Review: Battle Royale

Battle Royale - Mediabook DVD Blu-ray Cover FSK 18

Kurzinhalt & Trailer:

Japan zu Beginn des neuen Jahrtausends. Das Land befindet sich im Chaos und die Gewalt an Schulen ist völlig außer Kontrolle geraten. Die Regierung kontert mit einem neuen Gesetz: dem ‚Battle Royale‘. Jährlich wird eine Schulklasse willkürlich ausgewählt und auf einer verlassenen Insel ausgesetzt. Die Schüler sind nun Teil eines „Spiels“, das nur drei Regeln hat: es dauert drei Tage, jeder bekommt Verpflegung und eine Waffe, nur einer darf überleben.

Originaltitel: Batoru rowaiaru

Jahr: 2000

Genre: Action, Survival, Drama

Kinostart:

3D: Nein

Altersfreigabe: ab 18 Jahren – FSK

Produktionsland: Japan

Regie: Kinji Fukasaku

Drehbuch: Koushun Takami, Kenta Fukasaku

Produzenten: Kenta Fukasaku, Kinji Fukasaku, Kimio Kataoka, Chie Kobayashi, Toshio Nabeshima, Masumi Okada

Darsteller: Tatsuya Fujiwara, Aki Maeda, Tarô Yamamoto, Takeshi Kitano, Chiaki Kuriyama, Sôsuke Takaoka, Takashi Tsukamoto, Yukihiro Kotani, Eri Ishikawa, Sayaka Kamiya, Takayo Mimura, Yutaka Shimada, Aki Unone, Ren Matsuzawa, Hirohito Honda, Ryou Nitta, Sayaka Ikeda, Anna Nagata, Yukari Kanasawa, Misao Kato, Hitomi Hyuga

Kritik:

Von Sebastian Notbom
Prüfungsmedium: deutscher Presse-Stream (720p)
Mit freundlicher Unterstützung von Capelight Pictures

Kinji Fukasaku (Tora! Tora! Tora! – † 2003) gilt als einer der einflussreichsten Regisseure des japanischen Films im vergangenen Jahrhundert. In Battle Royale schickt er, in einer nicht all zu fernen Zukunft, eine Schulklasse auf eine einsame Insel und lässt die Kameraden auf Leben und Tod gegeneinander kämpfen. Der Grund hierfür ist ein verbitterter Lehrer (Takeshi Kitano), dessen Schulklasse den Unterricht verweigert und der Opfer einer Messerattacke geworden ist. Schließlich ist Respekt gegenüber Älteren in Japan mit das höchste Gut. So meldet er seine Schüler kurzerhand für einen Wettkampf an, der (titelgebend) ‚Battle Royale‘ genannt wird und bei dem unter tausenden von registrierten Schulklassen ganz einfach das Los über die Teilnahme entscheidet. Als Schulausflug getarnt, an dem alle Schulschwänzer plötzlich gerne teilnehmen, begibt sich Lehrer Kitano mit seinen Schülern auf die Reise… für die meisten ohne Wiederkehr. Demjenigen, der das tödliche Match gewinnt, winkt die Freiheit…
Nach anfänglicher Skepsis breitet sich unter ‚Kitano-senseis‘ Schülern die Gewissheit aus, dass die Situation sehr ernst ist, und bereits wenige Minuten nach dem Beginn des zusätzlich medialen Ereignisses gibt es erste Todesopfer, denn jeder „Spieler“ bekommt neben etwas Verpflegung auch eine Waffe mit in sein Gepäck. Dies kann eine Armbrust oder gar eine halbautomatische Pumpgun sein; manche der unfreiwilligen Teilnehmer haben aber auch Pech und müssen sich mit einem Topfdeckel oder einem Fernglas begnügen. Aufgemischt wird der Wettkampf zusätzlich durch zwei freiwillige Teilnehmer, die scheinbar aus purer Lust und Laune an dem „Event“ teilnehmen.

Fun Fact: Ironischer weise spielt sich Takeshi Kitano (Brother, Zatoichi) als Lehrer selbst und sehr passend ist zudem, dass seine auch hierzulande sehr bekannte TV-Show Takeshi’s Castle ähnlich funktioniert wie Battle Royale, bloß auf witzige Art und Weise… und natürlich ohne Tote.

Battle Royale - Szenenbild

Battle Royale ist optisch nicht unbedingt ein Hochgenuss, wurde aber zur Grundstimmung passend und glaubwürdig inszeniert. Wie es so oft bei japanischen Filmen der Fall ist, agieren nicht alle Charaktere logisch und einige der Dialoge wirken auf das westliche Publikum recht sinnfrei: „Warum tust du das!?“ – „Na, weil du gut aussiehst…“ – Dies wären aber lediglich Abzüge in der B-Note und schmälern das ziemlich aufreibende Filmvergnügen keines Falls. Dafür ist die Story zu mitreißend und zu gut erzählt, auch wenn einige, teilweise schon krampfhaft rührseliger Rückblenden (vor allem im Extended Cut) den Zuschauer immer wieder aus der zweckmäßigen, aber gut inszenierten Action heraus reißen. Anschlussfehler gibt es hinsichtlich dieser Szenen aber keine, zumindest auf die Story bezogen.

Manch einem Filmfan mag die Laufzeit von ca. 122 Minuten (NTSC / Blu-ray / 24Hz) etwas zu gestreckt vorkommen, denn schließlich ist die komprimiertere, ungeschnittene Kinofassung (als Bonus im Steelbook [Blu-ray] enthalten) noch etwas kurzweiliger. Aber insgesamt ist der Extended Cut doch eine sehr gute Wahl für eine Neuveröffentlichung von Capelight Pictures gewesen, weil in diesem die Vergangenheit einzelner Schüler etwas genauer beleuchtet wird. Sie sind hier also nicht nur „Schlachtvieh“, sondern jeder Einzelne hat sein Kreuz zu tragen. Darum kann man hier besser nachvollziehen, weshalb bestimmte Handlungsweisen so vonstatten gehen, wie es im Film gezeigt wird.

Battle Royale - Szenenbild

Im Februar 2017 gab die BPjM die Listenstreichung des 2000er Kultfilms bekannt, der es bis Dato nicht leicht mit dem Jugendschutz hatte. Immerhin sprechen wir hier von einem nach ‚Liste B‘ indizierten Titel (beschlagnahmt), was ein absolutes Verbreitungsverbot bedeutet. So wurde Battle Royale ursprünglich schon zu seiner Veröffentlichung in einer rund 8 Minuten gekürzten Fassung von der Spio/JK (Juristenkommission) als „strafrechtlich unbedenklich“ gebrandmarkt, wodurch er automatisch auf Liste A der jugendgefährdenden Trägermedien eingestuft wurde, also mit Werbeverbot indiziert, was gewissermaßen noch nachvollziehbar ist, denn bereits die Grundidee ist ziemlich harter Tobak. Die Geschichte ist aber keines Falls gewaltverherrlichend, was das 2006er Urteil der BPjM jedoch aussagen wollte, welches nun glücklicher weise revidiert wurde. Ein paar der Schüler wählen sogar lieber den Freitod, als dass sie ihren Mitschülern etwas böses antun. Außerdem werden die jugendlichen Protagonisten von Staatswegen her gezwungen an dem Wettkampf auf Leben und Tod teilzunehmen, den nur einer gewinnen kann. Sie begehen die Gräueltaten also nicht aus freiem Willen.
Durch zahlreiche Kürzungen der ursprünglichen Kinofassung litt sozusagen der Transport einer eventuellen Botschaft auf Gefühlsebene. Was blieb war ein immer noch recht harter, aber auch ziemlich stumpfer Actionfilm – wie gesagt, in der gekürzten Kinofassung (ca. 104 Minuten [NTSC], ungekürzt ca. 114 Minuten [NTSC]). Der hier besprochene ‚Extended Cut‘ bietet ein alternatives Ende, sowie 27 „neue“ und längere Szenen, die allerdings meistens nicht wirklich wichtig für die Geschichte sind, den Zuschauer aber emotional berühren können. Beim alternativen Ende handelt es sich um eine Rückblende aus bereits gezeigten Filmschnipseln…

Battle Royale - Szenenbild

Nun sollte es in dieser Kritik aber hauptsächlich um die 4-Disc Steelbook Neuveröffentlichung gehen, denn der Film ist schon recht alt und natürlich in der Horror-Szene bekannt. Ich habe aber von Capelight Pictures nur einen 720p Vimeo-Stream zur Verfügung gestellt bekommen. So kann ich lediglich grob schätzen, dass die Neuveröffentlichung eine erneute Anschaffung wert ist. Der Film selbst ist auf jeden Fall ein Brett und darf in keiner gut sortierten Sammlung fehlen! Das Bild könnte, den offiziellen Screenshots entsprechend, aber recht matschig sein. Wenn ihr die Neuveröffentlichung bereits in eurer Sammlung stehen habt, dann postet doch gerne mal eure Meinung über die Qualität in die Kommentare…

Fazit:

Ein moderner Klassiker durch und durch. Kein Wunder, dass Hollywood dieses interessante Thema mehrfach aufgegriffen hat (z.B. Die Tribute von Panem, Maze Runner, The Purge) und möglichst gewinnbringend ausschlachtet. Wobei, wenn man ganz ehrlich ist, gab es eine Spielshow auf Leben und Tod bereits in der Stephen King Romanverfilmung The Running Man. Nichtsdestotrotz wird in Battle Royale sinnlose Gewalt fast schon zelebriert, aber auch mit dem Finger drauf gezeigt. In solch einer ausweglosen Situation ist man auf sich allein gestellt und sollte möglichst niemandem Vertrauen. Dem Film gelingt es sehr gut diese sehr düstere Grundidee in Bild und Ton an den Zuschauer weiter zu geben. Nicht selten habe ich von Personen aus dem Bekanntenkreis gehört, dass sie den Film nicht gut finden, weil er so schonungslos und düster ist. Aber genau das will man ja als Horrorfan sehen! Auch wenn es sich hierbei natürlich nicht um einen Horrorfilm handelt.
Übrigens ist ein japanisches Remake geplant!

Wertung: 5,5 von 6 Punkten

 

Mediabook (Verkauf)

Bisher nur als Presse-Stream (720p) gesichtet. Über die Qualität der Neuveröffentlichungen aus dem Hause Capelight Pictures kann ich leider (noch) nichts schreiben.

Verleih: Capelight Pictures

Verleihstart:

Verkaufstart: 28.04.2017

Verpackung: Amaray / Steelbook (Blu-ray)

Discs enthalten: 1 / 4 (Blu-ray)

Wendecover: Ja (FSK Aufkleber auf Blu-ray Steelbook)

Schuber: Nein

Ton:
• Deutsch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)
• Japanisch: DD 5.1 (Blu-ray: DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildformat: 1,77 : 1

Blu-ray Auflösung: 1080p / 24Hz

Laufzeit: ca. 117 Min. (ca. 122 Min. Blu-ray)

Uncut: Ja

Extras:
• ungekürzte Kinofassung (Blu-ray)
• Behind the Scenes (Blu-ray)
• Die Musik von Battle Royale (Blu-ray)
• Promotion & Premieren (Blu-ray)
• The Correct Way To Make Battle Royale (Blu-ray)
• The Correct Way To Fight In Battle Royale (Blu-ray)
• Making of (Blu-ray)
• Trailer

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