Review: Hostel

Hostel - DVD Blu-ray Cover Spio/JK

Kurzinhalt & Trailer:

Sie suchen das Abenteuer, und sie finden das nackte Grauen.
Die beiden abenteuerlustigen College-Freunde Paxton und Josh sind mit dem Rucksack unterwegs durch Europa. Ebenso wie ihr neuer Kumpel, der Isländer Oli, gieren die beiden jungen Amerikaner förmlich nach aufregenden Erlebnissen.
Auf ihrem Trip bekommen die drei einen Geheimtipp: Abseits der üblichen Reiserouten soll im tiefsten Ost-Europa ein Nirwana für Backpacker liegen – ein Hostel in der Slowakei, in dem atemberaubende und obendrein noch willige Frauen auf sie warten sollen. Und tatsächlich: Die Freunde lernen die beiden Schönheiten Natalya und Svetlana kennen.
Paxton, Josh und Oli haben die Zeit ihres Lebens. Doch die währt nur kurz. Zu spät bemerken sie, dass sie in einer tödlichen Falle sitzen. Flucht ist unmöglich – die Backpacker stecken bereits mitten in den finstersten Abgründen der menschlichen Natur. Was sie dort erleben, ist so unvorstellbar, dass es alles in den Schatten stellt, was an Grausamkeit und Perversion bislang bekannt war und nur als Mythos galt. Haben sie eine Chance, diesen Alptraum zu überleben…?

Originaltitel: Hostel

Jahr: 2005

Genre: Torture, Exploitation, Terrorfilm

Kinostart: 27.04.2006

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK (Spio/JK uncut)

Produktionsland: USA

Regie: Eli Roth

Drehbuch: Eli Roth

Produzenten: Chris Briggs, Mike Fleiss, Eli Roth, Quentin Tarantino, Scott Spiegel

Darsteller: Jay Hernandez, Derek Richardson, Eythor Gudjonsson, Barbara Nedeljakova, Jan Vlasák, Jana Kaderabkova, Jennifer Lim, Lubomir Bukovy, Jana Havlickova, Rick Hoffman, Petr Janis, Takashi Miike, Patrik Zigo, Milda Jedi Havlas

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: Kino (OV), deutsche DVD
Mit freundlicher Unterstützung von Sony Pictures

Regisseur Eli Roth (Cabin Fever, The Green Inferno) beweist nun mit Hostel, dass er regietechnisch tatsächlich einiges auf dem Kasten hat und nicht nur ein One-Hit-Wonder ist.

Im krassen Gegensatz zu seinem Erstlingswerk Cabin Fever, das eher eine Hommage an Horrorfilme der 70er und 80er Jahre darstellt, wurde sein zweiter Film Hostel als astreiner Torture-Terrorfilm, mit heftigen Gore-Einlagen auf die Leinwand projektiert.
Sehr ungewohnt, aber dennoch positiv fällt die Location des Geschehens auf: Gedreht wurde ausschließlich Tschechien (obwohl der Film in der Slowakei spielt), so dass die Situation, in der sich die drei Backpacker (Rucksacktouristen) befinden, sehr authentisch wirkt: Weit weit weg von Zuhause… Zudem wurden die Schauspieler nicht nur nach ihren Fähigkeiten, sondern auch nach ihren Nationalitäten gecastet. So unterstützen die unterschiedlichsten Dialekte (zumindest im Originalton) die Fremde, in der sich die amerikanischen Touris befinden.

Hostel - Szenenbild

Zu Beginn des Films steht „leider“ Sex im Mittelpunkt, welcher aber auch ein wichtiges Element des Films ist, denn schließlich müssen die notgeilen Protagonisten ja irgendwie in die Falle der Folterer tappen. Ein bisschen mehr und es hätte genervt (was man als Mann ja ungern zugibt)! Roth hat es aber nach kurzen 26 Minuten Laufzeit (ja, es mag manch einem Zuschauer länger vorgekommen sein… beim nächsten Mal im Heimkino einfach nicht so oft pausieren) hinbekommen, den Film von „feucht fröhlich“ in absolut handfestes Grauen zu verwandeln: Was anfängt wie eine bunte und lustige Teenie-Drogen-Komödie, wird im Verlauf abgrundtief düsteres und blutiges Terror-Kino. Tatsächlich blitzen aber auch nur ca. drei mal kurz Brüste über die Leinwand bzw. den Bildschirm. Wer hier einen „Porno“ wittert, der hat einfach keine Ahnung…

Hostel - Szenenbild

Zu Hostel sollte man noch erwähnen, dass sich Regisseur Eli Roth vor einigen Jahren mit seinem Kumpel Harry Knowles (Webmaster von AintItCoolNews.com) zusammengesetzt hat, und beide fachsimpelten, was neben Skateboard-Unfällen, Hinrichtungen oder zwei Asiatinnen, die sich gegenseitig in den Mund kotzen, das Perverseste sei, was sie je im Internet gesehen hätten! Nach langem Zögern habe Harry dann von einer angeblich thailändischen Internetseite erzählt, auf der die Rede davon gewesen sei, Menschen gegen Bezahlung töten zu dürfen!
Diese Grundidee übernahm Eli Roth kurzerhand für sein Script, welches er sofort seinem Mentor Quentin Tarantino vorlegte, der von einer solch „perversen“ Idee hellauf begeistert war und sich gleich als Berater anbot…
Nachdem Eli Roth diverse Filme von Takashi Miike (Ichi the Killer) und Chan Park-Wook (Sympathy for Mr. Vengeance, Old Boy, Lady Vengeance) angeschaut hatte – um sich inspirieren zu lassen – setzte er sich in ein Zimmer, zog den Telefonstecker aus der Buchse und schrieb einfach drauf los…

Hostel - Szenenbild

Als das Drehbuch nach ca. drei Wochen kontinuierlicher Schreibarbeit fertiggestellt war, zeigte er es Tarantino, der es so gut fand, dass er es als Produzent mit seinem Label ‚Quentin Tarantino Presents‚ produzieren wollte.
Das Resultat ist einer der besten Terrorfilme der letzten Jahre, für den sogar Kult-Regisseur Takashi Miike (einer von Tarantinos Lieblings Regisseuren) wegen einer kleinen Nebenrolle extra aus Japan eingeflogen ist…

Fazit:

HOSTEL sorgte für viele Kontroversen und ist einer der härtesten „Mainstream-Kinofilme“ überhaupt. Bestes Terrorkino!

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray (Verleih & Verkauf)

Die hier geprüfte Spio/JK-freigegebene DVD-Edition (auch auf Blu-ray erhältlich) ist bestückt mit einigen interessanten Extras und absolut ungeschnitten. Jedoch handelt es sich bei den in der FSK 18er Version fehlenden Szenen um lediglich 2-3 kürzere Nahaufnahmen der „Augenszene“ und als sich Paxtons Peiniger aus Versehen selbst ins Bein sägt (insgesamt 9 Sekunden). Auf Grund der Geringfügigkeit der Unterschiede zwischen der FSK geprüften Fassung und der durch die Spio/JK freigebenen „Extended Version“ (Vermerk auf dem Cover), lehnte die BPjM eine Indizierung von Hostel ab. Die Bild- und Tonqualität ist für einen Film aus dem Jahr 2005 sehr gut.

Verleih: Sony Pictures

Verleihstart: 05.10.2006

Verkaufstart: 27.10.2006

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle / Steelbook

Discs enthalten: 1

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Englisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 90 Min. (ca. 94 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja (Spio/JK geprüfte Fassung)

Extras:
• Audiokommentar
• Making Of
• Kill The Carl (Multi-Angle)
• Trailer

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