HOSTEL - DVD Review





DVD



Titel: Hostel

Originaltitel: Hostel

Genre: Survivalhorror, Exploitation

Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe - Spio/JK

Land/Jahr: USA 2005

Regie: Eli Roth

Drehbuch: Eli Roth

Produzenten: Chris Briggs, Mike Fleiss, Eli Roth, Quentin Tarantino, Scott Spiegel

Darsteller: Jay Hernandez, Derek Richardson, Eythor Gudjonsson, Barbara Nedeljakova, Jan Vlasák, Jana Kaderabkova, Jennifer Lim, Lubomir Bukovy, Jana Havlickova, Rick Hoffman, Petr Janis, Takashi Miike, Patrik Zigo, Milda Jedi Havlas



DVD

Verleih: Sony Pictures
DVD-Verleihstart: 05.10.2006
DVD-Verkaufstart: 27.10.2006
Verpackung: Steelbook
DVDs enthalten: 1
Ton:
- Deutsch: DD 5.1
- Englisch: DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Bild: 2,35 : 1
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Uncut: [X] Ja [ ] Nein [ ] Unklar

Extras:
• Trailer
• Audiokommentar
• Making Of
• Kill The Carl (Multi-Angle)



Kurzinhalt des Films:

Sie suchen das Abenteuer, und sie finden das nackte Grauen.

Die beiden abenteuerlustigen College-Freunde Paxton und Josh sind mit dem Rucksack unterwegs durch Europa. Ebenso wie ihr neuer Kumpel, der Isländer Oli, gieren die beiden jungen Amerikaner förmlich nach aufregenden Erlebnissen.

Auf ihrem Trip bekommen die drei einen Geheimtipp: Abseits der üblichen Reiserouten soll im tiefsten Ost-Europa ein Nirwana für Backpacker liegen - ein Hostel in der Slowakei, in dem atemberaubende und obendrein noch willige Frauen auf sie warten sollen.
Und tatsächlich: Die Freunde lernen die beiden Schönheiten Natalya und Svetlana kennen.

Paxton, Josh und Oli haben die Zeit ihres Lebens. Doch die währt nur kurz. Zu spät bemerken sie, dass sie in einer tödlichen Falle sitzen. Flucht ist unmöglich - die Backpacker stecken bereits mitten in den finstersten Abgründen der menschlichen Natur. Was sie dort erleben, ist so unvorstellbar, dass es alles in den Schatten stellt, was an Grausamkeit und Perversion bislang bekannt war und nur als Mythos galt.
Haben sie eine Chance, diesen Alptraum zu überleben...?



Trailer:

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Interview mit Eli Roth:

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Eindruck:
Review von S. Notbom - Prüfungsmedium: Kauf-DVD

Regisseur Eli Roth (CABIN FEVER) beweist nun mit HOSTEL, dass er regietechnisch tatsächlich einiges auf dem Kasten hat, und nicht nur ein One-Hit-Wonder ist.

Im krassen Gegensatz zu seinem Erstlingswerk, das eher eine Hommage an Horrorfilme der 70er und 80er Jahre darstellt, wurde HOSTEL als astreiner Terror-Film mit heftigen Gore-Einlagen auf die Leinwand projeziert.
Sehr ungewohnt, aber dennoch positiv fällt die Location des Geschehens auf: Gedreht wurde ausschließlich Teschechien (obwohl der Film in der Slowakai spielt), so dass die Situation in der sich die drei Backpacker (Rucksacktouristen) befinden sehr authentisch wirkt - Weit weit weg von Zuhause... Zudem wurden die Schauspieler natürlich nach ihren Fähigkeiten, aber auch nach ihren Nationalitäten gecastet. So unterstützen die Dialekte (zumindest im Original-Ton) die Fremdheit, in der sich die amerikanischen Touris befinden zusätzlich die Atmosphäre.

Die deutsche Synchronisation ist qualitativ auf sehr hohem Niveau, jedoch ist es wirklich schwer diesen Film gut zu übersetzen, und das wird jedem klar, der sich HOSTEL bereits im Original-Ton angeschaut hat.

Auf der Suche nach ausschweifenden Partys und Mädels + hemmungslosem Sex treffen Paxton, Josh und der Isländer Oli in Amsterdam auf einen gewissen Alex, der ihnen verrät wo sie das finden was sie suchen: In einem "Hostel" in der Slowakei, besser gesagt in Bratislava, abseits aller bekannten Reiserouten. Dort gibt es angeblich mehr willige und gleichermaßen scharfe Frauen als Männer, die nur darauf warten fremdländische Touristen zu beglücken.
Kaum dort angekommen, lernen die drei die heißblütigen (und freizügigen) Einheimischen Natalya und Svetlana kennen, mit denen sie sich ein Zimmer in der Jugendherberge teilen.
Wenige Zeit später nimmt das Unheil seinen Lauf...
Nach und nach verschwinden Paxton´s Freunde auf unerklärliche Weise und er bekommt knappe MMS mit Nachrichten wie z.B.: "Ich bin nach Hause gefahren." - Das dabei ein abgehackter Kopf fotografiert wurde, und in welch perverse Geschichte die drei hineingeraten sind, findet Paxton erst später heraus...

Zu Beginn des Films steht "leider" Sex im Mittelpunkt. Ein bisschen mehr, und es hätte genervt (und das gebe ich als Mann ungern zu, ich hatte jedoch Horror erwartet und keine langatmigen Sauna-Sessions)!
Roth hat es aber hinbekommen - nach ca. 26 Minuten Laufzeit - den Film von "feucht fröhlich" (fast schon zu feucht) in absolut handfestes Grauen zu verwandeln: Was anfängt wie eine bunte und lustige Teenie-Drogen-Komödie wird im Verlauf abgrundtief düsteres und blutiges Terror-Kino!

Zu HOSTEL sollte man noch erwähnen, dass sich Regisseur Eli Roth vor einigen Jahren mit seinem Kumpel Harry Knowles (Webmaster von AintItCoolNews.com) zusammengesetzt hat, und beide fachsimpelten, was neben Skateboard-Unfällen, Hinrichtungen oder zwei Asiatinnen die sich gegenseitig in den Mund kotzen, das Perverseste sei was sie je gesehen hätten! Nach langem Zögern hat Harry dann von einer angeblich thailändischen Internetseite erzählt, auf der die Rede davon gewesen sei Menschen gegen Bezahlung töten zu dürfen!
Diese Grundidee übernahm Eli Roth für sein Script, welches er sofort seinem Mentor Quentin Tarantino vorlegte, der hellauf begeistert war von einer solch "perversen" Idee, und sich gleich als Berater bereitstellte...
Nachdem Eli Roth diverse Filme von Takashi Miike (ICHI THE KILLER, FUDOH, IZO, THE CALL) und Chan Park-Wook (SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE, OLD BOY, LADY VENGEANCE) angeschaut hatte - um sich inspirieren zu lassen - setzte er sich in ein Zimmer, zog den Telefonstecker aus der Buchse und schrieb einfach drauf los...
Als das Drehbuch nach ca. drei Wochen kontinuirlicher Schreibarbeit fertiggestellt war zeigte er es Tarantino, der es so gut fand, dass er es als Produzent mit seinem Label "Quentin Tarantino presents" produzieren wollte.
Das Resultat ist einer der besten Terror-Filme der letzten Jahre, für den sogar Kult-Regisseur Takashi Miike (Einer von Tarantinos Lieblings Regisseuren) wegen einer kleinen Nebenrolle extra aus Japan eingeflogen ist...

HOSTEL überrascht außerdem durch einen sehr harten, jedoch nicht zu hohen/übertriebenen Gore-Faktor!

Die Unrated DVD-Edition im Steelbook ist bestück mit einigen interessanten Extras: Es gibt ein dreiteiliges Making of/Featurette, die Autoszene mit den Kindern aus verschiedenen Blickwinkeln, vielen Audiokommentaren und sonstigem Kram.
Die Spio/JK freigegebene DVD ist absolut ungeschnitten, jedoch handelt es sich bei den Uncut-Szenen um lediglich 2-3 kürzere Nahaufnahmen der "Augenszene", und als sich Paxton´s Peiniger aus Versehen selbst ins Bein sägt.
Fehlen tut auf der erhältlichen Spio/JK-DVD garantiert nichts an blutigen Szenen...

Fazit: Hostel sorgte für viele Kontroversen und ist einer der härtesten "Mainstream-Kinofilme" überhaupt. Bestes und qualitativ absolut hochwertiges Exploitation-Terror-Kino!


Wir geben Bestwertung: 6 von 6 Sternen:

















Press Pics

Regisseur Eli Roth
Hallo Eli, kommen wir gleich zur ersten Frage: In Amsterdam hatten die drei Rucksacktouristen alles was sie wollten: Drogen, Party und leichte Mädchen. Warum reisen sie also noch nach Bratislava in die Slowakei?

Eli: Es ist einfach so, dass die drei Bilder der hübschen Mädchen sehen, einfach dahin reisen möchten und es auch tun. Es gibt einfach Menschen die eigentlich alles haben, aber immer mehr und mehr und mehr möchten. Die Jungs können Sex mit amerikanischen Mädchen haben, aber sie wollen nicht. Sie wollen nach Amsterdam und bezahlen dort dafür, dass sie beim Sex alles tun können, was sie wollen. Ich habe einige solcher Jungs erlebt die zwar amerikanische Mädchen haben können, aber einfach nur scharf auf europäische sexy Mädels sind. Und plötzlich sind sie gelangweilt von den holländischen Mädchen, weil sie einige hatten. Dann treffen sie diesen Typen, der ihnen Bilder von heißen slowakischen Mädchen zeigt und sie reisen einfach in dieses Land, von dem sie rein gar nichts wissen. Wir haben lange überlegt, ob die Slowakei der richtige Ort des Geschehens für diesen Film ist. Es gibt einfach diese Vorstellungen über Osteuropa, weil von dort sehr viel Pornographie kommt. In Amerika denken einfach Viele, dass die osteuropäischen Mädchen alle wirklich so sind, wie in den Pornos gezeigt wird. Also zeigt der Typ ihnen die Fotos und sie reisen in die Slowakei. Sie können dort Sex mit den Mädchen haben und problemlos jederzeit wieder nach Hause fahren. Sie bleiben einfach dort, solange sie Lust dazu haben und denken sich: Wir können morgen abreisen oder einfach jetzt. Sie haben Sex und wollen mehr davon und dadurch kommen sie in Schwierigkeiten. Die Geschäftsleute, von denen sie später gefoltert werden, waren 20 Jahre in Amsterdam und wurden auch in die Slowakei geschickt. In dem Film will einfach jeder immer mehr von dem was er hat und es muss immer intensiver werden.

Die Idee zum Film basiert auf einer Website?

Eli: Die Story basiert auf 3 verschiedenen Dingen. Jemand der mich wirklich inspiriert hat, ist mein Produzent Chris Biggs, der einige Zeit in Hostels verbracht hat. Nachdem er mit seinem Partner Mike Fleiss an Michael Bay´s TEXAS CHAINSAW MASSACRE gearbeitet hat, schlug er vor, einen Horrorfilm zu drehen, der von Rucksacktouristen handelt. Irgendetwas in diesem Bereich. Und da ich auch schon mal mit dem Rucksack unterwegs war, wusste ich dass dies eine echt gute Idee ist. Nur hatten wir keine Ahnung wo der Film spielen soll. Dann sag ich diese Webseite, wo man nach Thailand gehen und für 10.000 $ jemanden in den Kopf schiessen kann. Ich unterhielt mich darüber mit meinem Freund Harry Knowles von der Seite „Ain´t it cool news“ und wir überlegten ob diese Seite nun echt ist oder nur ausgedachter Mist. Dann wurden wir uns einig, dass es eigentlich egal ist, ob an der Sache was dran ist oder nicht. Einige Leute haben einfach Spass an sowas Krankem und schauen sich gerne solche Seiten an. Ich erinnerte mich an dieses El- Kaida- Video, wo jemandem der Kopf abgeschnitten wird und dachte „oh mein Gott, was wäre wenn du irgendwo gefangen bist und jemand will deinen Kopf abschneiden?“ Kein Geld kann ihn von dem Vorhaben abbringen, kommunizieren kann man nicht mit demjenigen. Das ist eine schreckliche Vorstellung und in genau diese Richtung soll Hostel gehen! Es geht nicht um ein böses Hostel, es geht um die abartigen Dinge, die sich Menschen gegenseitig antun. Und es gibt wirklich viele Amerikaner, die nach Europa reisen um Dinge zu tun, die sie in ihrer Heimat nicht können oder dürfen. Z.B. ist kiffen streng verboten, aber in Europa ist es oft okay. Es ist einfach eine Art Kick für viele Amerikaner, bestimmte Dinge einfach mal legal zu tun. Die Jungs haben einfach Spass in Amsterdam, mit den ganzen Mädchen in den Schaufenstern, weil es sowas in Amerika nicht gib.

Arbeitest du spontan oder läuft alles streng nach Vorgabe / Drehbuch ab?

Eli: Also ich denke man sollte filmen, was vor einem steht. Oft sind gewisse Szenen im Storyboard festgelegt, aber man ist dann doch nicht wirklich zufrieden und man sitzt einfach da und überlegt ob man die Szene nicht so oder so drehen könnte. Man hat eine Idee im Kopf, aber sie ist nicht wirklich greifbar. Sie ist irgendwie organisch. Mein Stil ist, dass ich einfach aus allem das Bestmögliche machen möchte. Ich habe ein Storyboard und es gibt einige Einstellungen, die genau so gedreht werden müssen wie es geplant ist. Wenn die grundlegenden Einstellungen wie vorgesehen im Kasten sind, dann experimentiere ich einfach noch ein wenig rum und tausche mich mit meiner Crew und den Schauspielern aus. Ich bin im Allgemeinen für Ideen offen. Es macht das Filmen für mich umso interessanter, wenn die Mitwirkenden eigene Vorstellungen in das Projekt einbringen. Wenn ein Schauspieler beim Dreh Eigeninitiative in die Szene einbringt, führt es oft dazu, dass sie besser wirkt als ich es mir alleine hätte ausdenken können. Genau das ist mir auch wichtig.

In dem Audiokommentar zu CABIN FEVER hast du dich gegen Exploitation und übertriebene Gewaltdarstellung geäussert. Cabin Fever war ja eher lustig und es geht um Etwas, das einen töten, aber was nicht greifbar ist. HOSTEL schlägt eine ganz andere Richtung ein. Es wird deutlich mehr Gewalt gezeigt, die auch viel blutiger und detaillierter ist, als in deinem Erstlingswerk...

Eli: Also ich finde es interessant, dass einige Kritiker sagen, HOSTEL sei eher ein Film über Exploitation, als ein Exploitation Movie im eigentlichen Sinne. Es geht darum, dass Menschen Andere skrupellos zu ihrem eigenen Vergnügen missbrauchen. Bei CABIN FEVER hab ich mich einfach gefreut, einen Film zu machen, weil ich mein Leben lang davon geträumt habe. Wir hatten zwar kein Geld, aber eine Kamera und haben uns gedacht: „Legen wir einfach mal los und holen aus dem Projekt heraus, was möglich ist“. „Texas Chainsaw - Einstellung“ hier, „Evil Dead - Einstellung“ dort… Scheisse! Die Special FX wirken nicht! Wie können wir das machen!? Usw, usw… Wir hatten einen Hund, der schon 200 Jahre alt war. Dann hatten wir einen neuen, verdammt angriffslustigen Hund, mit dem keiner arbeiten konnte. Wir hatten kaum Geld und haben zugesehen, dass wir irgendwie alles auf die Reihe kriegen. CABIN FEVER sollte lustig und spannend werden, deshalb konnten wir sehr flexibel vorgehen. Bei Hostel wollte ich etwas machen, was durch und durch ernsthaft beängstigend ist. Das ganze Thema ist viel härter. Ich wollte ihn spassig anfangen und im Verlauf immer heftiger und düsterer werden lassen. Ich wollte mich nicht wiederholen, aber man sollte schon merken dass es ein Film ist, den ICH gemacht habe. Dieses Mal wollte ich für gute Szenen keine Einstellungen anderer Filme nachahmen. Dass ich Ideen aus anderen coolen Filmen nachmachen kann, weiss ich, aber ich entwickle mich nicht weiter, wenn ich nur andere Regisseure imitiere. Ich muss einfach meinen eigenen Stil entwickeln. Ich habe mich zwar von Filmen wie SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE inspirieren lassen, aber diesmal nicht bewusst ganze Kameraeinstellungen übernommen. Ich bin einfach mit der Kamera an das Set gegangen und habe mich bemüht, meine Vorstellung zu verwirklichen. Ich wollte einen grundsätzlich anderen Film drehen und nicht etwa CABIN FEVER 2.

Musstest du irgendwelche Gewaltszenen für ein R-Rating entfernen?

Eli: Nein, erstaunlicherweise nicht. Die Art und Weise wie bei uns Filme eingestuft werden, zeigt deutlich wie abgefuckt die US Kultur ist. Unglaublich viel Gewalt wird in Amerika toleriert, wenn aber Janet Jackson ihre Nippel zeigt, schreien alle: „Schützt die Kinder!“ Die Leute reagieren auf alles was mit Sex zu tun hat sehr extrem und das ist total bescheuert weil sich gleichzeitig über Gewalt niemand Gedanken mach. Man kann wirklich fast alles zeigen! Ich mache einen Nahaufnahme von einem Auge, das einer Frau aus dem Gesicht geschnitten wird und die Prüfer sagen: „Das ist okay so.“ Und wir selbst wundern uns dass HOSTEL ein R-Rating bekommt. Die Prüfungskommission versucht darauf zu achten, woran sich die Eltern stören würden. Die Zeiten haben sich geändert. Heute weiss jeder dass man in einen Horrorfilm geht um Grausames und Schockierendes zu sehen und mal ganz ehrlich – Wenn irgendwo meiner oder Quentin Tarantinos´ Name auftaucht, würde überhaupt eine Mutter eine ihr Kind mit ins Kino nehmen? Die Leute verlangen von uns blutige Filme zu sehen. Wir wurden vom Studio gefragt, ob wir extra Gore für eine Unrated- DVD haben und ich antwortete: „Nein, alles was wir gedreht haben, ist im Film enthalten..“ Nur die Augen-Szene wird ca 27 Sekunden länger sein.

Es wird also keinen Director´s Cut geben?

Eli: Der Director´s Cut ist die Version die auch im Kino läuft, aber auf DVD wird es noch ein alternatives Ende geben, das ich bevorzuge, aber das Publikum hat wahrscheinlich andere Erwartungen. Auf DVD hat man die Möglichkeit die Kinoversion zu sehen oder meinen Director´s Cut, der aber nicht wirklich blutiger ist als die Kinofassung.

Was würdest du antworten wenn dir unterstellt wird, nur sinnlose Gewalt- und Brutalitätsorgien zu drehen?

Eli: Also, natürlich hat jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung. Wäre mein Film nichts weiter als sinnlose Gewaltdarstellung, wäre er wohl nicht so gut beim Publikum angekommen. Der Film startet immerhin auf Platz 1, trotz des R-Ratings. Wenn ein Film sinnlose Gewaltdarstellung beinhaltet, erscheint er einfach direkt auf DVD und die Leute würden ihn kaum beachten, das ist oft so. Das Publikum erwartet von einem Kinofilm einfach mehr, zumindest eine interessante Story. HOSTEL hat bis jetzt nicht ohne Grund ca 50 Millionen $ eingespielt. Er sorgt für Gesprächsstoff. Ohne Brutalität würde die Story keinen Sinn ergeben. Gerade letzte Woche erschien im News Week Magazine ein Artikel zum Thema „Gewalt in Amerika“ in Zusammenhang mit dem Irankrieg und Terrorismus und warm den Leuten zum Schreien zumute ist. Es wird immer Leute geben, die sich über derartige Filme aufregen, aber meine Filme wären beide niemals in dem Maße beachtet worden, wenn sie nichts weiter als Gewaltverherrlichung ohne jeden Hintergrund wären.

Hälst du es für wichtig, dass man sich deine Filme im Kino, auf einer grossen Leinwand anschaut?

Eli:: Ich habe meinen beiden Filme, auch wenn CABIN FEVER eine kleinere Produktion war, für Kinopublikum gedreht. Ich habe Leuten gezeigt, dass man nicht unbedingt hunderte Millionen Dollar braucht, um einen guten Kinofilm zu drehen. Ich habe von Anfang an nur professionelle Ausrüstung verwendet und alles kinokompatibel bearbeitet. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass beide Filme den Weg ins Kino geschafft haben. Ich hatte viel Unterstützung von den Studios und ein sehr gutes Marketing. Damit ein Film es ins Kino schafft, sind sehr viele Leute nötig, die einen unterstützen und ich hatte das Glück, die Richtigen hinter mir zu haben.

Könntest du dir vorstellen einen übertrieben blutigen, aber doch amüsanten Splatterfilm wie z.B. BRAINDEAD zu drehen?

Eli: Ja, ich habe zwei recht brutale Filme gedreht und werde noch HOSTEL 2 und Stephen King´s THE CELL drehen. Aber es hängt immer von der Story ab, wie blutig ein Film sein muss. Wenn man sich einen Film anschaut, merkt man genau, wie blutig er sein müsste und es fällt auf wenn ein Film gekürzt ist, weil Szenen geschnitten wurden um ein PG13-Rating zu bekommen. Dann sieht man Filme wie THE RING, der einfach keine blutigen Szenen braucht um zu wirken und deshalb nicht geschnitten werden muss um ein PG13 zu bekommen. Als erstes muss man sich die Story anschauen, dann spürt man welches der richtige Gorelevel für den Film ist. Spritzt zuviel Blut, wirkt es wie ein Cartoon, ist es zu wenig, dann ist es langweilig...

Vielen Dank für das Interview, es war uns eine grosse Ehre!








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