfen, da sie ebenfalls finanzielle Mittel einbringen. Co-Produzenten können z.B. auch Autoren/innen sein, welche die Rechte an ihren Werken an Produktionsfirmen verkaufen/abgeben und dann an den Gewinnen des Film- oder Serienprojekts beteiligt werden.

Regisseur / Director

Wer macht was beim Film? - Regisseur

Der Regisseur ist der verantwortliche künstlerische Leiter einer Filmproduktion und der Urheber des gesamten finalen Produkts, wohingegen ein Produzent schwerpunktmäßig für die administrative Leitung zuständig ist, aber (wie schon beschrieben) als Geldgeber auch ein großes Mitspracherecht bei der kreativen Gestaltung der Produktion hat. Der Regisseur wird allerdings vom Produzenten engagiert, was bedeutet, dass ein gewisses Vertrauen in seine Fähigkeiten gesetzt wird/wurde. Der Regisseur leitet die Dreharbeiten eines Films und bestimmt welche Aufnahmen seiner kritischen Meinung nach verwendet, und wie sie lose zusammengeschnitten werden; natürlich den etwaigen Vorgaben des Drehbuchs folgend. Neben dem Regisseur üben aber auch Kameraleute direkten Einfluss auf die visuelle Gestaltung eines Filmprojekts aus.

Kameramann / Director of Photography

Wer macht was beim Film? - Kameramann

Die grundsätzliche Arbeit von Kameraleuten sollte jedem Filmfan bekannt sein. Was viele aber nicht wissen ist, dass sie neben dem Regisseur die Mit-Urheberrechte an den von ihnen eingefangenen Bewegtbildern besitzen. Der „Director of Photography“ oder auch „Cinematographer“ bezeichnete Kameramann hat die Aufgabe die gesamte Licht- und bildatmosphärische Gestaltung des Films (sozusagen die Inszenierung des Bühnenbilds) zu übernehmen und hat auch einen entscheidenden Einfluss auf die Einstellungsgrößen. Somit übernimmt er als „Bild-Regisseur“ direkt nach dem Regisseur eine entscheidende Rolle im kreativen Entstehungsprozess eines Films. Auf das geschulte Auge seiner Kameraleute muss sich der Regisseur verlassen können.
Kameramänner arbeiten beim Film meistens mit „Dollys“ (Schienenwagen), Schulterkameras (z.B. für einen pseudo-dokumentarischen Look), Kamerakränen und auch „Schwebestativen“ (Steadycams). Letztere ermöglichen es dem Kameramann frei beweglich verwacklungsarme Bilder zu erzeugen. Ein Schwebestativ besteht aus drei grundsätzlichen Komponenten: Einer Weste, einem an ihr befestigtem Stabilisierungs-Arm und einem Rig, auf dem die Kamera angebracht wird. Eine Steadycam anzulegen und zu benutzen ist nicht ganz einfach und fordert vom Kameramann viel Kraft und Fitness.

Kameraassistenten / Focus Puller

Ein Kameramann hat in der Regel zwei Assistenten: Der erste Kameraassistent ist in hauptsächlich für das „Schärfe ziehen“ verantwortlich, weshalb er auch „Focus Puller“ genannt wird. Bei ihm liegt u.a. such die Verantwortung für die Kameratechnik und dem gefilmten Material. Der zweite Kameraassistent schlägt die „Filmklappe“ (dazu später mehr).
Im Zeitalter von Autofokus-Kameras mag es etwas merkwürdig erscheinen, dass ein Kameraassistent die „Schärfe zieht“. Der Autofokus richtet sich bei herkömmlichen Camcordern aber meist nur nach der Bildmitte aus. Bei professionellen und oft auch sehr großen Filmkameras braucht der Kameramann, der das schwere Gerät führt, also einen Helfer, der die oftmals als Stilmittel angewendete Schärfentiefe einstellt.

Beleuchtung / Light Department

Wer macht was beim Film? - Beleuchter

Dem Kameramann bzw. Director of Photography unterstehen u.a. auch die „Beleuchter“ und „Lichtbestimmer“ (Coloristen). Ein Lichtbestimmer übernimmt die Farbkorrektur des Bildmaterials in der Postproduction. Beleuchter sind für die Einrichtung, Bedienung und Wartung der lichttechnischen Anlagen und Geräte am Set zuständig. Ihnen vorgesetzt ist meistens ein „Oberbeleuchter“, auch genannt „Gaffer“ oder „Light Designer“. Dieser ist sowohl eine technische als auch kreative Instanz an einem Filmset und arbeitet eng mit den Kameraleuten zusammen.
Der „Best Boy“, auch „Assistant Chief Lighting Technician” genannt, ist der erste Assistent des Oberbeleuchters. Bei kleineren Produktionen übernimmt er selbst den Aufbau, die Verkabelung und den Betrieb des lichttechnischen Equipments. Im Gegensatz zum Oberbeleuchter ist seine Aufgabe eher als ausführende denn als kreative Tätigkeit zu sehen. Mittlerweile ist „Best Boy“ im Film aber eine genrelle Bezeichnung für erste Assistenten innerhalb der jeweiligen Departments.
Der „Genny Operator“ (vermutlich eine Verniedlichung von Generator) ist ebenfalls Bestandteil des Light Departments und überwacht während der Dreharbeiten die ausreichende Stromversorgung aller Geräte.

Tontechniker & Sound Department

Wer macht was beim Film? - Ton & Filmmusik

Das „Sound Department“ kümmert sich um die möglichst glasklare Aufnahme der Dialoge und wichtigen Geräusche in einem Film. Das beinhaltet auch das Erstellen und die digitale Nachbearbeitung von Soundeffekten, wie z.B. Explosionen, das Getrappel von Pferdehufen oder gar das bekannte „Brumm-Summen“ der Lichtschwerter aus Star Wars (erstellt von sogenannten „Foley Artists“). Sound Designer sorgen auch dafür, dass atmosphärische Hintergrundgeräusche (Ambient Sound/die Sound-Kulisse), wie z.B. das Zirpen von Grillen bei Nacht oder ein imposantes Gewitter, passend zu den von den Kameraleuten eingefangenen Bildern vom Editor in den Film eingearbeitet werden können und haben auch ein wenig Einfluss auf die passende musikalische Untermalung.
„Tonassistenten“ (Angler oder Boom Operator) haben die Aufgabe dem „Tonmeister“ dabei zu helfen ein möglichst direktes Tonsignal aufzunehmen. Dies wird häufig mit einem an einer „Tonangel“ befestigtem Mikrofon realisiert, das möglichst nahe an den Mund der Schauspieler gehalten wird, ohne dabei im Bild zu erscheinen. Der Tonmeister hingegen ist zu jedem Stadium der Produktion dafür verantwortlich, dass das Endprodukt der künstlerischen Zielsetzung der Musiker (Komponisten der Filmmusik) und der Produzenten entspricht. Bei Filmproduktionen beginnt seine Tätigkeit bei den Aufnahmen am Drehort, beinhaltet die Erstellung spezieller Geräusche (Sound Design), die Synchronisation von Schauspielern bis zur Aufnahme von Filmmusik und der Erstellung der Endmischung (Mehrkanalton) in einem Tonstudio.

Filmkomponist / Composer / Music by

Mit der von ihnen komponierten Musik (Score) tragen Filmkomponisten wesentlich zur Wirkung von Filmen bei, denn sie beeinflusst die Ausdruckskraft der filmischen Bilder auf vielfältige Weise: Filmmusik transportiert Emotionen, kreiert eine Atmosphäre oder Stimmung, konstruiert die Filmwelt akustisch, kommentiert das Geschehen und strukturiert die Erzählung.
Der Ursprung des Filmkomponisten liegt in den Anfängen der Filmgeschichte, als Stummfilme von Pianisten begleitet wurden. Erst nach dem Aufkommen des Tonfilms wurde Filmmusik im Studio aufgezeichnet. Filmmusik wird heute aber nur noch in seltenen Fällen ausschließlich für einen (epischen) Film oder ein Franchise komponiert, sie ist auch wichtiger Bestandteil der gewinnbringenden Vermarktung. So werden nicht selten, neben dem vom Filmkomponisten geschrieben Score, auch Lieder von mehr oder weniger bekannten Bands und Musikern (performed by) in den Soundtrack eingebracht, sofern sie thematisch passen. Ob sie dies tun, das entscheidet auch der Filmkomponist als Hauptverantwortlicher für die musikalische Untermalung, und schlussendlich natürlich der Regisseur und die Produzenten.

Editor / Schnitt

Wer macht was beim Film? - Editor

Der „Editor“, in Deutschland oft fälschlicherweise „Cutter“ genannt, sorgt am Schneidepult während der Postproduction dafür, dass die vom Regisseur abgesegneten Aufnahmen bzw. Filmfragmente in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Dieser Prozess ist auch sehr kreativ und bedarf oft die Mitarbeit des Regisseurs und der Produzenten, denn natürlich kann es vorkommen dass evtl. die Reihenfolge nicht optimal ist oder ein „Take“ nicht unbedingt zum vorherigen passt.
Zur Angleichung der Bild- und Tonspuren ist vor allem die bekannte Klappe wichtig, auf der die einzelnen Takes für den Editor audiovisuell durchnummeriert wurden (auf die Tafel der Klappe geschrieben und vom zweiten Kameraassistenten vorgelesen). Das Geräusch der Klappe erzeugt einen deutlichen Ausschlag der Tonspur, mit dessen Hilfe der Editor sie genauestens mit dem auf dem Schirm sichtbaren Zusammentreffen beider Klappen-Teile synchronisieren kann.

Spezialeffekte / Special Effects

Wer macht was beim Film? - Spezialeffekte

Ob nun Zombies ein Opfer blutig zerlegen, der Slasher ‚Jason Voorhees‘ seinem Opfer eine Machete in den Kopf hämmert, gigantische Explosionen das Weiße Haus in Schutt und Asche legen oder bloß Mündungsfeuer auf rauchende Colts gelegt werden muss, es handelt sich dabei natürlich so gut wie immer um Spezialeffekte. Hierbei unterscheiden wir aber streng zwischen handgemachten Spezialeffekten und „CGI“ (Computer Generated Imagery). Erstere arbeiten Hand in Hand mit Maskenbildnern und wirken durch den späteren Schnitt des Editors. So saust z.B. eine Machete in Richtung eines menschlichen Kopfes – Schnitt – und in der darauf folgenden Nahaufnahme sehen wir das Gesicht des Opfers mit einer Macheten-Prothese, aus der mit Hilfe von möglichst nicht sichtbaren Schläuchen massig rotes Kunstblut gepumpt wird. Der Schnitt und die Kameraperspektiven sind bei diesen handgemachten Spezialeffekten sehr wichtig, um sie glaubhaft rüber zu bringen. So nimmt der Special-FX-Verantwortliche zumindest für kurze Zeit deutlichen Einfluss auf die gesamte Produktion, denn er muss sich mit dem Regisseur, den Kameraleuten und den Produzenten beraten. Anders verhält es sich bei CGI, die schon in der Vorproduktion eines Films deutlich mehr berücksichtigt, und im „Storyboard“ (sozusagen ein Drehbuch in Comic-Form) grob visualisiert werden muss. Nach dem Dreh kümmern sich dann CGI-Fachleute an leistungsstarken Computern darum, dass die Effekte möglichst detailliert gerendert werden und sich auch in das vom Regisseur gelieferte Bildmaterial nahtlos einfügen. Dies bedeutet auch eine enge Zusammenarbeit mit den zuvor erwähnten „Lichtbestimmern“… Während des Drehs kommen für digitale Spezialeffekte sogenannte „Green Screens“ und/oder „Motioncapturing Anzüge“ zum Einsatz, die grob als Platzhalter für die CGI fungieren. Die Farbe der Screens und Anzüge darf aber möglichst nicht in der für das Endprodukt geplanten Bildkomposition vorkommen, denn sie wird per Knopfdruck komplett aus dem Material entfernt und durch zusätzliches Bildmaterial oder Rendergrafiken ersetzt. Steht also z.B. ein Nachrichtensprecher mit grüner Krawatte vor einer grünen Wand, dann wird auch die Krawatte aus dem Bild raus gefiltert.
Motioncapturing Anzüge sind mit Tischtennisball großen Kugeln versehen, durch die eine Spezialsoftware die Position und Bewegungen des später digitalen Charakters in einem dreidimensionalen Raum, der über die Szene gelegt wird, errechnen kann. Diese visuellen Marker werden durch ein gerendertes 3D-Modell mit passenden digitalen Markern ersetzt. So etwas kennt man z.B. aus den neueren Planet der Affen Filmen oder durch den fiesen kleinen ‚Gollum‘ aus Herr der Ringe. Gespielt werden also auch die computeranimierten Charaktere in Filmen meist von echten Schauspielern, die den Figuren im besten Fall sogar etwas ähnlich sehen.
Früher waren auch Bühnenbildner oder Editoren maßgeblich an den Spezialeffekten beteiligt. So war es gang und gäbe, dass man z.B. für Mündungsfeuer aus Pistolen, Gewehren und Kanonen einfach Löcher in das Zelluloid gestanzt hat und fantasievolle Landschaften wurden auf große Leinwände im Hintergrund des Sets im Studio gemalt. In Sachen „Machete in den Kopf“ haben wir ja schon auf das Mitwirken des Editors aufmerksam gemacht… Diese Techniken werden heute, im Zuge der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung, aber nicht mehr angewendet.
Mittlerweile gibt es große Firmen, welche sich auf Spezialeffekte spezialisiert haben, wie z.B. die KNB EFX Group und Weta Workshop, die von den größeren Produktionsfirmen für ihre Projekte engagiert werden. Im Abspann eines Films oder einer Serie werden diese Firmen meist als „Special Effects Department“ gelistet.

Maske / Make-Up & Kostümdesign

Maskenbildner (Make-Up-Artists) sind für die Film-kompatible Optik der Schauspieler verantwortlich und arbeiten eng mit den Kostümdesignern (Costume Designern) zusammen, die auch für die Prothesen zuständig sind. Das macht beide Berufsgruppen u.a. zu einem wichtigen Supporter des Special-FX Departments.
Natürlich sind diese Berufe etwas anspruchsvoller als die eines Stylisten in seinem Ladengeschäft um die Ecke, denn die Maskenbildner beim Film müssen dafür sorgen, dass z.B. das Make-up nicht im gleißenden Scheinwerferlicht oder beim Dreh in der Wüste schmilzt. Monster, Zombies und ähnliche Kreaturen müssen durch die Kostümbildner mit möglichst haltbaren Prothesen ausgestattet werden, die auch mal mehrere Takes einer Kampfszene überstehen können. Die Herrichtung der ‚Samara‘ aus The Ring z.B. dauerte pro Drehtag stolze sieben Stunden und beinhaltet das Schminken, die Anbringung von Prothesen, die Hervorhebung bestimmter visueller Merkmale durch spezielle Airbrush-Techniken, die Herstellung und Herrichtung von Kostüm und Perücke etc.. Massenabfertigungen, wie z.B. die großen Ork-Horden aus Herr der Ringe, werden meist in Fließbandarbeit geleistet und oft auch später noch digital nachbearbeitet. Die Statisten im Hintergrund sehen dabei natürlich nicht so „hübsch“ aus wie die Kämpfer an vorderster Front, die den Fokus einer Szene auf sich ziehen sollen, um somit von den „schlechteren“ Kostümen und Masken im Hintergrund abzulenken.
Gute Maskenbildner und Kostümdesigner leisten bei großen Produktionen meist einen Knochenjob, wie so gut wie alle am Dreh beteiligten Filmschaffenden.

Stuntmen & Stunt Coordinator

Wer macht was beim Film? - Stuntmen

Stuntmänner sind körperlich sehr fitte Schauspieler und Sportler, die bei physisch sehr anspruchsvollen Filmszenen die eigentlichen Schauspieler ersetzen, damit diese sich nicht verletzten oder gar sterben. Ein sehr gefährlicher Beruf also. Gute Stuntmen spielen in Filmen sehr oft auch Monster und/oder Handlanger der jeweiligen Antagonisten (Bösewichte), also z.B. einen Schlägertrupp in John Wick. Dabei handelt es sich selten um Sprechrollen. Nur wenige Stuntmänner schaffen den Durchbruch zu einer oder mehreren Hauptrollen.
Der „Stunt Coordinator“ übernimmt beim Film das Casting (Auswahl und Anstellung) und die Leitung einer ganzen Gruppe von Stuntmen. Er choreografiert auch die Action-Szenen und unterweist und trainiert die normalen Schauspieler, wenn eine Szene nicht unbedingt zulässt, dass sie durch (möglichst ähnlich aussehende) Stuntmen ersetzt werden. Der Stunt Coordinator arbeitet also sehr eng mit dem Regisseur, den Produzenten, den Kameraleuten und den Schauspielern zusammen und hat hinsichtlich der geplanten Action eines Filmprojekts einen verhältnismäßig großen Einfluss auf das Endergebnis, natürlich je nach Genre, welches bedient werden soll.

Zweite Einheit / Second Unit

Oftmals kommt es vor, dass Filme und Serien in verschiedenen Ländern oder an verschiedenen Locations (Drehorten) parallel gefilmt werden. Nehmen wir hier als Beispiel einfach die Serie Game of Thrones, die zu großen Teilen in Irland und Griechenland gedreht wird. Dies geht nur mit einer zweiten Einheit (Second Unit), die natürlich auch aus einem Regisseur, Kameraleuten, Bühnenbildnern, Tontechnikern, Beleuchtern und Schauspielern besteht. Im Abspann Filmproduktion ist dann meist eine „Second Unit“ aufgeführt. Die Darsteller werden aber nicht dort, sondern beim normalen „Cast“ gelistet.

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