Review: JeruZalem

JeruZalem - DVD Blu-ray Cover FSK 18

Kurzinhalt & Trailer:

Die jungen Touristen Sarah, Rachel und Kevin wollen in Jerusalem die Nächte durchtanzen und ihr Leben genießen. Während die pulsierende Metropole sie anfangs willkommen heißt, schlägt die Stimmung schnell um: Unheilvolle und unerklärliche Dinge geschehen, bis eines Nachts im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle losbricht. Die Apokalypse bahnt sich unaufhaltsam ihren Weg durch die Heilige Stadt, die vom Militär hermetisch abgeriegelt wird. Unbarmherzig gejagt von dämonischen Monstern, müssen die Freunde so schnell wie möglich einen Ausweg finden…

Originaltitel: JeruZalem

Jahr: 2015

Genre: Found Footage, Horror

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: Israel

Regie: Doron Paz, Yoav Paz

Drehbuch: Doron Paz, Yoav Paz

Produzenten: Doron Paz, Yoav Paz, Shaked Berenson

Darsteller: Yael Grobglas, Yon Tumarkin, Danielle Jadelyn, Tom Graziani, Yoav Koresh, Fares Hananya, Geri Gendel, Howard Rypp, Ori Zaltzman

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche DVD

Der Trailer zu JeruZalem ist ein echtes Brett und hat die Erwartungen im Vorfeld recht hoch geschraubt: Gefallene Engel, die sich, infiziert mit einer Art ansteckenden Viruserkrankung, aus einem Loch im Boden Jerusalems heraus graben und den Beginn vom Ende der Menschheit ankündigen – das hat schon was! Vor allem wenn die Kreaturen so toll aussehen, wie bereits im Trailer zu sehen… Wahrscheinlich ist es aber einem verhältnismäßig geringem Budget zu schulden, dass die ‚Paz Brothers‘ (so nennt sich das Regie-Duo) nicht ganz so hoch hinaus konnten, wie sie gerne wollten. Es rennen nämlich auch apokalyptische Riesen in der heiligen Stadt herum, so dass eine Art Cloverfield-Feeling entsteht, bzw. entstehen soll. Nur spielen diese eine sehr untergeordnete Rolle und ihre Zerstörungskraft kommt überhaupt nicht zur Geltung, geschweige denn dass man sie überhaupt zu Gesicht bekommt.

JeruZalem - Szenenbild

Die Tatsache, dass die Hauptrolle die Geschehnisse durch eine ‚Google Glasses‘ Brille erlebt, könnte man als brillanten Kniff der Macher deuten; also endlich mal keine schnöde Handycam. Jedoch kann dies anfänglich sehr nerven, denn JeruZalem könnte auch ein einziger Werbeclip in Spielfilmlänge für dieses moderne Social Media Gerät sein und wenn man solch ein Gerät selbst noch nie benutzt hat, dann weiß man nicht wie realistisch die Darstellung ist. Zu bezweifeln ist auf jeden Fall, dass diese Brille, wie hier gezeigt, im Cinemascope-Format (2,35 : 1) filmt…

JeruZalem - Szenenbild

Die Szenerie – Jerusalem – ist wirklich toll. Mediterranes Flair, enge Gassen, ein spaßiges Nachtleben etc. hat man so „nüchtern“ bisher in kaum einem Horrorfilm gesehen. Die heilige Stadt wird als durchaus moderne Metropole dargestellt, die allerdings größtenteils unter Denkmalschutz steht, was mehrfach von den gezeigten Guides betont wird, weshalb ausschweifende Saufgelage und Randale natürlich verpönt sind. Außerdem begegnen sich die Religionen in JeruZalem (also im Film) recht offen und die Einheimischen zeigen sich den Protagonisten/Touristen gegenüber ziemlich freundlich und hilfsbereit.
In schauspielerischer Hinsicht gibt es kaum etwas zu meckern, wobei die deutsche Synchronisation bei derartigen Filmen (Found Footage) wie immer wenig Durchblick erlaubt, hinsichtlich der Frage, wie viel die einzelnen Darsteller wirklich auf dem Kasten haben? – Ihre Arbeit wirkt auf jeden Fall grundsolide.

JeruZalem - Szenenbild

Es braucht stolze 50 Minuten bis der Found Footage-Horrorfilm richtig in Fahrt kommt und das Spektakel ist dann auch relativ schnell wieder zu Ende. In die Charaktere kann man sich nur schwer hineinversetzen und deren eventuelles Ableben sollte den meisten Zuschauern auch egal sein. Kanonenfutter halt… Die virulenten Engel wurden auf jeden Fall krass gut inszeniert, sie kommen aber insgesamt etwas zu kurz. Die meisten Szenen mit ihnen sieht man leider schon im Trailer. Sehr cool ist dann aber das offene Ende, das den Beginn einer guten Horror-Reihe ankündigen könnte…

Fazit:

Es ist tatsächlich etwas schwer mit diesem im Vorfeld sehr vielversprechenden Horrorfilm warm zu werden, vor allem weil er letztendlich zu wenig der im Trailer versprochenen „Engel-Action“ bot. Der Trailer wirkt sehr flott, der Film ist es aber nicht wirklich; ja anfangs sogar fast nervig, wegen der Google Glasses-Optik, bis er dann im letzten Drittel deutlich an Tempo gewinnt. Dadurch kommt das Ende aber sehr abrupt und lässt den Zuschauer mit einigen Fragezeichen über dem Kopf auf der Couch sitzen. JeruZalem hätte wirklich gut werden können (wahr-scheinlich lag es am zu geringen Budget). Wegen der tollen Grundidee, dem ungewöhnlichen Szenario, sowie der Szenerie, und weil es sich um eine kleinere, zum Finale hin durchaus kurzweilige Indie-Produktion handelt, gibt es von unserer Seite noch einen halben Pluspunkt für diesen ungewöhnlichen Underdog.

Wertung: 4 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray (Verleih & Verkauf)

Wie bei allen Found Footage Filmen ist die Bildqualität der hier geprüften DVD schwer zu bewerten. Im Großen und Ganzen und auf das Genre bezogen ist sie aber okay und man kann alle wichtigen Details erkennen. Extras sucht man auf beiden Heimkinoveröffentlichungen (DVD & Blu-ray) leider vergebens.

Verleih: Splendid Film

Verleihstart: 29.01.2016

Verkaufstart: 29.01.2016

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Nein

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 90 Min. (ca. 94 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Trailer

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