Review: Carnage Park

Carnage Park - DVD Blu-ray Cover FSK 18

Kurzinhalt & Trailer:

1978: Joe und Lenny scheitern bei dem Versuch, eine Bank zu überfallen. Mit einer jungen Frau als Geisel fliehen sie in die nahe-gelegene Wüste. Die Cops auf den Fersen und den verwundeten Lenny auf der Rückbank, fährt Joe die Gruppe immer tiefer in die abgelegene Wildnis. Die ohnehin schon nervenaufreibende Situation verschlimmert sich, denn die Gruppe gerät ins Visier eines ehemaligen Scharfschützen, der nur ungern gestört wird. Der psychopathische und hochtrainierte Killer beginnt ein Katz- und Mausspiel mit den Neuankömmlingen…

Originaltitel: Carnage Park

Jahr: 2016

Genre: Terrorfilm, Survival, Thriller

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: USA

Regie: Mickey Keating

Drehbuch: Mickey Keating

Produzenten: Eric B. Fleischman, Sean Tabibian, Jaremy Aiello, Brent Aiello-Ortner, Keith R. Fowler, Pat Healy, Cyrus Zahabian, Ilana Zahabian

Darsteller: Ashley Bell, Pat Healy, James Landry Hébert, Michael Villar, Alan Ruck, Bob Bancroft, Larry Fessenden, Graham Skipper, Darby Stanchfield

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutsche Blu-ray
Mit freundlicher Unterstützung von Tiberius Film

Carnage Park, geschrieben und gefilmt von Mickey Keating, ist nach eigener Aussage eine Hommage an die Werke von Sam Peckinpath (Straw Dogs) und Peter Watkins (Punishment Park) aus den siebziger Jahren und erzählt die fiktive Geschichte einer Geisel, welche in einem abgelegenen, eingezäunten Landstrich im Süden des US-Bundesstaates Texas gegen einen perfiden Killer mit M14 Scharfschützengewehr um ihr Leben kämpfen muss. Die besagte Überlebenskünstlerin wird gespielt von Ashley Bell, die wahrscheinlich viele von euch als Besessene aus dem Horrorfilm Der letzte Exorzismus kennen. Wie schon in ihrem Debütfilm mimt sie die weibliche Opferrolle perfekt und passt auch optisch sehr gut in das 70er Jahre Terrorfilm-Setting. Ihr Gegenspieler wird dargestellt von Pat Healy, dessen schauspielerisches Talent mir bereits im ungewöhnlichen Thriller Cheap Thrills äußerst positiv aufgefallen ist. Leider ist aber die deutsche Vertonung nicht wirklich gut gelungen. Sie ist zwar nicht unbedingt schlecht, man merkt aber deutlich, dass sie vielen intensiven Momenten etwas die Würze nimmt und sie manchmal gar leicht ins Lächerliche zieht. Wenn euer Englisch also gut genug ist, dann solltet ihr den Film besser im Originalton sichten… inkl. authentischem texanischen Dialekt der Schauspieler.

Carnage Park - Szenenbild

Dass die Geschichte fiktiv ist betone ich, weil es sich hierbei mal wieder ein Film handelt, der dem Zuschauer vorgaukeln will, er würde auf wahren Begebenheiten beruhen, was aber nicht der Fall ist. Der spannenden Survival-Story tut dies aber keinen Abbruch.
Präsentiert wird sie in sepiafarben getünchten Bildern, die ein perfektes siebziger Jahre Gefühl vermitteln und dabei gestochen scharf sind. Zum Glück hat Mickey Keating (Pod, Darling) in der Postproduktion auf weitere Bildmaterial-Alterungseffekte verzichtet. Diese hätten etwas zu aufdringlich gewirkt, wären dann also zu krampfhaft „auf Grindhouse getrimmt“. So haben wir hier einen „modern-klassischen Terrorfim“, der sich einfach auf das Wesentliche konzentriert und dabei nicht mit blutrünstigen Effekten geizt.

Carnage Park - Szenenbild

Auf Grund einiger psychedelischer Elemente und einer „Höhlenhatz“ im letzten Drittel des Films finde ich, dass der Vergleich mit dem Roadmovie (!) The Devil’s Rejects auf den deutschen Heimkinoveröffentlichungen etwas hinkt… Am ehesten ist Carnage Park als eine Mischung aus Rob Zombies Das Haus der 1000 Leichen und Alexandre Ajas The Hills have Eyes (ohne Mutanten) zu bezeichnen. Allerdings merkt man deutlich, dass nicht ganz so viel Budget zur Verfügung stand; wobei meiner Meinung nach das Beste aus den vorhanden Mitteln rausgeholt wurde. Man kann sich zudem als Zuschauer sehr gut in die hoffnungslose Lage des Opfers hineinversetzen und der Killer agiert in bester „Otis Firefly-Manier“ (TDR)…

Obwohl es in diesem Underdog zahlreiche Logikfehler gibt und durch die deutsche Synchronisation einige Momente hart an der Grenze des Overacting kratzen, hat mir Carnage Park insgesamt eine Spur besser gefallen als der kurz zuvor veröffentlichte, und von den Medien gehypte Terrorfilm Desierto, in dem die Charaktere leider viel zu kurz kamen und der Bodycout etwas zu vorhersehbar war.

Carnage Park - Szenenbild

Fazit:

Freunde von blutigen Terrorfilmen sollten unbedingt zugreifen, auch wenn es einige Logikfehler gibt und der Film das Rad nicht neu erfindet. Carnage Park ist, ähnlich wie Das Haus der 1000 Leichen, ein guter Kandidat für Filmabende mit viel Bier und guten Kumpels und eine gelungene Hommage an das Exploitationkino der siebziger Jahre. Man darf diesen Film nur nicht all zu ernst nehmen…

Wertung: 4,5 von 6 Punkten

 

DVD / Blu-ray / Blu-ray 3D (Verleih & Verkauf)

Der Ton ist sehr gut für Heimkinoanlagen abgemischt. Selbst in actionreicheren Szenen bekommt man alles gut mit. Die deutsche Synchronisation ist im Grunde nicht schlecht, nimmt dem Film aber etwas die Intensivität und Authentizität. Die Bildqualität der von uns geprüften Blu-ray (2D) ist absolut zufriedenstellend. Einige Filmszenen sind aber etwas zu dunkel geraten. Leider gibt es keine Extras auf den deutschen Veröffentlichungen. Carnage Park ist auch als Blu-ray 3D erhältlich!

Verleih: Tiberius Film

Verleihstart: 02.01.2017

Verkaufstart: 02.01.2017

Verpackung: Amaray / Blu-ray Hülle

Discs enthalten: 1

Wendecover: Ja

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1, DTS
• Englisch: DD 5.1
• Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 2,35 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 78 Min. (ca. 81 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• Trailer

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