Review: Sendero

Sendero - Blu-ray DVD Cover FSK 18

Kurzinhalt & Trailer:

Die hübsche Ana will gemeinsam mit ihren Freunden ein vergnügliches Wochenende auf dem Land verbringen. Nachdem sie jedoch eine schwer verletzte junge Frau auf der Straße finden, werden die Freunde entführt und zu einem Landhaus gebracht. Dort erwartet Ana und ihre Freunde ein brutaler, blutiger Kampf um ihr Leben, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt…

Originaltitel: Sendero

Jahr: 2015

Genre: Terrorfilm, Survival, Torture

Kinostart: Nein

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: Chile

Regie: Lucio A. Rojas

Drehbuch: Lucio A. Rojas

Produzenten: Viviana Concha, Lucio A. Rojas, Francisco Schneider

Darsteller: Andrea García-Huidobro, Diego Casanueva, Sofía García, Tomás Vidiella, Javiera Hernández, Guillermo Alfaro, Daniel Antivilo, Felipe Contreras, Jorge Godoy, Arielli Gutiérrez

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche Blu-ray

„Ultra-Heftig!“ – ziert das Zitat der Kollegen von ‚Bloody-D‘ das Cover. „Heftig scheiße!“ – würde ich sagen… und das obwohl ich eigentlich auf derartige Terrorfilme stehe und es tatsächlich – rein bildgestalterisch und vom Härtegrad her – recht gute Ansätze gibt. Aber die Schnitte sind so dermaßen wirr und schlecht, das geht auf keine Kuhhaut. Und dazu kommen noch absolut dämliche Dialoge und ein nerviger Billo-Synthie-Soundtrack, der permanent und oftmals super unpassend im Hintergrund dudelt. Somit konnte ich die Sichtung ehrlich gesagt nur schwer ertragen!

Die deutsche Synchronisation ist ziemlich in die Hose gegangen. Ich weiß nicht ob die Dialoge im Spanischen etwas flotter von der Zunge gehen und sich vielleicht der Publisher Splendid Film einfach nur nicht die Zeit genommen hat, diesen chilenischen Ultra-Low-Budget-Torture-Porn – der natürlich auf wahren Ereignissen basiert (klar!) – vernünftig zu synchronisieren? – Es würde mich auf jeden Fall nicht wundern, wenn dabei auch etwas von der Story auf der Strecke geblieben ist… Im Trailer sagt eine der Hauptdarstellerinnen auf jeden Fall, als die Gruppe eine verwundete Frau am Wegesrand findet – „Oh, what happened to her?“ und eine andere „What is this?“, woraus in Deutschen nur ein „Ihhh! Was ist das!?“ geworden ist… Peinlich!

Sendero - Szenenbild

Der Schnitt ist das absolute Problem von Sendero, dessen Name (zu Deutsch „Spur“) mal überhaupt gar nichts mit der Story zu tun hat. Anfangs dachte ich, dieser Titel wäre in Sachen Gewaltdarstellung ziemlich krass geschnitten, weil er eben als „Ultra-Heftiges Independent-Splatterhighlight“ verkauft wird! – Dem Trailer nach könnte man dies auch glauben, jedoch sind die dort gezeigten auch schon fast alle Szenen, in denen etwas mehr Blut spritzt. Aber ich schweife ab…
Anfangs dachte ich also noch es wären viele brutale Szenen der Scheren der FSK zum Opfer gefallen, weil die Charaktere mal hier, mal dort, dann wieder irgendwo anders und so weiter sind. Auf die Abfolge der Bilder bzw. Szenen konnte ich mir, als relativ Film-verständiger Mensch, absolut keinen Reim machen. Chilenische Independet-, Amateur- oder was weiß ich für eine -Produktion hin oder her. So schneidet kein Editor, selbst im Amateurbereich nicht! Absolut unterirdisch!
Sehr viele Kameraeinstellungen finde ich wiederum absolut gelungen. Sie sind schön verspielt und oft wurde aus ziemlich abgefahrenen Perspektiven gefilmt. Auch eine überzeugende Schmuddelästhetik haben die Macher hinbekommen und die Antagonisten wirken schön „unwohlig creepy“. Schauspielerisch bewegen wir uns hier aber auf einem unterem-mittleren Niveau.

Sendero - Szenenbild

Selbst Splendid Film scheint nicht wirklich viel auf diesen Titel in ihrem Portfolio zu setzen: Die Daten auf der Website sind falsch, es wurde kein Trailer vertont (also lässt man ihn gleich ganz weg), die Szenenbilder sind matschig (wie auch der Film selbst) und das Cover hat, ähnlich wie der Name des Films, mal ganz und gar nichts mit dem Inhalt zu tun und ist zudem recht billig gestaltet. Wieso die blanken Brüste, wenn man gar keine im Film zu sehen bekommt, und warum diese Narbe!? – Dieses Cover dient einfach nur als Blickfang, um irgendwelche eventuell notgeilen oder einsamen Horrorfans zum Kauf zu animieren. Fühlt euch davon jetzt bitte nicht persönlich angegriffen – ich weiß ihr seid cool! – aber ich kann es einfach nicht anders in Worte fassen. Ich hoffe ihr versteht was ich meine…!

Sendero - Szenenbild

Fazit:

Ich will Sendero einen ziemlich konsequenten Härtegrad nicht absprechen, aber leider ist das ganze Paket irgendwie eine riesengroße Frechheit (vor allem seitens der Vermarkter). Wir haben hier einen sehr amateurhaften Terrorfilm, der absolut gar keinen Sinn macht. Die Story – warum, was, wer? – wird in keinster Weise erklärt… und dann noch diese nervtötende „Musik“, die über dieses schnitt-technische Debakel gelegt wurde! Grausam! – Zwei Punkte für die Härte und die hübsche Hauptdarstellerin und einen halben Punkt vergebe ich mit einem Augenzwinkern, weil es scheinbar ein chilenischer Amateurfilm ist… „Echten Gorehounds“, mit Hang zu Amateurfilmen, sei eine Empfehlung ausgesprochen und jedem Horrorfan, mit etwas Anspruch in Sachen Story und Qualität, rate ich: Finger weg!!!

Wertung: 2,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / Mediabook (Verleih & Verkauf)

Das Bild ist ziemlich verwaschen und der Sound, vor allem aber die deutsche Synchro, ist eher schlecht als recht. Extras gibt es auch keine auf den deutschen Veröffentlichungen. Über Österreich gibt es noch ein auf 1000 Stück limitiertes „Limited Uncut Edition Mediabook“ mit zwei Cover-Varianten und 20-seitigem Booklet, mittig integriert…

Verleih: Splendid Film

Verleihstart: 29.06.2018

Verkaufstart: 29.06.2018

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Nein

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Spanisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Keine

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 82 Min. (ca. 85 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• 20-seitiges Booklet (Limited Mediabook)
• Trailer

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