Review: Wolf Creek 2

Wolf Creek 2 - Blu-ray DVD Cover FSK 18

Kurzinhalt & Trailer:

Die deutschen Rucksacktouristen Katarina und Rutger wollen das „echte“ Australien kennenlernen und campen im einsamen Wolf Creek National Park. Unglücklicherweise ist dies auch das Jagdgebiet von Mick Taylor, einem psychopathischen Serien-Mörder, der schon zahlreiche Backpacker auf dem Gewissen hat. Auch Surfer Paul gerät ins Visier des Killers. Er macht Bekanntschaft mit Micks Folterkeller und ist dort dessen sadistischen Spielchen ausgeliefert. Ein gnadenloser Horror-Trip im australischen Outback nimmt seinen Lauf – kann irgendjemand diesem Albtraum entkommen?

Originaltitel: Wolf Creek 2

Jahr: 2013

Genre: Terrorfilm, Survivalhorror, Gore, Torture

Kinostart: 19.06.2014

3D:

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: Australien

Regie: Greg Mclean

Drehbuch: Greg Mclean, Aaron Sterns

Produzenten: Greg Mclean, Evelyn Gilmore, Matt Hearn, Samantha Jreissati, Helen Leake, Steve Topic, Silvio Salom

Darsteller: John Jarratt, Ryan Corr, Shannon Ashlyn, Philippe Klaus, Shane Connor, Ben Gerrard, Gerard Kennedy, Annie Byron

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Import-DVD (OmU)

Der erste Teil war seiner Zeit (2005) ein echter Underdog, der trotz aller Survivalhorror-Härte nicht nötig hatte mit allzu brutalen Effekten aufzutrumpfen, um auf sich aufmerksam zu machen. Meiner Meinung nach wurde bewusst versucht nicht auf all zu drastische Gewaltdarstellungen zu setzen, weil es sich um die etwaige Verfilmung wahrer Begebenheiten handelt. Natürlich wurde sie künstlerisch ausgeschmückt, das sind wir als Survivalhorrorfans aber gewohnt… Auf jeden Fall hat mir Wolf Creek seiner Zeit sehr gut gefallen, weil er nicht all zu krampfhaft versucht hat auf der damaligen Welle von Terrorfilmen wie z.B. Hostel oder der Saw-Reihe mit zu schwimmen. Geboten wurde eine ziemlich atmosphärische Hatz durch das australische Outback, dargestellt von guten Schauspielern, die hierzulande noch keiner kannte. Allen voran glänzte natürlich der Killer Mick Taylor, gespielt von John Jarratt, der tatsächlich durch die Serie McLeod’s Töchter international bekannt wurde.

Wolf Creek 2 - Szenenbild

So „feinfühlig“ Wolf Creek seiner Zeit auch war, so sehr haut die Fortsetzung auf die Kacke: Hier wird geschlachtet und gefoltert was das Zeug hält, und die wechselnden Protagonisten sind einfach mal völlig egal, denn als Zuschauer verfolgt eine halbe Stunde lang ein Pärchen, dessen männliche Hälfte brutal vom Outback-Killer Mick Tylor zerlegt wird, die Frau kann entkommen, natürlich nicht ohne Blessuren, hält ein vorbeifahrendes Auto an, wird erschossen und schon ist der nächste Zeuge auf Micks Abschussliste, usw.. Hinzu kommen ein paar Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagden, die technisch wirklich gut und aufwändig inszeniert wurden. Jedoch fragt man sich, warum Mick einfach mal in aller Detailtreue eine Herde computeranimierter Kängurus mit einen Truck zermatschen muss? – Brutalität in Filmen in allen Ehren, aber bei Wolf Creek 2 wird es zeitweise etwas zu absurd, so dass schon fast ein komödienhafter Beigeschmack entsteht (abgesehen von Micks ohnehin schon recht trockenen Kommentaren)… Gorehounds werden hier also voll auf ihre Kosten kommen! – So ist es auch kein Wunder, dass in der deutschen FSK 18-Fassung sehr oft die Schere angesetzt werden musste. Es wurden teilweise Minuten-lange Schlacht- und makabere Folterszenen entfernt!

Wolf Creek 2 - Szenenbild

Das ganze klingt jetzt irgendwie recht negativ, soll es aber nicht. Ich hatte dies nur nicht erwartet, bei einem Wolf Creek mit einer großen 2 dahinter, war der erste Teil doch ziemlich ernster und kopflastiger Survival-Tobak. Bei dieser Fortsetzung handelt sich hingegen, auf den Punkt gebracht, um einen sehr temporeichen Outback-Hardgore-Survivalhorrorfilm, dessen komödienhafte Ansätze den ach so bösen Killer schon fast charmant erscheinen lassen und dessen sonstige Protagonisten größtenteils austauschbar sind. Zudem sind die Dialoge (oder Selbstgespräche) oftmals strunz dumm… Aber genau so etwas will man manchmal sehen, oder bevorzugen manche Horrorfans! – Ich hatte letztendlich meinen Spaß, weil alles so herrlich übertrieben und charmant-dumm war. Also ist Wolf Creek 2 ein optimaler Kandidat für Kopf nach hinten, jede Menge Bier in den Hals füllen und darauf hoffen, dass der Teppich vor dem Heimkinosystem nicht mit Filmblut besudelt wird…

Wolf Creek 2 - Szenenbild

In technischer Hinsicht weiß Wolf Creek 2 zu überzeugen. Vor allem die angesprochenen Verfolgungsjagden – mit sehr schwerem Gefährt – wurden lupenrein inszeniert und die Kameraführung sowie der Schnitt sind absolut flott und zeitgemäß. Auch die zahlreichen Goreszenen sind von höchster Qualität.
Absolut gut kommt John Jarratts Performance! – Der von ihm gespielte Killer ist an Boshaftigkeit kaum zu überbieten. Zudem wird endlich mal deutlich gezeigt, dass Mick Taylor vor allem rassistische Beweggründe hat (hatte) jede Menge Backpacker zu foltern und zu schlachten…
Der wahre Hintergrund des Films/der Wolf Creek-Reihe ist übrigens, dass einfach nur viele unaufgeklärte Morde, die im australischen Outback stattfanden, zu einem Gesamtpaket zusammengeschnürt wurden. Einen Mick Taylor gibt/gab es höchst wahrscheinlich nicht.

Fazit:

Wolf Creek 2 ist ein dreckiger, sau blutiger und wirklich temporeicher Terrorfilm, bei dem man in Sachen Logik und Sinnhaftigkeit allerdings öfter mal ein Auge zudrücken muss. Vorsicht beim Kauf der deutschen FSK 18-Version: Die Einschnitte ins Bildmaterial lassen kaum noch etwas vom Film übrig! – Die ungeschnittene Fassung (egal welche Veröffentlichung) ist eine eindeutige Empfehlung an alle Gorehounds und solche, die es gerne werden möchten!

Wertung: 5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray (Verleih & Verkauf)

Bisher nur eine Import-Version im O-Ton gesichtet… Die Bild- und Tonqualität ging aber grundsätzlich in Ordnung.

Verleih: KSM Records

Verleihstart: 20.10.2014

Verkaufstart: 20.10.2014

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Nein

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 99 Min. (ca. 103 Min. Blu-ray)

Uncut: Nein (FSK 18)

Extras:
• Making of
• Trailer
 
* Es gibt (mind.) ein ungeprüftes, auf 3000 Stück limitiertes Mediabook mit Booklet und vielen Extras, welches über 84 Entertainment veröffentlicht wurde. Laufzeit ca. 106 Minuten (Blu-ray), ca. 102 Minuten (DVD) + Bonus-Disc.

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