METRO 2033 - PC Game Review





PC DVD (Wendecover)



Titel: Metro 2033

Originaltitel: Metro 2033

Genre: Egoshooter, Horror, Endzeit

Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe - USK

Release: März 2010

Entwickler: A4 Games

Publisher: THQ

Vergleichbar mit: S.T.A.L.K.E.R., Dead Space

Erhältlich für: PC, XBox 360



PC DVD

Verpackung: Amaray
Inhalt: 1x DVD
Ton: Englisch, Deutsch, Russisch
Untertitel: Englisch, Deutsch
Uncut: [X] Ja [ ] Nein [ ] Unklar



Systemanforderungen

Betriebssystem: Windows XP/Vista/2000
Prozessor: 2 GHz Intel Core 2 Duo oder vergl. AMD
Arbeitsspeicher: 1 GB
Grafikkarte: 512 MB
3D Vision Unterstützung: ja
DirectX® Version: DirectX 10.0 - 11.0
DVD-ROM Laufwerk: 8-fach
Soundkarte: DirectX kompatible Soundkarte
Festplattenspeicher: 6 GB
Peripheriegeräte: Tastatur & Maus
Multiplayer: nein



Kurzinhalt des Spiels:

Wir schreiben das Jahr 2033. Eine gesamte Generation ist unter der Erde geboren und aufgewachsen, und die bevölkerten Städte der Metro-Stationen kämpfen um das Überleben - untereinander, und gegen schreckliche Mutanten, die in der Außenwelt lauern.

Sie übernehmen in Metro 2033 die Rolle von Artjom, geboren in den letzten Tagen vor dem Feuer, aufgewachsen unter der Erde. Artjom hat bislang noch nie die Grenzen seiner eigenen Metro-Station verlassen, doch durch ein verhängnisvolles Ereignis wird er Teil einer Mission mit dem Ziel, das Herz des Metro-Systems zu erreichen und die Überreste der Menschheit vor einer drohenden Gefahr zu warnen. Sie reisen von den vergessenen Katakomben unter der U-Bahn bis zu den verlassenen Einöden der Welt oberhalb der Metro ... Ihre Aktionen werden über das Schicksal der Menschheit entscheiden.



Trailer:

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Eindruck:
Review von S. Notbom
Prüfungsmedium: Kauf-DVD
Test-Spielzeit: ca. 12 Stunden


"Fear the future" ist der passende Slogan von A4 Games packendem Debüt METRO 2033, einer "Romanverspielung" des russischen Autors Dmitry Glukhovsky, in der man in der Rolle des 20-jährigen Artjom durch die düsteren und von Anomalien, Geistern und Mutanten verseuchten U-Bahnstationen des postapokalyptischen Moskaus streift. Der Auftrag: Die letzten Bastionen der Menschheit, bevölkerungsreiche U-Bahnstationen, vor einer Bedrohung zu warnen, ausgehend von den "Homo Novus", genannt "Die Schwarzen". Sie bringen die Gehirne von Menschen im wahrsten Sinne des Wortes durch Telekinese zum kochen, wogegen Artjom aber weitestgehend immun zu sein scheint. Darum kommt nur er für den wichtigen Auftrag in Frage und man wird als Spieler zeitweise von düsteren Visionen geplagt, aus denen man versuchen muss zu entkommen.

Wirklich kniffelig wird METRO 2033 dadurch dass es keine Bildschirmanzeigen gibt. Es wird z.B. ein Timer an der Armbanduhr gestartet, sobald man eine Gasmaske aufsetzt, den man per Tastendruck zwischendurch beobachten muss (im Kampf ist die Hand dann aber nicht zu gebrauchen), damit man zum rechten Zeitpunkt den Filter wechseln kann. Die Aufgaben innerhalb der sehr linearen Story sind auf einem kleinen Zeichenbrett mit integriertem Kompass geschrieben, das man im Zwielicht und der teilweise völligen Dunkelheit der Metrotunnels mit einem Zippo beleuchtet, um den richtigen Weg zu finden. Die Taschenlampe und das später zu findende Nachtsichtgerät müssen zwischendurch mit einem Allzweckladegerät aufgeladen werden, einer Art Dynamo mit Pumpbetrieb. Dass sich die Energie dem Ende zuneigt, merk man an der immer dunkler werdenden Taschenlampe.
Vor allem die Waffen machen es dem Spieler nicht grade einfach Horden von Monstern und Wegelagerern abzuknallen, denn nachgeladen wird in Echtzeit und modifizierte Druckluft-Pfeil-Gewehre müssen, neben dem Bestücken mit genügend Pfeilen, zusätzlich, wie eine "Super Soaker", aufgepumpt werden. Zudem ist Munition (ausgenommen Shootgunshells) auch die Währung im Spiel, weshalb man achtsam mit ihr umgehen sollte. Mit teuren und zuverlässigen Militärpatronen kann man auf den Märkten in den überbevölkerten Metrostationen quantitativ mehr selbstgebastelte Standardmunition kaufen, die qualitativ aber nicht sehr funktional ist. Dadurch lohnen sich auch keine Schleichpassagen an Wegelagerern vorbei, denn in den Taschen der erledigten Gegener findet man viel "gute" Munition.

Die permanente Munitionsknappheit und die Nachladezeiten der Waffen machen einen Großteil der Spannung in METRO 2033 aus. Den wahren Horror bringen allerdings geisterhafte Erscheinungen (Anomalien), das permanente Scharren und Brüllen der Mutanten in den verrotteten U-Bahntunnels, und verdammt gut inszenierte Scriptmomente, also Aktionen, die den Spieler trotz astreinem Spielens unerwartet eiskalt erwischen. Diese laufen in bester Kinofilmmanier ab, mit leichter Interaktionsmöglichkeit. Nicht selten sind wir, ins Geschehen vertieft, vor Schreck fast rückwärts vom Schreibtischstuhl gefallen, weil man, in bester DEAD SPACE-Tradition, hinterrücks von einem der fantastisch ekelhaft und lebensecht gestalteten Monster gepackt wird... Vor allem sind die meisten Monster so schnell und zäh, dass man sie durch panisches Rückwärtsrennen und einer kompletten 6er-Autopumpgunladung nur sekundenweise auf Distanz halten kann (auch im einfachsten Schwierigkeitsgrad).
Neben der Benutzung von Medpacks im Kampf regeneriert sich Artjom ziemlich schnell selbst, wenn man innerhalb der nervenaufreibenden Gefechte kurz in Deckung geht. Ist man allerdings unachtsam, dann raffen einen wenige Schüsse oder Schläge ebenso schnell dahin.

Grafisch ist A4 Games’ (eine Splittergruppe der S.T.A.L.K.E.R.-Macher) Erstling der Oberhammer. Anders können wir es nicht ausdrücken... Die Levelabschnitte sind fantastisch düster und super detailreich gestaltet, und die grafischen Effekte (hochauflösende Texturen, Tiefenschärfefilter, volumetrischer Rauch und die Licht- und Schatteneffekte) wirken bis Dato atemberaubend realistisch. Vor allem in den Metrostationen gibt es so viel zu beobachten und zu belauschen, dass man dort minutenlang absichtlich verweilt, um möglichst viel der bedrückenden Atmosphäre in sich aufzusaugen. Leichen der sehr lebensecht animierten Charaktere müssen außerdem händisch durchsucht werden, indem man die einzelnen Taschen der leblosen Körper anklickt.

Leider gibt es einen großen Wermutstropfen, nämlich die relativ kurze Spielzeit von ca. 9 - 11 Stunden. Man wird aber durch Steam-basierte Errungenschaften dazu animiert mehrere Anläufe zu unternehmen, denn man kann in dem enormen Detailreichtum leicht mal nützliche Objekte übersehen. Für eine Errungenschaft muss man z.B. alle herumliegenden Clips (Magazine/Geld) im Spiel finden, weshalb man tatsächlich noch die eine oder andere Überraschung erlebt...

Leider ist die deutsche Synchronisation (vor allem wegen der Wahl der Stimmen) nicht besonders gut gelungen. Wir haben schnell wieder auf die englische Sprachfassung mit deutschen Untertiteln umgeschaltet, da vor allem Artjoms Dialekt, seine Stimme und Erzählweise sehr viel authentischer wirken.

Die Onlinekontenbindung über die bekannte Spieleplattform Steam erscheint in unseren Augen ziemlich frech, da es sich bei METRO 2033 nicht mal im Ansatz um einen Multiplayertitel handelt. Steam fungiert hier als reiner Kopierschutz und erschwert den Weiterverkauf des Spiels (man sollte sich also ein extra Konto allein für dieses Spiel anlegen). Auch wird es dadurch "quasi" unmöglich METRO 2033 ohne aktive Internetverbindung zu spielen.

Fazit: METRO 2033 ist der beste Horror-Shooter seit DEAD SPACE. Und wer glaubt er würde alle postapokalyptischen Szenarien bereits kennen, der sollte unbedingt mal einen Blick in die 2033er Metro Moskaus werfen! Wenn auch A4 Games eine Splittergruppe der Macher von S.T.A.L.K.E.R. ist, so sind die beiden Spiele überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. METRO 2033 ist spieltechnisch und grafisch noch viel atemberaubender inszeniert, und verdient alleine deshalb eine sehr gute Wertung, trotz relativ geringer Spielzeit. Ein Computerspiel wie ein verdammt actionreicher und äußerst gruseliger Kinofilm!

Wir geben sehr stolze 5,5 von 6 Sternen:

















Press Pics

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