Review: The Horde

The Horde - DVD Blu-ray Cover FSK 18

Kurzinhalt & Trailer:

Eigentlich will John Crenshaw, ein ehemaliger Elite-Soldat, seine Freundin Selina und deren Studenten nur auf eine Naturfotografie-Expedition begleiten. Doch schnell entwickelt sich der Ausflug ins Grüne zum grauenvollen Horrortrip. Eine Horde von blutdürstigen Mutanten macht erbarmungslose Jagd auf die Truppe und bald ist Crenshaw ihre einzige Hoffnung den Wald lebend zu verlassen.

Originaltitel: The Horde
Jahr: 2016

Genre: Backwoodhorror

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: Jared Cohn

Drehbuch: Paul Logan

Produzenten: Doreen Bennett, Joel Bennett, Gabriel Campisi, Paul Logan, Devin Reeve, Beth Thuna, Sonia Thuna

Darsteller: Paul Logan , Vernon Wells, Costas Mandylor, Tiffany Brouwer, Bill Moseley, Matthew Willig, Sydney Sweeney, Elisabeth Ferrara, Amanda Godepski, John Omohundro, Thomas Ochoa, Nestor Serrano, Nils Allen Stewart, Jonathan Erickson Eisley, Devin Reeve, Frankie Ray, Bobby C. King, Steven Lambert, Jeffrey Damnit, John J. Tierney

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche DVD

The Horde ist einer der Backwoodhorrorfilme, die man als Genrefan leider schon viel zu oft gesehen hat. Das „leider“ bedeutet in diesem Fall, dass es sich um einen ziemlich billig produzierten, recht schlecht synchronisierten, viel zu dunklen, viel zu Klischee-behafteten und allgemein viel zu dämlichen Titel handelt, der absolut nicht aus dem Gros derartiger Filme heraussticht. Das alles fängt mit den absolut übertriebenen Zeichnungen der Protagonisten an, einer Gruppe von Schülern, die im klassisch-filmischen Sinne schon in der Ideenfindung der Pre-Produktion durch den Kakao gezogen wurden. Hier gibt es das dauergeile Teenager-Pärchen, welches natürlich zuerst ins Gras beißt (wer Sex hat stirbt zuerst), der mega hochnäsige und versnobte Sohn eines reichen Unternehmers, der viel zu oft damit droht, dass wenn er nicht eine gewisse Bevorzugung durch die Lehrkräfte bekäme, der Vater die Schule schließen würde, und und und… Man fühlt sich tatsächlich an die typischen 80er Jahre Slasherfilme erinnert; das meine ich aber nicht im positiven Sinne.
Zu guter Letzt schließt sich dem Klassenausflug noch der Freund der viel zu heißen Lehrerin (mit sexy Nerdbrille) an, ein muskelbepackter Ex-Navy Seal mit Botox-Knautschgesicht (Paul Logan – schrieb auch das Drehbuch).

The Horde - Szenenbild

So kommt es, wie es in einer solchen Geschichte kommen muss und die Klasse wird während der Exkursion in die Wälder Nordamerikas von kannibalischen Mutanten angegriffen. Dies erinnert stark an Wrong Turn, der ursprünglich ein inoffizielles Remake des Wes Craven Klassikers The Hills Have Eyes werden sollte, und andere derartige Klassiker. Dann ist es natürlich nicht genug, dass die durch Uranminen verseuchten Mutanten-Kannibalen Jagd auf die Teenager machen, sie werden auch noch gesteuert von entflohenen Schwerverbrechern, die geschützt von einer solchen Armee ungestört die gefährliche Droge Crystal Meth in den unzugänglichen Wäldern herstellen können. Zum Dank für diesen Schutz versorgen die Verbrecher die Mutanten mit frischem Menschenfleisch und heißblütigen jungen Frauen, damit der verbliebene, klägliche Genpool (eher eine Gen-Schlammpfütze) nicht irgendwann völlig verebbt (wir erinnern uns an The Hills Have Eyes 2). Dabei sind die Masken der Mutanten auch eher zweckmäßig, als interessant anzusehen. Die grundsätzliche Idee klingt aber, auch wenn sehr viel abgekupfert und neu zusammengemischt wurde, nicht schlecht.

The Horde - Szenenbild

Nun gibt es da noch diesen Navy Seal, dessen Schützlinge – nebst frisch Verlobter – mal eben von den Mutanten „geraubt“ werden, als er am Abend kurz Feuerholz holen geht. In kürzester Zeit spickt er daraufhin den gesamten Wald mit tödlichen Fallen, zaubert einen krassen Spezial Compoundbogen aus seiner Reisetasche, denn seine Liebste hat ihm eingangs verboten eine Pistole mit auf den Ausflug zu nehmen, und geht auf nächtliche, in Tinten-schwarz getünchte Mutantenjagd. *Zack* – der erste missgestaltete Fiesling muss ins Gras beißen, dann der zweite… und irgendwann der zwölfte, inkl. teils sehr billiger, digitaler Blutspritzeffekte. Das Ganze Spektakel findet ohne den leichtesten Ansatz von Spannung statt. Zwar sind manche Splattereffekte recht „nett“ anzuschauen, das ist aber auch fast das Einzige, was diesen Film vor einer 1-Punkte-Wertung rettet. Zum Schluss gibt es dann noch relativ billig inszenierte Kämpfe mit den „Endbossen“ (die drei Schwerverbrecher), denen sich der Rambo-Verschnitt entgegenstellen muss. Diese erinnern stark an die Horrorfilme der WWE-Studios (World Wrestling Entertainment), die zwar auch recht stumpf sind, aber zumindest halbwegs gut produziert wurden und dadurch ein angenehm trashiges Filmvergnügen bieten.

The Horde - Szenenbild

Paul Logan kam als Stuntman zur Schauspielerei. Der einzige wirklich berühmte Hauptdarsteller ist hier Costas Mandylor, der u.a. bis SAW VII den Lt. Mark Hoffman in der bekannten Hardgore-Thriller-Reihe spielte. Den meisten von euch dürfte aber auch Horror-Legende Bill Moseley (The Devil’s Rejects, The Texas Chainsaw Massacre 2) bekannt sein, der im Vorspann gleich an zweiter Stelle erwähnt wird, jedoch nur einen Cameoauftritt hinlegt. Alle anderen Akteure sind absolut austauschbar und auch technisch brilliert The Horde auf keinen Fall. Bei einigen Kameraeinstellungen bekommt man leicht den Eindruck, dass hier ein absoluter Amateur am Werk war. Da stimmt einfach gar nichts, nicht selten sogar (und unangenehm auffallend) der sogenannte ‚Goldene Schnitt‘. Schon fast sarkastisch wirkt in dieser Hinsicht das Extra über „Kameraarbeit“ auf den deutschen Heimkino-Veröffentlichungen!

Fazit:

The Horde versinkt, vergeblich nach Hilfe rufend, im schlammigen Genpool des Backwoodhorror-Subgenres mit „kannibalischer Inzucht-Mutanten-Thematik“. Einzig eine Hand voll der recht zahlreichen Splattereffekte sind ganz gut gelungen. Spannung kam bei mir überhaupt keine auf. Vielleicht habe ich derartige Filme aber auch schon zu oft gesehen… Nein, Moment! – Eigentlich liebe ich Backwoodhorrorfilme! Also komme ich zu dem Schluss, dass dieser hier einfach nur langweilig und schlecht produziert ist. Finger weg! – Und fuuuuuuck… Wird da tatsächlich ein pinkes Meerschweinchen als Wildtier der nordamerikanischen Wälder verkauft!?
Postet Zustimmung oder Kritik gerne unten in die Kommentare…

Wertung: 2 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / Mediabook (Verleih & Verkauf)

Das Bild ist viel zu dunkel und der Ton (wahrscheinlich auch der mäßigen Synchonisation geschuldet) ist eher schlecht als recht. Extras gibt es, sie haben mich aber nicht interessiert.

Verleih: Pierrot le Fou

Verleihstart: 31.03.2017

Verkaufstart: 31.03.2017

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle / Mediabook

Discs enthalten: 1 (bzw. 2 im Mediabook)

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 88 Min. (ca. 90 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Trailer
• Behind the Scenes
• Video über Kameraarbeit
• Booklet (Mediabook)
• Poster (Mediabook)

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