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Ein Interview via Email, März 2011
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Eine Atombombe explodiert und ganz New York wird zerstört, doch 8 Menschen schaffen es in einen sicheren Keller. Sie glauben sie haben das schlimmste überstanden, doch der Horror fängt erst an. Was ist schlimmer als Krieg, Zombies und Atombomben? Der Mensch...
Starring: Milo Ventimiglia, Ashton Holmes, Michael Biehn, Lauren German, Peter Stormare, Rosanna Arquette, Courtney B. Vance, Michael Eklund, Iván González
Ein Interview mit Xavier Gens (Regisseur) & Darry Welch (Produzent)
Mit seinem ersten abendfüllendem Film FRONTIÈRE(S), für den er auch das Drehbuch schrieb, erregte der französische Regisseur Xavier Gens internationales Aufsehen. Nicht zuletzt der Fürsprache Luc Bessons, der als Co-Produzent bei FRONTIÈRE(S) tätig war, verdankte er den Regieposten bei der Videospielverfilmung von HITMAN.
Produzent Darryn Welch drehte im Jahr 2009 den mäßig erfolgreichen Horrorfilm SLAVE und widmete sich schnell primär der Produktion von Filmen. Seine Productionsfirma "Instinctive Film" produzierte u.a. die Titel BROTHERHOOD (2010) und NIGHT TRAIN (mit Danny Glover und Steve Zahn).
Sebastian: Xavier, wie wurdest du Regisseur?
Xavier: Ich war schon als Kind leidenschaftlich von Filmen fasziniert und habe mir DER WEISSE HAI wieder und wieder angeschaut. Eines Tages beschloss ich mir eine Kamera zu nehmen und selbst Filme zu drehen.
Sebastian: Hast du Film studiert oder lediglich einige Clips produziert, um sie Produzenten und Filmfirmen zu zeigen? Ich frage nur, weil ich deinen Stil und die Kameraeinstellungen sehr gut finde. Sie bestechen durch eine sehr angenehme Schmuddelästhetik...
Xavier: Nein, ich habe das Filmen auf keiner Schule gelernt. Ich habe Windschutzscheiben an der Tankstelle meiner Mutter geputzt, als ein paar Filmstudenten vorbeikamen, um zu tanken. Ich habe sie gefragt ob ich zum Drehort kommen könnte, um zuzuschauen, und fand das alles sehr interessant. Dann habe ich angefangen in der Filmwirtschaft zu arbeiten und habe selbst ein paar Kurzfilme finanziert, um zu zeigen was ich so drauf habe. Und einige Leute, wie z.B. Luc Besson, fanden sie sehr gut.
Sebastian: Dein aktueller Film THE DIVIDE hat dieser Tage Weltpremiere in Austin/Texas. In Deutschland haben wir noch nicht viel über den Film gehört und der Teaser-Trailer zeigt nicht viel, wirkt aber sehr atmosphärisch. Gerüchten zufolge sollte es sich dabei ursprünglich um eine Verfilmung der Videospielreihe FALLOUT handeln. Ist das korrekt?
Xavier: Der Originaltitel war SHELTER. Aber es gibt schon einen Film mit diesem Namen, eine homosexuelle Liebesgeschichte... Darum entschlossen wir uns einen anderen Titel auszuwählen. Unser Film beginnt mit einem nuklearen Fallout, darum nannten wird das Projekt kurzerhand THE FALLOUT. Aber als wir damit an die Presse gingen, hat die Videospiel Company, die die Rechte an der Reihe besitzt, uns mitgeteilt dass wir den Namen nicht benutzen dürfen. Also haben wir einige Monate lang nach einem neuen Titel gesucht, bis Darryn (Produzent) auf THE DIVIDE (Die Entzweiung / Die Teilung) kam... nach einer sehr "dreckigen Nacht" (LOL).
Darryn: Dem habe ich nichts hinzuzufügen...

Regisseur Xavier Gens
Sebastian: Darryn, was hat dich dazu gebracht den Film zu produzieren?
Darryn: Mir hat die Idee mit dieser Gruppe sehr gut gefallen. Eine Gruppe von Fremden, die dazu gezwungen sind einen gemeinsamen Weg zu finden, um in extremen Verhältnissen zu überleben. Es war der Kern der Geschichte, der mich interessiert hat und dann habe ich sie mit Eron und Xavier weiter ausgearbeitet. Dabei haben wir die Konventionen der Geschichte auf den Kopf gestellt, so dass die guten Jungs böse werden und umgekehrt. Wir haben etwas raues geschaffen, mit einem gewissen Independent-Flair. Wir haben ein Film gedreht wie wir ihn sehen wollen, keinen den man in eine bestimmte Ecke stellen kann, wie es bei den meisten anderen Filmen der Fall ist... Xavier hat das Ganze dann auf ein komplett neues Level gebracht.
Sebastian: Lasst mich dies als Horrorfan fragen... Können wir einige schön blutige Effekte erwarten?
Xavier: Oh oui! Entschuldige das Französisch. Das ist meine Reaktion, wenn mich Leute danach fragen ob es blutrünstige Momente in THE DEVIDE zu sehen geben wird. Aber das ist nicht das Wichtigste. Die "blutigsten Effekte" sind eigentlich die Hauptdarsteller selbst, die den Film ans Limit bringen. Ich bin sehr stolz auf sie und ihre Arbeit.
Darryn: Es gibt einige großartige Spezialeffekte. Einige fallen etwas kleiner aus und wirken auf subtile Art und Weise, und andere kommen wie ein Schlag ins Gesicht. Es gibt ein ausgewogenes Verhältnis im Film, denn er wechselt ständig zwischen den Genres Scifi, Thriller, Horror und psychologischem Drama. Dabei halten wir den Spannungsbogen immer sehr hoch, um die Zuschauer an das Geschehen zu fesseln.
Sebastian: Was ist eure Meinung zu detaillierter Gewaltdarstellung in Filmen?
Xavier: Das hängt davon ab was man erzählen möchte. Ich bin ein sehr friedfertiger Mensch. Wenn es eine Geschichte mit viel Gewalt ist, die man im Film zeigt, dann braucht man unbedingt einen triftigen Grund für die explizite Darstellung.
Darryn: Gewalt ist Gewalt. Wir leben in einer gewalttätigen Welt. Es kommt immer darauf an wie man Gewalt zeigt und welchen Effekt man damit erzeugen will. Wir wurden durch diverse Torture-Porn artige Filme regelrecht abgestumpft, was wir eigentlich nie beabsichtigt haben. Die Gewalt, die wir in THE DIVIDE zeigen, geschieht immer aus einem guten Grund und resultiert aus eindeutigen Beweggründen der jeweiligen Charaktere.

Produzent Darryn Welsh
Sebastian: Xavier, was war für dich die Szene in THE DIVIDE, die am schwersten zu drehen war?
Xavier: Ich denke das war die Folterszene des Charakters von Michael Biehn. Wir hatten sechs Schauspieler am am Set, die zur gleichen Zeit argumentierten. Dies zu kontrollieren und richtig einzustellen war sehr schwer. Da war so viel Energie und körperlicher Einsatz im Spiel, dass wir für diese eine Szene einen ganzen Tag brauchen. Im Nachhinein betrachtet ist es aber meine liebste Szene im Film.
Sebastian: Gab es lustige Momente während der Dreharbeiten?
Xavier: So gut wie immer. Der ganze Dreh war sehr lustig. An dem Film hatte ich viel Vergnügen und danke an dieser Stelle nochmals Darryn Welch, Ross Dinerstein und Eron Sheean für das Vertrauen, das sie in mich gesetzt haben.
Sebastian: Was war der lustigste Moment während irgendwelcher Dreharbeiten, an den du dich erinnerst?
Xavier: Der lustigste Moment... Das ist schwer, denn wie ich bereits schrieb ist es ja immer ein großer Spaß einen Film zu drehen. Aber wenn du einen ganz bestimmten Moment wissen willst, dann würde ich sagen bei den Dreharbeiten zu FRONTIER(S)... Am Ende gibt es ja diese Schießerei in der Küche, bei der eigentlich alles explodiert. Der Dekorateur hat Fleisch in ein Einmachglas gepackt und wir haben im Juni gedreht... Also war es sehr warm. Und als der Spezialeffekte-Typ alles zum explodieren brachte, hatten wir vergessen das Einmachglas mit dem Fleisch zu entfernen. Der Gestank war so ekelhaft, dass wir die Dreharbeiten für zwei Stunden unterbrechen mussten, um alles sauber zu machen. Der Gestank war ein Albtraum... Gestank nach vergammeltem Fleisch. Die ganze Crew bekam Minze in die Nase. Stell dir einfach nur die ganze Crew mit Pfefferminze in den Nasenlöchern vor!
Darryn: Du musst dir unbedingt die DVD kaufen. Wir haben die irrsinnigsten, effekthascherischsten Wrap Parties (Parties, die gehalten werden wenn Filmarbeiten abgeschlossen wurden – danach sehen sich Schauspieler und Crew i.d.R. nie wieder) für jeden Schauspieler abgehalten, damit wir weiterhin mit ihnen in Kontakt bleiben und man sich an uns erinnert. Das war immer ein großer Spaß. Der Film ist natürlich seriös, aber die Leute die ihn gemacht haben, haben einen stark ausgeprägten Sinn für Humor. Xavier hat außerdem ein Umfeld geschaffen, in dem sich die Leute sehr wohl gefühlt, und sie ihre Arbeit am Set sehr gerne gemacht haben. Das ist wichtig, damit alles gut funktioniert.
Sebastian: Vielen Dank für das Interview.
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