Review: Pyewacket

Pyewacket - Blu-ray DVD Cover FSK 16

Kurzinhalt & Trailer:

Nach dem Tod ihres Vaters wird die Teenagerin Leah von ihrer völlig überforderten Mutter gezwungen umzuziehen. Das neue Haus liegt mitten im Wald, weit weg von Leahs Schule und ihren Freunden. Dort findet sie ein Buch der schwarzen Magie. Getrieben von Trauer und Wut, beschwört sie in einem okkulten Ritual den Geist einer dunklen Macht namens ‚Pyewcket‘, der ihre Mutter töten soll. Kaum ist der Todesfluch ausgesprochen, bereut es Leah und versucht verzweifelt ihn umzukehren. Sie muss jedoch erkennen, dass sie etwas in den Wäldern geweckt hat, das sich nicht mehr aufhalten lässt und Mutter wie Tochter gleichermaßen zu zerstören droht.

Originaltitel: Pyewacket

Jahr: 2017

Genre: Horror, Suspense, Teeniehorror

Kinostart: Nein

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 16 Jahren – FSK

Produktionsland: Kanada

Regie: Adam MacDonald

Drehbuch: Adam MacDonald

Produzenten: Jonathan Bronfman, Victoria Sanchez Mandryk, Jeff Sackman, Joe Sisto, Casey Walker

Darsteller: Nicole Muñoz, Laurie Holden, Chloe Rose, Eric Osborne, Romeo Carere, Mikey Brisson, Bianca Melchior, James McGowan, Neil Whitely, Victoria Sanchez, Missy Peregrym

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche Blu-ray

Mit dem Horrorfilm Pyewacket wagte sich der hauptberufliche Schauspieler Adam MacDonald nach Backcountry – einem Tierhorrorfilm mit einem angriffslustigen Schwarzbären – an seinen zweiten Genre-Langfilm, der – sofern man auf subtilen Grusel ohne viele Jumpscares steht – absolut überzeugen kann. Wir haben hier also einen Beitrag, der einem eher die Nackenhaare kräuselt, als das man viel Action und blutige Szenen geboten bekommt… und das ist tatsächlich auch gut so!
Ihre Hand mit im Spiel haben die Produzenten Jonathan Bronfman (The Witch) und Casey Walker (The Void), die bereits als Geld- und Ideengeber für unkonventionelle und eher emotionale Horrorfilme fungierten. The Witch hat komischer weise aber nicht meinen Geschmack getroffen, ich mochte allerdings den Look und die Atmosphäre. Selbiges gilt auch für Pyewacket, wobei ich mich hier sehr gut in die Geschichte einfühlen konnte, weshalb es sich mal wieder um eine eher subjektive Kritik handelt. Diese beiden Filme haben zwar rein gar nichts miteinander zu tun (bis auf den Produzenten), sind aber vom Stil her recht gut vergleichbar und in technischer Hinsicht über jeden Zweifel erhaben.

Pyewacket - Szenenbild

Vor allem die leicht pseudo- dokumentarische, dynamische Kameraführung und der Schnitt haben mir sehr gut gefallen. Auch die dezente aber treffende Soundkulisse tragen viel zur überzeugenden und durchaus realistischen Atmosphäre bei. Leider aber sind, wie so oft im Genre, einige der intensiveren Szenen zu dunkel geraten; vor allem die, in denen der gerissene und titelgebende „Dämon“ ‚Pyewacket‘ in Erscheinung tritt. Von diesem hätte ich gerne mehr gesehen!
Auf die „realistische Atmosphäre“ kann ich in dieser Kritik leider nicht eingehen. Ihr könnt mir aber glauben, dass am Ende von Pyewacket alles einen tieferen Sinn ergeben wird, auch wenn dies mit einem ziemlichen ‚Brainfuck‘ einhergeht…

Pyewacket - Szenenbild

Die Hauptrollen wurden sehr gut geschrieben und von ihren Darstellern absolut überzeugend gespielt. Dabei tragen Laurie Holden (The Walking Dead) und die ehemalige Kinderdarstellerin Nicole Muñoz (Defiance) den Film fast zur Gänze alleine: Holden mimt hier die Mutter der jungen Leah, die sich nach dem Tod ihres Vaters ziemlich verändert hat. Sie fühlt sich zu allem düsteren hingezogen, hört sehr viel Metal und ist natürlich auch Mitglied einer Kutten-tragenden Clique von Außenseitern. Diese Teenies wurden aber sehr glaubwürdig gezeichnet und verhalten sich keinesfalls so dämlich und klischeehaft wie die meisten ‚Metalheads‘ in anderen Genrefilmen. Darum ist meine recht lachse Zuordnung von Pyewacket zum „Teeniehorror“ vielleicht etwas missverständlich; aber die Geschichte handelt nun mal von einer Teenagerin, die – frustriert über schlimme Ereignisse in ihrem jungen Leben – etwas zu sehr in die Spiritualität abdriftet und einen ziemlich dummen Fehler macht. Diesbezüglich gibt es im Verlauf einen sehr intelligenten Plot-Twist, der dann schlussendlich auch die Genialität hinter diesem Werk von Adam MacDonald ans Tageslicht bringt… Dadurch ist Pyewacket allerdings – so gut der Film insgesamt auch ist – leider nur ein einmaliges Vergnügen.

Pyewacket - Szenenbild

Fazit:

Hier haben wir einen sehr intelligenten Horrorfilm, der in glasklaren Bildern präsentiert wird. Die Charaktere wurden authentisch gezeichnet und von wirklich fähigen Schauspielern verkörpert. Auch die Soundkulisse ist absolut stimmig. Somit hebt sich Pyewacket deutlich vom üblichen Genre-Einheitsbrei ab, ist aber eher etwas für bedächtige Gruselfans, die gerne auch mal auf blutrünstige Spezialeffekte und Jumpscares verzichten können. Der Horror spielt sich hauptsächlich im Kopf des Zuschauers ab.
Technisch brillant und mit viel Gefühl inszeniert, ist es dann letztendlich nur noch die Story, die überzeugen muss und wahrscheinlich die Lager der Horrorfans spaltet. Lasst euch bei Pyewacket also nicht vom Metascore abschrecken, der für einen Horrorfilm aber zugegebenermaßen ziemlich gut ist!

Wertung: 5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / Mediabook (Verleih & Verkauf)

An der Bildqualität der hier geprüften Blu-ray gibt es nichts auszusetzen. Was den Ton angeht hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Suround gewünscht. Schön wuchtig ist er aber, wenn er es sein soll. Als Extra auf allen deutschen Veröffentlichung durch Pierrot Le Fou gibt es noch ein interessantes Behind the Scenes-Video mit Interviews der am Projekt Beteiligten.

Verleih: Pierrot Le Fou

Verleihstart: 13.07.2018

Verkaufstart: 13.07.2018

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle / Mediabook

Discs enthalten: 1 (2 im Mediabook)

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 84 Min. (ca. 88 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Behind the Scenes inkl. Interviews
• 24-seitiges Booklet (Mediabook)
• Plakat (Mediabook)
• Trailer

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